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Potsdam So schmeckt es beim Griechen „Bakaliko“
Lokales Potsdam So schmeckt es beim Griechen „Bakaliko“
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13:13 05.07.2018
Das Restaurant „Bakaliko“ in der Potsdamer Dortustraße 5. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

 Kali mera (Guten Tag), kali orexi (guten Appetit), ton logariasmo parakalo (die Rechnung bitte) – lange nicht mehr gesehen, die Servietten, die gleichzeitig ein kulinarischer Sprachkurs sind. Es fehlt ein bisschen „So hat’s geschmeckt“-Griechisch: kalo (gut), arketa kalo (ziemlich gut) und poli kalo (sehr gut).

Die Kellner werden es verstehen, smarte junge Griechen sausen zwischen Bürgersteigterrasse, Küche und Tresen umher. Die seit wenigen Wochen neu bespielte Taverna „Bakaliko“ weckt Urlaubserinnerungen, Tzatziki, gefüllte Weinblätter und Bauernsalat kennt jeder, der Hellas bereist hat. Das erwartet man auch daheim und kann es mit der Lieblingstaverne am Mittelmeer vergleichen.

„Bakaliko“ wird auch von Griechen besucht

Diese Standards geben jedoch nur einen kleinen Einblick in die Vielfalt der griechischen Küche. Einerseits ist das schade, andererseits haben es hierzulande Griechen, die versuchen, über diesen Tellerrand hinaus zu kochen, schwer, damit genügend Gäste anzulocken. Im „Bakaliko“, das erfreulicherweise auch von Griechen besucht wird, sind es denn auch vornehmlich die Standards.

Wir bestellen von der bis 16 Uhr geltenden Mittagskarte, auf der zahlreiche Gerichte in kleineren Portionen und dafür etwas preiswerter angeboten werden, kalte Mezes, für die ein hölzerner Drehteller auf den Tisch gestellt wird. Es folgten sieben Schälchen, gefüllt mit Dipps von Tzatziki bis Auberginencrème sowie Schwarzaugenbohnensalat.

Vorspeisen können überzeugen

Ich schicke das mal voraus: Ich arbeite mit meinem mobilen Büro regelmäßig von Kreta aus, bin mit der griechischen Basisküche durch die dortigen Restaurants, durch Nachbarn und Freunde vertraut. Der Bohnensalat ist ein typischer Happen, den man im Kafenion zu Raki, Wein oder Bier bekommt, im „Bakaliko“ gibt es da nichts zu meckern. Beim Fava war die Basis, die gelben Erbsen, sehr verhalten und es fehlten die Frühlingszwiebeln. Mehr Gurke im sonst guten Tzatsiki würde mehr Frische bringen.

„Kalo“ jedoch auch das Auberginenpüree und „poli kalo“ die Dolmades, erkennbar hausgemacht an den weichen Weinblättern. Man könnte sich auch durch die warmen Vorspeisen essen, da gefällt mir jedoch grundsätzlich der Hang zum Panieren von Gemüse nicht.

Herzblut steckt in den Details

Es gibt weitere Vorspeisen wie Schafskäse in verschiedenen Varianten, aus dem Ofen, in Blätterteig, schon erwähntes gebratenes Gemüse, warmes Pita-Brot, Aufläufe wie Moussaka, Gyros, Bifteki, Lammgerichte, Grillteller, Fische und Meeresfrüchte (die Fischplatte mit 20,90 Euro das teuerste Gericht) sowie, als deutsch-internationale Anpassung, gegrilltes Rinderfilet mit Pfeffersauce und Röstkartoffeln.

Dass Herzblut im „Bakaliko“ steckt, merkt man an Details. Auf den Tischen stehen griechisches Salz, Olivenöl aus Kreta und auch der Balsamico-Essig ist griechisch. Fragt sich, warum Bacchus und nicht Dionysos Namensgeber für einen der Grillteller ist? Meinen Begleiter, ein Glas Demestica-Hauswein – bei den Weinen ginge mehr - in der Hand, stört nicht, welcher Weingott für Gyros, Souvlaki, Tomatenreis (ein bisschen zu wässrig), Tzatziki und Salat Namenspate stand. Letzterer kommt vorweg, mit Joghurtdressing angemacht, was ob der guten griechischen Olivenöle schade ist. Ansonsten ist das Grillgut „kalo“, vor allem das Gyros verdient „nostimo“, lecker.

Charmante Innenräume und demnächst auch ein Innenhof

Wenn irgendwo Oktopus zu haben ist, setzt bei mir ein Automatismus ein: ausnahmslos bestellen. Diese liebgewonnene Gewohnheit wird nicht enttäuscht. Wenn auch teils mit leichten schwarzen Grillspuren behaftet, ist der Achtarmige wunderbar weich und ein zweites „poli kalo“ wird fällig.

Im Bakaliko gibt es einen Grund, sich auch auf schlechtes Wetter zu freuen, auch wenn demnächst noch der Innenhof bestuhlt und als weiteres Sommer-Esszimmer genutzt werden kann. Die Innenräume erfreuen durch einen charmanten, modernen Tavernenstil mit gebrochen-weißen Tischen und Stühlen. Dass die Regale dekorativ mit griechischen Produkten bestückt sind, kommt nicht von ungefähr und ergänzt das kulinarische Wortrepertoire um „Bakaliko“, auf deutsch Lebensmittelgeschäft.

Das Fazit der Genussexpertin

Essen: 3,5

Trinken: 3

Service: 3,5

Ambiente: 4

Preis-Leistungs-Verhältnis: 4

Was uns gut gefiel: Eine schöne, moderne Taverne, innen wie außen. Manche Gerichte überraschend gut und beste Urlaubserinnerungen weckend (oder sie verbessernd). Sehr netter Service.

Was uns weniger gut gefiel: Warum traut man sich nicht mehr? Standard machen zu viele, allein die vegetarische Hellas-Küche strotzt vor wunderbaren Rezepten.

Gastro-Steckbrief

Taverna Bakaliko, Dortusstr. 5, 14467 Potsdam, Tel. 0331/748 16 78, www.bakaliko-potsdam.de

Plätze: innen 130, Terrasse und Innenhof 60 bis 70

Öffnungszeiten: täglich 11 bis 24 Uhr

Preise: Vorspeisen: 3,70 bis 12,90 Euro, Kleine Gerichte, Salate, Aufläufe 4,90 bis 13,50 Euro, Hauptspeisen: 10,90 bis 20,90 Euro, Dessert: 3,90 bis 5,10 Euro, Softdrinks: 0,2 l/2,20 Euro, Bier: 0,3 l/3 bis 3,20 Euro, Wein: 0,25 l/3,90 bis 4,50 Euro, Flasche 16,50 Euro

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Von Manuela Blisse

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