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Rathaus gegen Badewiese für Potsdam-West

Schwimmen im Templiner See Rathaus gegen Badewiese für Potsdam-West

Potsdams Rathaus ist gegen die Einrichtung einer Badewiese am Havelufer für den Stadtteil Potsdam-West. Sport-Fachbereichsleiterin Petra Rademacher machte in der Diskussion eines Antrags von CDU/ANW Umwelt- und Naturschutzgründe geltend, äußerte aber auch die Sorge, dass die Wiese zu Lasten der anderen städtischen Bäder gehen könnte.

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Ende August herrschte Betrieb im Stadtbad Babelsberg.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Einstimmig votierte der Finanzausschuss am Mittwoch für Prüfungen zur Einrichtung einer Badewiese für Potsdam-West. Der Ortsverband der CDU kämpft bereits seit Jahren für die Einrichtung einer „Freizeitwiese mit öffentlichem Zugang zum Wasser“. Im September gab es einen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung.

Am Mittwochabend folgte die erste Diskussion in einem Fachausschuss, die mit einer Gegenrede der Verwaltung eröffnet wurde. Sport-Fachbereichsleiterin Petra Rademacher stellte Ergebnisse einer ersten Prüfung seitens vor, die ergaben, dass es keine geeigneten Plätze, aber auch keinen Bedarf für die von den Antragsstellern gewünschte Badewiese für Potsdam-West gibt.

Vorgeschlagen wurden von der CDU/ANW in ihrem Antrag drei Standorte: Das ehemalige Strandbad auf der Landspitze gegenüber der Insel Hermannswerder und das Havelufer zwischen Kongresshotel und Johanniterstift sind laut Rademacher aus naturschutzrechtlichen Gründen ungeeignet. In beiden Fällen drohe mit der Anlage einer Badewiese die Störung von Biotopen. Eine Badestelle im Bereich des Sportareals Luftschiffhafen wiederum scheide aus, weil es „Hinweise“ auf geschützte Fischarten im Wasser gebe. Zusätzlich zu Umweltgründen machte Rademacher Bedarfsfragen geltend.

So habe Potsdam mit dem Stadtbad Babelsberg und dem Strandbad Templin bereits zwei städtische Bäder, die saisonal sehr unterschiedlich ausgelastet seien. Mit dem Sport- und Freizeitbad „Blu“ am Brauhausberg entstehe ein weiteres städtisches Bad „mit Außenbereich und Liegewiese“, so die Fachbereichsleiterin. Angesichts dieser „zusätzlichen Badekapazitäten“ lasse sich „im Moment noch nicht sagen“, ob der Bedarf für eine weitere zusätzliche Badewiese „überhaupt vorhanden ist“.

Rademacher äußerte zudem die Befürchtung, mit einem Angebot in Potsdam-West „unseren eigenen Bädern die Kunden abzugraben“: „Wir sind unsicher, ob dieser Bedarf überhaupt gegeben ist.“

Horst Heinzel (CDU) reagierte auf ihren Vortrag verständnislos. Man müsse „die Verkehrssituation mit ins Auge fassen“, wenn Menschen aus Potsdam-West zum Baden nach Babelsberg oder zum Brauhausberg fahren, obwohl sie das Wasser vor der eigenen Haustür haben. Bei einer Umfrage der CDU/ANW im Stadtteil hatten sich 80 Prozent der Befragten für eine eigene Badestelle ausgesprochen. Weitere Prüfungen soll es nun in Verbindung mit dem Masterplan zum Luftschiffhafen geben.

Von Volker Oelschläger

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