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Potsdam Heimischer Bauträger feiert Richtfest
Lokales Potsdam Heimischer Bauträger feiert Richtfest
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16:51 15.06.2015
Mila-Chef Michael Laschinsky inmitten der Häuser an der Mies-van-der-Rohe-Straße im Bornstedter Feld. Quelle: Rainer Schüler
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Bornstedter Feld


Der Mietwohnungsbau boomt wieder. Zumindest im Bornstedter Feld. Überall werden Baugruben ausgehoben, Leitungen verlegt. Es drehen sich die Kräne, Betonmischer fahren vor, die Häuser schießen wie Pilze aus dem Boden, alle paar Wochen wird irgendwo ein Richtfest gefeiert. So auch dieser Tage im „Architekten-Kiez“ an der Mies-van-der-Rohe-Straße, wo die Potsdamer Bauträgergesellschaft Mila zusammen mit dem Bayerischen Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgungswerk den blau-weiß-geschmückten Efeukranz über einem Komplex aus 198 Mietwohnungen aufzogen, die im April kommenden Jahres bezugsfertig sein sollen. Insgesamt 18 Mehrfamilienhäuser entstehen hier, verteilt auf sieben Objekte, dazu drei Tiefgaragen und acht Gewerbeeinheiten der gesundheitlichen Versorgung, Arztpraxen und eine Physiotherapie.

Straßenansicht des neuen Komplexes. Diesen „Riegel“ vermarktet Laschinsky selbst. Quelle: Rainer Schüler

32,7 Millionen Euro werden investiert, von denen das Versorgungswerk schon im Jahr 2013 und damit noch vor Baubeginn rund 25 Millionen Euro aufbrachte für 138 Wohnungen in sechs Baukörpern und für zwei Tiefgaragen. Die Häuser sind nur vier Etagen hoch und sind nach Angaben ihres Leipziger Architekten Jörg Baumgardt barrierefrei, aber nicht behindertengerecht. Die Ein- bis Vier-Raum-Wohnungen sind zwischen 48 und 102 Quadratmeter groß und vermutlich zu Kaltmieten um die zehn Euro zu haben.

Der Innenhof des Karrees mit einem Spielplatz in der Mitte. Quelle: Baumgardt-Architekten

Mit der renditeträchtigen Kapitalanlage in Potsdam geht das Versorgungswerk einen weiteren Schritt zur Sicherung der Altersbezüge für ihre fast 40 000 Mitglieder: Rechtsanwälte der drei bayerischen Anwaltskammern München, Nürnberg und Bamberg, der beiden Steuerberaterkammern München und Nürnberg sowie der Patentanwälte der Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen. Bislang habe man sich bei den Geldanlagen auf die deutschen Großstädte konzentriert, die hohe Sicherheit bieten, sagt Harald Ochsen vom Versorgungswerk. Potsdam sei als B-Standort eingestuft, aber in dieser Kategorie der Spitzenreiter. Das Versorgungswerk würde gerne mehr Geld in Potsdam verbauen. Dieses Interesse hat auch die Bayerische Versorgungskammer als Dachorganisation von zwölf Versorgungswerken im Freistaat; sie hat sich schon massiv in der Speicherstadt eingekauft. Auf rund 70 Milliarden Euro beziffert der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ulrich Böger das Anlagevermögen der Kammer.

Für die gleichfalls zur Münchener Kammer gehörende Versorgungsanstalt der Deutschen Bühnen baut Mila ganz in der Nähe, an der Kiepenheuerallee. 216 Wohnungen entstehen dort, und bei beiden Projekten behält Mila-Chef Michael Laschinsky die Gebäuderiegel an der Straße in der eigenen Vermietung. weil sie weniger attraktiv für die Geldanleger aus Bayern sind.

Architekt Jörg Baumgardt ist froh, dass es wieder Geschosswohnungsbau im Osten Deutschlands gibt. „So zwischen 1998 und 2010 hat man faktisch gar keine Mehrfamilienhäuser mehr gebaut, weil die Mieterwartungen das unrentabel erscheinen ließen. Jetzt sind die Mieten hoch genug dafür.“

Simulation des Gesamtobjektes. Quelle: Baumgardt-Architekten

Michael Laschinsky (52) hat seine Mila-Firmengruppe seit 1994 am Markt und davor mehrere andere Gesellschaften geleitet, einige zusammen mit dem Potsdamer Bauunternehmer Holger Behnke. Die Mila Bauträgergesellschaft gibt es Laschinsky zufolge seit 2012 und hat schon rund 1000 Wohnungen errichtet. Neben dem Projekt Mies-van-der-Rohe-Straße mit 198 und dem an der Kiepenheuerallee mit 216 Wohnungen stehen im Mila-Portfolia 55 Wohnungen am Moosfenn in der Waldstadt II und 70 in der Erich-Weinert-Straße der Waldstadt I.

Von Rainer Schüler

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