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Potsdam Rathaus auf Rollen
Lokales Potsdam Rathaus auf Rollen
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22:27 23.04.2013

Im Spontan-Duell gegen Udo Sist von „Normalo TV“ rauschte er mit einem hauchdünnen Fotofinish-Vorsprung über die Ziellinie.

Die schlechte Nachricht: Nach den 50-Meter-Vorläufen geht’s am 4. und 5. Mai über lange, entbehrungsreiche 100 und 165 Meter. „Und da“, feixt Udo Sist, „sieht die Welt dann schon wieder ganz anders aus.“ Nichtsdestotrotz deklassierte Eyk Rothe seine Kollegen aus der Stadtverwaltung gestern mit 20,01 Sekunden – und empfahl sich für all die Rennen, die da noch kommen werden.

Insgesamt 17 Rathaus-Mitarbeiter machten die Mittelpromenade an der Hegelallee zur Rennstrecke. „Die Kritiker hatten recht“, räumte Baudezernent Matthias Klipp ein. „Der Belag verleitet zum Rasen.“ Um den Ausbau der Promenade hatte es 2010 heftige Auseinandersetzungen in der Stadt gegeben. Gegner der Asphaltierung hatten sogar eine Mahnwache für den Erhalt des Sandwegs veranstaltet. So sorgte sich der Bürgerverein „Freies Tor“ vor allem um das Miteinander auf der Strecke. Mit der Asphaltierung würde der Weg zur Hochgeschwindigkeitspiste, auf der rasende Radler Spaziergänger, Kinder und Senioren rücksichtslos bedrängten.

Das Miteinander auf der Strecke war zumindest gestern hervorragend – trotz rasender Rollis. Fußgänger – erstaunt, amüsiert, irritiert – hielten inne, Radler manövrierten sich geschickt durch die Lücken zwischen den einzelnen Startern. „Ich hätte mir gewünscht, hier mit 100 Leuten anzutreten“, sagte die Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger. „Aber viele Menschen haben doch Hemmungen, sich einmal in den Rollstuhl zu setzen. Dabei sollte jeder den Perspektivwechsel wagen.“

Gerüstet mit besten Vorsätzen, Handschuhen und einer beneidenswerten Leichtigkeit schnurrte Elona Müller-Preinesberger in 33,59 Sekunden über die Piste. Matthias Klipp kämpfte sich auf 25,09 Sekunden. Unter „ferner rollten“ wähnte sich die Leiterin des Büros für Chancengleichheit und Vielfalt, Martina Trauth-Koschnick. 47,99 Sekunden! Seufz! „Ich bin die Schlechteste!“ Dann, nach intensivem Listenstudium, ein Lichtblick. „Ach! Frau Meng hat ja noch ’ne Sekunde mehr.“ – Der Sportsgeist ist in die Stadtverwalter gefahren. (Von Nadine Fabian)

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