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Potsdam Risse im Eis – Polizei räumt Heiligen See
Lokales Potsdam Risse im Eis – Polizei räumt Heiligen See
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17:50 04.03.2018
Gut zu erkennen, ein Teil des Sees ist gefroren – ein großer Teil des Heiligen See ist aber nicht von einer Eisfläche überzogen.
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Berliner Vorstadt

An der Manger-und Seestraße unweit des Heiligen See reiht sich Auto an Auto. Die Kennzeichen sind bunt gemischt: aus Potsdam, dem Umland und sogar Berliner Fahrzeuge stehen dazwischen.

Bevor ab Montag das nächste Tiefdruckgebiet über Potsdam zieht und Plusgrade bringt, wollen die Potsdamer und ihre Gäste das schöne, kalte Wetter ausnutzten. Auf den teilweise gefrorenen Seen der Stadt herrschte gestern Hochbetrieb.

Auf Heiligen See etwa tummeln sich am Nachmittag einige Hundert Menschen auf der Eisfläche. Am Ufer haben Anwohner Tische aufgebaut und verkaufen selbst gebackene Muffins sowie Getränke. Der Glühwein ist schon ausverkauft.

Natürlich ist es schön, an einem Wintertag auf einem See Schlittschuh zu fahren. Aber es ist eben auch gefährlich. Polizei und Feuerwehr warnen vor dem Betreten von Eisflächen. Unsere Bildergalerie zeigt Fotos vom schön gefährlichen Wochenende in Brandenburg.

Es herrscht ein fröhliches, ausgelassenen Treiben auf der Eisfläche – obwohl die Eisdecke nicht geschlossen ist. Risse durchziehen das Eis, in der Ferne sieht man das Wasser noch glitzern und kurz vorm Uferrand hat sich ein etwa 20 Zentimeter dicker Spalt gebildet. Die Menschen scheint das nicht zu stören, sie steigen einfach darüber hinweg.

Viele Familien sind auf dem Eis unterwegs

Besonders auffällig ist, wie viele Familien auf dem Eis unterwegs sind. Einige mit Schlittschuhen, andere ziehen ihre Kinder auf dem Schlitten hinter sich her. Eine Mutter drückt ihren Sprösslingen im Kindergartenalter Hockeyschläger in die Hand und die beiden Jungs flitzen los.

„Nein, Sorge, dass das Eis bricht, haben wir nicht“, sagt Hans von Bülow. Der Potsdamer ist mit seiner Familie auf dem See unterwegs. „Es knackt auch nicht“, ergänzt sein Sohn Lukas (12). Beide warten auf Lukas’ Mutter, die das Auto holt. „Wir haben unsere Schuhe und alles andere auf der anderen Seite des Sees stehen lassen“, erklärt Vater Hans. Zuvor konnten die drei noch über den gesamten See fahren, das war am Nachmittag nicht mehr möglich. „Da ist jetzt so ein Riss“, sagt Lukas.

Mann bricht samt Quad ins Eis ein

Unglück am Gördensee – Mann bricht ein

Eine Französin aus Grenoble war am Samstag schon Schlittschuhlaufen. „Es ist schön“, sagt sie mit einem Lächeln. Aber auch ihre Schuhe stehen auf der anderen Seeseite, die mit Schlittschuhen nun unerreichbar ist.

Nicht alle sind so sorglos. Eine Frau am Rande des Ufers ruft ihr Kind zurück. Es soll nicht so weit auf das Eis gehen. „Ich kann die Leute nicht verstehen“, sagt sie und schüttelt den Kopf. „Schon in der Kita bekommt mein Sohn gesagt, dass er nicht auf das Eis gehen soll“, ergänzt sie.

Warnungen der Polizei erweisen sich als

Die Leitstelle der Feuerwehr Potsdam warnt indes vor dem Betreten der Eisflächen. Das Eis sei weder tragend, noch durchgängig. Glücklichweise habe es noch keine Eisrettung mit, teilten die Kameraden mit. Auch die Polizei Brandenburg warnt: „Trotz Dauerfrost in den letzten Tagen gibt es keine Garantie für sicheres Eislaufen! Wer zugefrorene Seen, Flüsse und Kanäle betritt, gefährdet sich und andere.“

Am Nachmittag ist dann zu sehen, wie wahr die Warnungen sind. Die Polizei räumt mit dem Ordnungsamt gegen 16 Uhr die Fläche. „Da ist ein Riss im Eis“, bestätigt Sprecherin Kerstin Hölzer der MAZ auf Nachfrage. Ein Augenzeuge berichtete zuvor, ein Kind sei an einer Eisbruchkante eingebrochen. Hölzer ist ein Unfall jedoch nicht bekannt.

Tina Goffarth aus Kleinmachnow konnte die Eisfläche noch in Gänze befahren. Sie freute sich über das sonnige Wetter und dass sie sich die schöne Architektur mal von der Seeseite anschauen konnte. „Ich habe schon Respekt. Das Eis knackt aber auch nicht“, berichtet sie. Die vielen Menschen auf dem See gäben ihr zusätzlich noch ein Sicherheitsgefühl. „Ganz hinten“, sagte sie und zeigte auf besagten Riss, „ist eine Lücke. Da fahre ich auch nicht mehr drüber“. Dann wollte sie aber doch noch die letzten Sonnenstrahlen genießen. So, wie viele andere auch. Am frühen Nachmittag kamen weitere Menschen auf das Eis gelaufen – die Schlittschuhe unterm Arm.

Von Lisa Neumann

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