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Rettung der beliebten Klassik am Weberplatz

Theaterförderung des Landes hilft freier Kulturszene Rettung der beliebten Klassik am Weberplatz

Einen Monat vor dem Termin am 27. Juni ist endlich sicher: Das beliebte Open Air „Klassik am Weberplatz“ mit dem Collegium musicum kann stattfinden. Möglich wird es durch einen erhöhten Landeszuschuss für das Hans-Otto-Theater, der den Kulturetat der Landeshauptstadt entlastet.

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Das Open Air „Klassik am Weberplatz“ zieht alljährlich Tausende Musikliebhaber an.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr musste das Collegium musicum um die Finanzierung des beliebten Sommer-Open-Airs „Klassik am Weberplatz“ bangen, das am 27. Juni stattfinden soll. Doch wenige Wochen vor dem Termin kommt die Förderzusage. Kulturamtsleiterin Birgit-Katharine Seemann gab im Kulturausschuss bekannt, dass mit einer Erhöhung des Landeszuschusses für das Hans-Otto-Theater (HOT) städtische Fördermittel für andere Kultureinrichtungen frei werden.

Insgesamt kommen vom Land in diesem Jahr 138 000 Euro zusätzlich für das HOT, die laut Seemann jeweils zur Hälfte der Bühnentechnik und dem Ausgleich von Tariferhöhungen zugute kommen sollten. Die Hälfte davon hilft nun indirekt der freien Kulturszene. Das Collegium musicum und das Neue Kammerorchester teilen sich einen Jahreszuschuss von 50 000 Euro, der über eine neu eingerichtete Förderposition für freie Orchester zur Verfügung gestellt wird. Mehr Geld bekommen auch das Poetenpack (10 000 Euro), der Kunstververein Kunsthaus Potsdam (8000 Euro) und der Offene Kunstverein (14 000 Euro).

70 Jahre Collegium musicum

Das Collegium musicum wurde von Hans Chemin-Petit 1945 unmittelbar nach dem Kriegsende als Liebhaberorchester ins Leben gerufen. Nach einer wechselvollen Geschichte übernahm im Herbst 1998 Knut Andreas die künstlerische Leitung, der das seinerzeit sehr kleine Ensemble über mehrere Jahre zu einem immer leistungsfähigeren Klangkörper entwickelte.

Heute treffen sich wöchentlich rund 80 engagierte Laien- und Profimusiker aus Potsdam und dem Umland, um ein umfangreiches Repertoire bekannter und unbekannter Werke der verschiedensten Stilepochen zu proben und aufzuführen. Das Orchester arbeitet mit namhaften Solisten, Chören und Dirigenten zusammen, initiierte einen regen Austausch mit Künstlern aus Brasilien, unternahm verschiedene Konzertreisen und kooperiert mit Potsdamer Schulen.

Zum Open Air „Klassik am Weberplatz“ am 27. Juni ab 20.30 Uhr präsentiert das Collegium musicum eine Klaviernacht. Solisten sind die Brasilianer Hagen Schwarzrock und Vagner Ferreira, die musikalische Leitung teilen sich Knut Andreas und sein brasilianischer Kollege Cinthia Alirethi. Der Eintritt dazu ist wie immer frei.

Die Umwidmung eines Teils der Theaterförderung für freie Kultureinrichtungen war ein Vorschlag der bürgerliche Rathauskooperation bei der Diskussion des Doppelhaushalts für 2015 und 2016. Wie berichtet, hatte das Kulturministerium die Überlegung in einer ersten Stellungnahme auf MAZ-Anfrage als „problematisch“ bezeichnet. Eine erhöhte Förderung etwa für Personalkosten werde nur gewährt, wenn der Bedarf dafür nachgewiesen ist: „Die Mittel sind natürlich zweckgebunden.” Sollte die Stadt hingegen beabsichtigen, ihren Anteil an der Förderung des Theaters zu kürzen, werde das Ministerium „die dadurch entstehende Finanzierungslücke nicht auffangen können”.

Das Rathaus hingegen vertrat laut Seemann mit Blick auf die zwischen Stadt und Land aufgeteilte Theaterförderung eine andere Ansicht: Nachdem Potsdam die Tarifaufwüchse am Hans-Otto-Theater in den vergangenen Jahren einseitig ausgeglichen habe, könne mit einem Tarifausgleich des Landes Geld für andere Empfänger frei werden. Dieses Kalkül sei nun aufgegangen. Den Differenzbetrag zwischen den 69 000 Euro vom Land und den insgesamt zugesagten 82 000 Euro für die Freien finanziert die Stadt aus Einsparungen, die sich aus dem Verzicht auf einen Umzug des Museumsdepots ergeben.

Von Volker Oelschläger

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