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Rechenzentrum in Potsdam äußerst beliebt

Stiftung SPI und rund 150 Künstler an Kunsthaus interessiert Rechenzentrum in Potsdam äußerst beliebt

Mehr als 150 Künstler und Gruppen haben Interesse an Arbeitsräumen im Verwaltungsgebäude des Rechenzentrums in der Potsdamer Innenstadt bekundet. Die Stiftung SPI, die auch den Babelsberger Lindenpark betreibt, würde nach Angaben von Standortleiter Andreas von Essen gern das Management übernehmen. Und der Mietpreis soll auch sinken...

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Mosaik am Eingang des Rechenzentrums in der Potsdamer Innenstadt.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Stiftung SPI, die in Potsdam unter anderem den Lindenpark betreibt, will das Management des geplanten Kunsthauses im Rechenzentrum an der Breiten Straße übernehmen: „Ja, wir würden das gern machen“, sagte SPI-Standortleiter Andreas von Essen am Mittwoch auf MAZ-Anfrage. Bert Nicke, Geschäftsführer des für die Immobilie zuständigen Sanierungsträgers Potsdam, hatte am Vorabend auf einem Plenum im Rechenzentrum bekannt gegeben, dass über ein Interessenbekundungsverfahren bis Mitte Juli ein Betreiber gefunden werden soll. Ebenfalls als potenzieller Betreiber im Gespräch ist die als Träger des Freiland-Kulturzentrums gegründete Cultus UG. Deren Geschäftsführer Dirk Harder bestätigte auf Anfrage, dass er „von verschiedenen Seiten angefragt worden“ sei. Ohne Kenntnis der genauen Konditionen könne er sich aber nicht dazu äußern.

Bewegung gab es mittlerweile beim angekündigten Mietpreis. Wie Nicke am Dienstagabend bekannt gab, reduzieren sich die Kosten für die Nutzer von bisher diskutierten 10,85 Euro brutto warm pro Quadratmeter voraussichtlich auf sieben Euro. Eine weitere Senkung ist nach Ansicht von Aktiven wie Elias Franke von der Kulturlobby denkbar, wenn die technischen Probleme der kostentreibenden Heizungsanlage gelöst werden.

Vorgestellt wurden am Dienstagabend die Ergebnisse einer ersten, von der städtischen Wirtschaftsförderung in Kooperation mit der Kulturlobby angestellten Bedarfsanalyse, an der sich 153 potenzielle Nutzer beteiligten. Interesse an Arbeitsräumen bekundeten unter anderem 43 bildende Künstler, 27 Musiker und Bands, 39 Unternehmen etwa aus den Bereichen Design, Architektur, Film und Fotografie, sowie neun darstellende Künstler und Gruppen, außerdem Schreiber, Vereine und Kunstwerkstätten.

Die Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI)

Das Sozialpädagogische Institut Berlin „Walter May“ (SPI) wurde 1982 als Stiftung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegründet. Nach Angaben des für Potsdam zuständigen Standortleiters Andreas von Essen beschäftigt das SPI in zahlreichen Niederlassungen in Berlin und Brandenburg insgesamt rund 800 Mitarbeiter.

In Potsdam ist das SPI vor allem als Betreiber des Babelsberger Jugendclubhauses Lindenparks bekannt, den es 2009 nach dem Aus des langjährigen Trägervereins übernommen und zum Jugend- und Familienzentrum umgewandelt hat. Es bekundete damals auch Interesse an der Übernahme des seinerzeit ebenfalls insolventen Waschhauses in der Schiffbauergasse, für das jedoch eine andere Lösung gefunden wurde.

Weitere Projekte und Einrichtungen des SPI in der Landeshauptstadt sind die Jugendclubs Mitte und JWD sowie der Hort Buntstifte in der Steinstraße und an der Röhrenstraße. 2014 übernahm SPI von der Diakonie die Trägerschaft für das Streeetwork- und das Fanprojekt des SV Babelsberg 03 sowie den Abenteuerspielplatz „Blauer Daumen“. vo

Unter den Interessenten ist auch das Poetenpack, wie Sprecherin Constanze Henning bestätigte. Das Theater mit einem Kernteam von zehn Leuten und bis zu 120 freien Schauspielern benötige für Kostüm, Fundus, Büros und Proberäume circa 300 Quadratmeter. Aktuelle Station und Glücksfall in einer endlosen Serie von Provisorien: Für die im Juli anstehenden Premieren von „Pettersen und Findus“ von Sven Nordqvist sowie „Mittsommer-Sexkomödie“ von Woody Allen probe das Poetenpack im Clubraum des Seesportclubs am Park Babelsberg.

Offen ist noch, wann die ersten Künstler das Gebäude mit seinen insgesamt 5000 Quadratmetern Nutzfläche beziehen können. Aktueller Starttermin ist der 1. September. Allerdings könnte sich der Umzug der Mitarbeiter des Rechenzentrums aus dem Verwaltungsgebäude zur Steinstraße nach aktuellem Stand noch bis zum Herbst hinziehen.

Die Kulturlobby will das Gebäude schon vor der offiziellen Neueröffnung mit Kunst bespielen. Eine erste Aktion „Schwamm drüber“ ist zum 29. Juni geplant. Im Sommer sollen laut Franke Ausstellungen unter anderem zur Geschichte des Rechenzentrums folgen. Nächster Besichtigungstermin für weitere Interessenten ist am Montag, 15. Juni, um 18 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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