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Rechtsextreme planen zwei Demos in Potsdam

Kundgebungen in Babelsberg und im Schlaatz angemeldet Rechtsextreme planen zwei Demos in Potsdam

Mitte Juni wird wieder eine Demonstration von Rechtsextremen in Potsdam erwartet. Start und Ziel liegen in Babelsberg – dort, wo Anfang des Jahres eine „Pogida-Demo“ blockiert wurde. Nur dieses Mal ist der Demo-Anmelder nicht „Pogida“. Und: die zweite Demo folgt schon kurz darauf.

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Großes Polizeiaufgebot im Februar in Babelsberg.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Rechtsextreme haben für den 18. Juni 2016 eine Demonstration in Potsdam-Babelsberg angemeldet.

Wie ein Polizeisprecher gegenüber der MAZ bestätigte, hat eine Gruppe namens „Patrioten Potsdam“ eine Demonstration vom Rathaus Babelsberg bis zum Bahnhof Medienstadt angemeldet. Um 14 Uhr soll es losgehen. Ungewöhnlicherweise soll die Demo diesmal an einem Samstag stattfinden. Und eine zweite Demo ist auch schon angemeldet – am Mittwoch, 29. Juni, im Schlaatz, wie die Polizei bestätigt.

Dagegen wird bereits erster Protest laut. Auf der Facebookseite „Nordkurve Babelsberg“ wird zur Blockade aufgerufen: „Naziaufmarsch verhindern“, heißt es dort. Zudem wird dort vor der Gruppierung „Patrioten Potsdam“ gewarnt. Zwar war die Teilnehmerzahl der vergangenen sogenannten Abendspaziergängen der Pogida im Laufe der Zeit immer geringer geworden, doch diese Gruppierung sei nicht zu unterschätzen.

„Ein braunes Häufchen will wieder Potsdam nerven und versteht nicht, dass seine Intoleranz das Einzige ist, was in Potsdam nicht erwünscht ist“, sagt der Kreisvorsitzende der Linken, Sascha Krämer. Potsdam sei eine Stadt, die maßgeblich von „Fremden“ beeinflusst wurde. Seien es die russischen Soldaten, die französischen Hugenotten, jüdische Kaufleute und Manufakturisten, belgische Handwerker in der „Gewehrfabrique“, Schweizer Seidenbandweber und „Tobackspinner“ oder böhmischer Kattunweber in Nowawes – „sie alle haben Potsdam und unserer Gesellschaft zu dem gemacht, was es heute ist“, so Krämer. Die Demo-Anmelder machten sich keine Gedanke über die Wurzeln unserer Gesellschaft.

Linke Gegendemonstration im Febuar 2016 in Babelsberg

Linke Gegendemonstration im Febuar 2016 in Babelsberg.

Quelle: Friedrich Bungert

Pogida-Blockade in Babelsberg

Am 17. Februar hatte Pogida die entgegengesetzte Demoroute versucht. erfolglos. Bereits nach wenigen vom in Babelsberg musste Pogida den „Abendspaziergang“ vom Bahnhof Medienstadt zum Rathaus Babelsberg auf der Großbeerenstraße nach wenigen hundert Metern beenden und wegen einer massiven Sitzblockade von Gegnern umkehren.

Die bisherigen Pogida-Demos

11. Januar, Bassinplatz : Erstmalig versucht ein Ableger der Pegida-Bewegung in Potsdam zu demonstrieren. Ausnahmezustand am Bassinplatz. Der geplante „Abendspaziergang“ findet nicht statt. Am Rande kommt es zu Krawallen durch linke Gegendemonstranten.

20. Januar, Bassinplatz : Erneut ein Großaufgebot der Polizei in der Innenstadt. Knapp 300 Pogida-Anhängern stehen mehr als 1000 Menschen gegenüber. Der „Abendspaziergang“ setzt sich in Bewegung – und stoppt nach wenigen Metern.

27. Januar, Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Erstmalig zieht Pogida durch die Landeshauptstadt – zumindest ein Mal über die Lange Brücke bis hin zum Filmmuseum und zurück. Rund 150 Teilnehmer.

3. Februar, Schlaatz : Etwa 130 Anhänger der islamfeindlichen Bewegung ziehen durch einen Randbereich des Schlaatz, behindert von rund 1000 Gegendemonstranten. Die Route geht an einem Asylbewerberheim vorbei.

10. Februar, vom Bahnhof Rehbrücke nach Drewitz: Riesiges Polizeiaufgebot und erhebliche Verkehrsbehinderungen: Rund 100 Pogida-Anhänger sind da, etliche werden von der Polizei nicht mehr zum Kundgebungsort gelassen. Es gibt drei Gegendemos in Sichtweite.

17. Februar in Babelsberg : Pogida muss den „Abendspaziergang“ vom Bahnhof Medienstadt zum Rathaus Babelsberg auf der Großbeerenstraße nach wenigen hundert Metern beenden und wegen einer massiven Sitzblockade von Gegnern umkehren.

24. Februar am Bornstedter Feld : Rund 1000 Menschen in mehreren Kundgebungen demonstrierten an der Kirschallee gegen Pogida, die nur etwa 80 Anhänger aufbot. Erneut behinderte eine Sitzblockade die Islamfeinde.

9. März, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Genau wie am 27. Januar heißt es: Lange Brücke hin und her“. Keine 100 Pogida-Teilnehmer nehmen teil. Größter Aufreger: eine skurrile Fahrrad-Aktion.

22. März, von der Glienicker Brücke bis zur Nuthestraße: Rund 50 Pogida-Anhänger marschieren begleitet von rund 700 Polizisten durch die berliner Verkehrschaos. Die Folge: ein Verkehrschaos.

7. April, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Nur wenige Teilnehmer ziehen auf Pogida-Seite über die Lange Brücke bis zum Filmmuseum. Auch dieses Mal gab es auf Seiten der Gegendemonstranten deutlich mehr Teilnehmer. Auch Liedermacher Konstantin Wecker sprach zu den Gegendemonstranten. Er gab an dem Abend ein Konzert in der Landeshauptstadt.

18. Mai, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: Alter Treffpunkt, neue Route, wenige Teilnehmer: Rund 30 Pogida-Anhänger ziehen vom Hauptbahnhof nach Zentrum-Ost und zurück.

Von MAZonline, Marion Kaufmann

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