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Reaktor-Frage auf später vertagt

Potsdam Reaktor-Frage auf später vertagt

Vier Jahre soll der Forschungsreaktor auf dem Helmholtz-Geländen in Wannsee noch laufen. Für Kritiker ist das vier Jahre zu lang. Könnte der Reaktor durch einen Flugzeugabsturz oder einen Terrorangriff zur radioaktiven Gefahr werden? Ein Antrag der Grünen zu dieser Frage wurde nun zurückgestellt.

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Ärzte warnten im September vor den möglichen Gefahren des Meilers.

Quelle: Kaufmann

Potsdam. Braucht Potsdam einen besseren Schutz für den Fall, dass Terroristen den Forschungsreaktor in Wannsee mit einem Flugzeug angreifen oder sich dort ein Unfall ereignet? Die Antwort auf die Frage, die Bündnis 90/Die Grünen und das Anti-Atom-Bündnis Berlin/Potsdam bewegt, bleibt der Ausschuss für Soziales und Gesundheit der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung schuldig. Man stellte am Dienstagabend einen entsprechenden Antrag der Grünen zurück. Diese fordern, die Evakuierungszone um den vom Helmholtz-Zentrum betriebenen Reaktor von zweieinhalb auf acht Kilometer auszuweiten und zudem eine Klage der Stadt gegen dessen Betriebsgenehmigung zu prüfen.

Mitte September warnten Ärzte mit einer aufsehenerregenden Aktion in Babelsberg vor den Gefahren des Meilers, der auch auf der Vorschlagsliste für den Potsdamer Bürgerhaushalt steht. Die Organisation IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung – fordert die Abschaltung des Reaktors, der etwa durch einen Flugzeugabsturz oder einen Terrorangriff zur radioaktiven Gefahr werden könnte.

Ende September war im Berliner Abgeordnetenhaus erklärt worden, dass der Notfallschutz für den Reaktor den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission entspreche und nicht geändert werden müsse. Der Reaktorbetrieb in Wannsee soll 2019 eingestellt, der Reaktor selbst ab 2023 rückgebaut werden.

Der Reaktor BER II

Der Forschungsreaktor BER II gehört zum Helmholtz-Zentrum am Wannsee. Er wurde 1972 gebaut und nach einem Umbau 1991 wieder in Betrieb genommen.

Der Reaktor liefert ausschließlich Neutronen für wissenschaftliche Untersuchungen, die Kernspaltung erfolgt nicht zur Energiegewinnung. Ihm genügt eine Leistung von zehn Megawatt. Es gibt 24 kleine Brennstäbe. Der Mini-Reaktor ist deshalb kaum mit einem Atomkraftwerk zu vergleichen.

Immer wieder war der Reaktor in der Vergangenheit wegen Flugrouten des Flughafen BER in den Schlagzeilen; die sogenannte Wannsee-Route würde relativ dicht an dem Forschungsreaktor vorbeiführen.

Ende 2019 soll die Neutronenquelle stillgelegt werden - laut HZB wegen anderer Forschungsschwerpunkte.

 

 

Von Nadine Fabian

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