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Potsdam Raus mit dem bürokratischen Geist
Lokales Potsdam Raus mit dem bürokratischen Geist
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00:19 06.03.2018
Künstlerin Nora Fritz bei den Vorbereitungen zur „Artchurch“. Auch die Kanzel braucht noch einen Anstrich. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Im Rechenzentrum wird es einen Gottesdienst geben. Allerdings wird es dann weniger um Gott und die religiöse Lehre gehen. Sondern natürlich um Kunst. Bereits zum dritten Mal lädt am Sonntag um 16 Uhr die „Artchurch“ in den Innenhof des Künstlerquartiers.

Eine „Pristesse“ und ein „Lenker“ zelebrieren die Messe

„Wir inszenieren eine Messe, ähnlich wie eine Kirchenmesse. Es gibt eine Pristesse statt eines Pfarrers“, erläutert Nora Fritz, die Organisatorin, den Ablauf des Nachmittages. Pristesse, das ist ein bewusster Gegenbegriff zum Priester. „Wir haben einen Lenker, das ist der Lenker Lars.“ Sie spricht von Lars Kaiser von der Agentur Kunsttick. Er hatte die Idee zur Kunstmesse. Fritz fand sie toll und reifte sie bis zur Aufführung aus. „Lars kriegt einen Lenker auf den Kopf und läuft so über die Veranstaltung.“ Lenker heißt er, weil er die beteiligten Künstler lenkt und im Hintergrund versucht, die Strippen zu ziehen.

Die Performance soll Aspekte der Kirche humoristisch darstellen

Zur ersten Kunstmesse im September kamen etwa 20 Menschen zusammen und da war das Organisationsteam mit drin. Doch es war ein Erfolg, das ungewöhnliche Ereignis sprach sich rum. Denn schon beim zweiten Mal im Dezember waren es fast 70 Besucher. Mit der Performance „Artchurch“ wollen Fritz und Kaiser bestimmte Aspekte der Kirche humoristisch darstellen. „Wir wollen aber keine Gegenkirche sein“, sagt Fritz.

„Wir wollen die ,Artchurch’ auch nicht als Konfrontation verstanden wissen. Es geht uns vor allem darum, die Leute zusammenzubringen, einfach mal die Türen aufzumachen.“ Die Künstler seien schließlich nicht nur für ein Büro oder Atelier ins Rechenzentrum gekommen, sondern auch um von der dortigen Energie zu zehren, so Fritz. „Aber diese Energie muss erstmal entstehen. Und ich habe das Gefühl, dass das so langsam kommt. Mit der Kunstmesse wollen wir unseren Teil dazu beitragen.“

So zelebrierte die „Artchurch“ im Rechenzentrum in der Vergangenheit. Quelle: privat

Im besten Fall springe diese Energie vom Rechenzentrum auf den Rest Potsdams über. So, wie bei der letzten „Artchurch“. „Da waren typische Nikolaisaalgänger und verrückte Kids, die sich Lichterketten umgehängt hatten“, sagt Nora Fritz.

Austreibung und Reinigung von bösen Geistern

Jede „Artchurch“ hat ein Thema. Während es beim letzten Zusammenkommen um die Heilige Johanna ging, die mit den Messebesuchern ihre Weisheit teilte, soll sich am Sonntag alles um Exorzismus und um die Reinigung von bösen Geistern drehen. „Ein Beispiel wäre die Vertreibung des bürokratischen Geistes aus dem Rechenzentrum“, sagt Fritz. Sie spricht den bösen Geist direkt an: „Raus hier, wir brauchen Platz für Kreativität.“

In diesem Sinne werde es Inszenierungen vom einfachen Streit bis zur Schießerei geben und es werde eine Guillotine aufgestellt. „Dabei geht es uns nicht darum, wirklich Gewalt auszuüben, sondern es geht um Ausdruck und zu zeigen, was Gewalt auslösen kann. Und das alles mit einer Portion Humor“, so Fritz. Mit dabei sind der Berliner Maler Peter Schlangenbader und die polnische Opernsängerin und Künstlerin Joanna Waluszko, die im Duett mit Jeanne van Dijk singen wird.

Auch eine Hochzeit wurde im Rahmen der „Artchurch“ bereits gefeiert. Quelle: privat

Von Annika Jensen

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