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Rausch der Begeisterung

"Selig" und das Filmorchester Babelsberg im Nikolaisaal in Potsdam Rausch der Begeisterung

Das Publikum drängt sich in den Nikolaisaal, neugierig, aufgekratzt, aufgeregt. Samstagabend, 20 Uhr. Wenig später wird das Konzerthaus erbeben wie nur selten. Die außergewöhnliche Kombination der Musiker begeistert die Zuschauer - und mitsingen können sie dann auch alle. Gänsehaut pur.

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Innenstadt. Die Hamburger Rockband Selig, die an diesem Abend gemeinsam mit dem Filmorchester Babelsberg auftritt, blickt auf eine lange Geschichte zurück: Erfolg in den frühen 1990ern, musikalische Findungsphasen, plötzliche Trennung, spätere Reunion. Doch all das scheint den Musikern und ihren Fans nichts ausgemacht zu haben.

Das Publikum in dem absolut ausverkauften Saal ist von der ersten Sekunde an wie verzaubert. Der Jubel gleich nach dem ersten Song ist kaum zu übertreffen. Die Hamburger überzeugen im Zusammenspiel mit dem Filmorchester wie auch allein. Ein wenig neidisch schaut das Publikum von den Sitzplätzen zu Laura Schwengber, der Gebärdendolmetscherin des Nikolaisaals, die das Konzert auf der Bühne tanzend mit Gebärdensprache begleitet. Sänger Jan Plewka ist von der jungen Frau begeistert. Er hat bei ihr extra für diesen Abend den Refrain des Liedes "Die Besten" auf Gebärdensprache erlernt. Das Gestenspiel gelingt ihm so gut, dass es zunächst einmal die Gäste im oberen Rang des Saals von den Plätzen reißt. Doch auch in die unteren Reihen kommt jetzt Bewegung. Die Begeisterung der Fans ist kaum noch zu steigern, als der Klassiker kommt, auf den alle gewartet haben. Den Text des 1994er Hits "Ohne dich" kennen alle im Saal. Gemeinsam mit Jan Plewka singen sie: "Es kommt anders als man denkt, Herz vergeben, Herz verschenkt". Der Saal vibriert, Gänsehautstimmung. Der Jubel danach ist unbeschreiblich. Den letzten Song möchte niemand mehr sitzend erleben. Auf den Treppen, in den Reihen, in dem engen Gang vor der Bühne beginnen die Leute ausgelassen zu tanzen und feiern die Zugabe. Die Band kommt schließlich kaum dazu, sich zu verabschieden, der ganze Saal tobt.

"Selig" gründeten sich 1993 in Hamburg. Schon die erste Singleauskopplung "Sie hat geschrien"aus ihrem Debütalbum "Selig" wurde zum Hit. Mit den nächsten zwei Alben verließ die Band den ursprünglich rockigen Pfad und setzte immer mehr poppige und auch elektronische Elemente ein.

1999 veröffentlichten "Selig" ein "Best of"-Album, dann gaben sie die Trennung bekannt. Mit ihrem Comeback-Album "Und endlich Unendlich" fand die Band 2008 zu ihren Wurzeln zurück und bekam die Goldene Schallplatte für 100000 verkaufte Exemplare. Im Februar erschien die aktuelle Platte "Magma".

Von Franziska Maria Schade

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