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Potsdam Rechenzentrum bekommt noch fünf Jahre
Lokales Potsdam Rechenzentrum bekommt noch fünf Jahre
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20:57 30.05.2018
Garnisonkirchenbaustelle, im Hintergrund das Rechenzentrum. Quelle: Volker Oelschläger
Potsdam/Innenstadt

Die Stiftung Garnisonkirche wird einer Verlängerung für das Kunsthaus im Rechenzentrum bis Ende 2023 zustimmen, wenn die Stadtverordneten die Verwaltungsvorlage zur Errichtung eines neuen innerstädtischen Kreativzentrums bestätigen.

Das hat Matthias Dombert als Kuratoriumsmitglied der Stiftung am Mittwochnachmittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz aller an dem Kunsthausprojekt Beteiligten bekannt gegeben.

Er kündigte an, dass der Vorstand der Garnisonkirchenstiftung die Vereinbarung zur weiteren Nutzung des Rechenzentrums unmittelbar nach dem Stadtverordnetenbeschluss allen Kuratoriumsmitgliedern mit der Bitte um Zustimmung zusenden werde.

Die Garnisonkirchenstiftung hat bei der Nutzung des seit 2015 als Kunsthaus genutzten Rechenzentrums als Eigentümerin eines Grundstücksteils Vetorecht. Ursprünglich war die Zustimmung des Kuratoriums bereits im März nach einem Szenarioworkshop für ein neues Kunst- und Kreativzentrum erwartet worden.

Dombert bekräftigte am Mittwoch, dass sich das Gremium damals auf eine Zwei-Jahres-Frist verständigte, weil die Perspektiven unklar waren. Mit der aktuellen Verwaltungsvorlage sei die Situation eine andere.

Vertreter der Kunst- und Kreativszene begrüßten die angekündigte Verlängerung, bekräftigten aber ihre Vorbehalte.

Kritik aus der Kunst- und Kreativszene

„In der Verwaltungsvorlage gibt es Punkte, die wir arg kritisieren“, sagte Stefan Pietryga, der als Vertreter der Nutzer am Szenarioworkshop teilgenommen hatte, weil dessen im Konsens verabschiedeten Ergebnisse damit „ad absurdum geführt“ würden. Das betreffe unter anderem die Festlegung der Grundstücke des Langen Stalls und der Alten Feuerwache für das neue Kunst- und Kreativzentrum. Im Workshop habe man diese Frage bewusst offen gelassen.

Michael Rosin vom Verein „Freundliche Übernahme Rechenzentrum“ (FÜR) kritisierte, dass das Rechenzentrum in der Vorlage in keiner Form berücksichtigt ist. Frauke Röd (FÜR) erklärte, es gebe keinen zwingenden Grund, dieses Gebäude Ende 2023 aufzugeben. Die Stiftung Garnisonkirche habe ohnehin Zugriff, wenn sie es für den Wiederaufbau des Kirchenschiffs abreißen will.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) kündigte Nachbesserungen vor allem zur Beteiligung der Kunst- und Kreativwirtschaft am weiteren Verfahren an. Eine Festlegung zum Erhalt des Rechenzentrums aber schloss er aus. Der Zeitplan sei „eng gestrickt“ und man müsse sich auf „räumliche Zusammenhänge fokussieren, die nicht weiterhin in Frage zu stellen sind“.

OB Jakobs warnt davor, Zeit zu verplempern

Jakobs warnte davor, Zeit zu „verplempern“. Mit Bestätigung der Vorlage durch die Stadtverordneten würde eine Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung des Neubaus in Auftrag gegeben.

Eine Probeabstimmung im Hauptausschuss wurde am Mittwochabend auf Anraten von Jakobs ausgesetzt, nachdem vor allem Linke und Andere Verfahrenskritik geäußert und diverse Änderungen gefordert hatten.

Karin Schröter (Linke) forderte eine Öffnungsklausel für den Erhalt des Rechenzentrums. Janny Armbruster (Grüne) forderte zumindest Klarheit. Sie wolle nicht, dass die Stadt zum Rechenzentrum später von einer ähnlichen Abrissdiskussion überrascht werde wie jetzt beim „Minsk“.

Horst Heinzel (CDU) kritisierte, die Interessen der Kreativwirtschaft würden „als Vehikel für das Rechenzentrum“ instrumentalisiert: „Aber das kann es nicht sein.“

Bis Mittwoch soll laut Jakobs geprüft werden, welche der geforderten Änderungen in die Vorlage eingearbeitet werden können.

Von Volker Oelschläger

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