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Rosenparadies inmitten der Waldsiedlung

MAZ zu Hause in Wildpark-West Rosenparadies inmitten der Waldsiedlung

Carla Schmidt (88) aus Wildpark-West nennt einen bunten und duftenden Rosengarten hinter ihrem Haus ihr Eigen. Auch in diesem Jahr will sie ihn Besuchern zeigen, obwohl sie das eigentlich nicht mehr machen wollte. Aber die Rosen haben sie so überwältig, dass es für sie alleine zu schade sei. Die rüstige Rentnerin ist froh, dass sie ihre Rosen hat.

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Ab Sonnabend zeigt Carla Schmidt wieder die Blütenpracht in ihrem Garten.

Quelle: Foto: Luise Fröhlich

Wildpark-West. Fast alle Rosen in Carla Schmidts Garten haben einen Namen. Sie heißen Aphrodite, Chippendale, Ilse Girl, Schwarze Madonna oder Heidi Klum. Von manchen Sorten gibt es mehrere. Die 88-Jährige kennt sie fast alle auswendig und weiß, wo die Pflanzen in ihrem Garten stehen. 180 bis 200 Rosen sind es an der Zahl. Sie verwandeln mit ihren vielseitigen Blüten ihr 1000 Quadratmeter großes Grundstück in einen bunten und duftenden Rosenwald. In der Vergangenheit hat ihn Carla Schmidt im Sommer für Besucher geöffnet. Eigentlich wollte sie es in diesem Jahr nicht mehr machen, aber die Schönheit der Rosen hat sie überwältigt. „Für mich alleine ist der Garten zu schade“, sagt die rüstige Rentnerin. Deshalb entschied sie sich, ihre Türen am Sonnabend, 17. Juni, doch wieder zu öffnen.

Anfang der 90er-Jahre begann Carla Schmidt Rosen in ihrem Garten in der Waldsiedlung in Wildpark-West zu setzen. Los ging es damals mit Pflanzen vom Discounter. Mittlerweile kauft sie Neuankömmlinge meist bei der Gärtnerei Gentz in Werder. „Da steckt eine Menge Geld in meinen Garten. Es waren alles mal ganz kleine Pflanzen und jetzt sind es so große Büsche geworden“, sagt sie. Einige Rosen rankeln fast doppelt so hoch wie Carla Schmidt groß ist. „Eigentlich müsste ich da hoch, um die Knospen, die zu viel sind, abzubrechen, aber das schaffe ich nicht mehr“, sagt sie. Ein bisschen Hilfe bekommt sie bei der Pflege des Rosengartens von ihren Kindern, die in der Nähe wohnen.

Streift sie durch den Garten, fällt ihr zu jeder Pflanze eine kleine Geschichte ein. „Ich hab was gegen Gänseblümchen und gegen Butterblumen auf der Wiese“, sagt Carla Schmidt. Die würden den Rasen so rutschig machen. Sobald eine Blüte zu sehen ist, geht sie ihr an den Kragen. Es lässt den Garten gepflegter aussehen. Etwa 60 Prozent der Rosen duften, erzählt die Seniorin stolz. Und jede ein bisschen anders. Bis Weihnachten hat sie ihre Freude an den Sträuchern. Gießen, Rasen mähen und beschneiden macht sie, soweit es geht, alles allein. „Man muss es lieben. Aber auch fürs Alter ist es wichtig, eine Aufgabe zu haben und nicht nur vor dem Fernseher zu sitzen. Natürlich macht es Arbeit, aber man hat Bewegung und Freude daran“, erzählt sie. Nach ihrer Scheidung hätten ihr die Rosen Trost gespendet. „Ich spreche auch mit ihnen, zum Beispiel wenn sie nicht so wollen oder wenn die Blüten dann doch noch aufgehen“, so Carla Schmidt.

Für stärkere Stiele gibt sie den Pflanzen eine Kalium-Magnesium-Mischung. Gedüngt wird nur mit Pellets und die Läuse an den Stämmchen bekämpft sie mit Fit-Wasser. In diesem Jahr seien die Blüten besonders schön, sagt Carla Schmidt, die 1971 nach Wildpark-West kam. Sonst kämen sie immer erst Ende Juni so richtig durch, aber jetzt stehen die Kletterrosen schon in voller Blüte und bis zum Wochenende sollten auch die Edelrosen nachziehen.

Carla Schmidt stammt aus Oderberg bei Bad Freienwalde. Zuletzt hatte sie im Hygieneinstitut auf Herrmannswerder gearbeitet. 1988 haben Schmidts das alte Haus in Wildpark gekauft. Ihr Gatte teilte die Leidenschaft für den Garten nicht. Die frühere Arzthelferin und Mutter von zwei Ärzten aber hat mit Mühe, Schweiß und Zielstrebigkeit gearbeitet und nach der Wende vier Putzstellen in West-Berlin angenommen, um die Sanierungen bezahlen zu können.

Der Rosengarten ist am 17. Juni von 10 bis 16 Uhr im Fuchsweg 11a in Wildpark-West zu bestaunen.

Ältestes Rosarium befindet sich in Frankreich

„Rosarium Uetersen“ steht inmitten von Carla Schmidts Rosengarten. Sie ist eine moderne Kletterrose aus den Hause W. Kordes’ Söhne, zu Ehren des Rosariums Uetersen in Uetersen, dem ältesten und größten Rosengarten in Norddeutschland. Die Firma Kordes züchtete sie aus den Sorten „Karlsruhe“ und „Seedling“.

Die erste bekannte Rosensammlung pflanzte Joséphine, Gattin Napoleons I. in Malmaison unweit von Paris. In ihrem Todesjahr umfasste der Rosengarten rund 250 Rosensorten – alle erhältlichen Rosensorten ihrer Zeit.

Das älteste noch bestehende Rosarium ist von Jules Gravereaux (1844–1916), einem französischen Geschäftsmann, 1899 angelegt worden. Es handelt sich dabei um die Roseraie du Val-de-Marne in L’Haÿ-les-Roses südlich von Paris, das größte Rosarium Frankreichs.

Von Luise Fröhlich

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