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Potsdam Hildebrandt-Preis für „Kultür“ Potsdam
Lokales Potsdam Hildebrandt-Preis für „Kultür“ Potsdam
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19:23 25.11.2018
Die Geschäftsführerin der Kultür Potsdam Eva-Maria Heß (Künstlername Eva Kopflos) posiert am 22.11.2018 in Potsdam für die Kamera des Fotografen. Foto: Friedrich Bungert Quelle: Friedrich Bungert
Berlin / Babelsberg

„Knapp dran sind nicht nur Arbeitslose“, sagt Eva-Maria Heß (37): „Auch Flüchtlinge und Familien mit geringem Einkommen, aber mehreren Kindern haben oft kein Geld für Kino, Theater, Sport und andere Veranstaltungen.“ Ihnen schenkt der Verein Tickets, die er bei diversen Anbietern einsammelt, um sie kostenlos weiterzugeben. Über 2900 waren es bereits in diesem Jahr, 3200 im vergangenen und mehr als 13000 seit Gründung des Vereins vor fünf Jahren. Rund 6000 Menschen sind „Gäste“ der Vereins, der in einem Hinterhof der Babelsberger Garnstraße ein spartanisches Büro betreibt, das vom Oberlinhaus gesponsert wird, aber nur Eingeweihten bekannt ist. „Wir helfen den Ärmsten der Armen“, sagt „Eva Kopflos“, wie alle sie nennen. Sie selbst war schon so knapp dran, dass sie 50 Cent für’s Mittagessen umdrehen musste.

Stets ist das Miteinander Ziel der Aktion: der Beschenkte soll jemanden mitnehmen zu der Veranstaltung, ein junger Menschen einen alten etwa oder ein Deutscher einen Flüchtling. Das hätte der früheren brandenburgischen Sozialministerin Regine Hildebrandt (1941-2001) gefallen, in deren Vermächtnis die deutsche Sozialdemokratie den Regine-Hildebrandt-Preis vergibt, immer in Berlin und stets um den 26.November herum, dem Todestag der couragierten und unerschrockenen Politikerin. Die „Mutter Courage des Ostens war in der ersten frei gewählten Regierung der DDR von April bis August 1990 Ministerin für Arbeit und Soziales. Von 1990 bis 1999 war sie Sozialministerin in Brandenburg.

5000 Euro gingen am Sonntagnachmittag im Berliner Spreespeicher an Kultür in Potsdam, wo Heß erst seit eineinhalb Monaten eine feste Arbeitsstelle hat; davor waren alle Ehrenamtler. Händeringend sucht der umtriebige Verein Unterstützer, Sponsoren und ein besseres Büro, wo sich auch „Gäste“ treffen können.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Manja Schüle aus Potsdam kennt die Arbeit des Vereins seit Jahren und hatte ihn vorgeschlagen für den Preis; sie hielt auch die Laudatio. Sie hatte die Preisträger mit ihrem Bürgerbürobus selber nach Berlin gefahren.

„Kultür bringt nicht nur mit pinken Perücken, sondern mit Erlebnissen, die sonst nicht erschwinglich wären, Farbe in so manch grauen Alltag“, begründet erklärte Schüle die Entscheidung der Jury für die Auszeichnung. Der zweite Preisträger ist das Projekt „Schwabener Sonntagsbegegnungen“ aus Markt Schwaben in Bayern.

Von Rainer Schüler

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