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Rote Infobox: Ab durch die Mitte

Wissenswertes Rote Infobox: Ab durch die Mitte

Mit After-Work-Rundgängen, Sonntagsspaziergängen und Fachleuten will der Sanierungsträger die Bürger über die Pläne in der neuen, alten Mitte informieren. Mittelpunkt ist die Infobox – dort gibt es nicht nur Fakten, sondern auch Kekse. Und zwar „Sonderanfertigungen“ in Form der geplanten Wohnblöcke. Die Liebe zur Mitte soll eben auch durch den Magen gehen.

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Die Rote Infobox gegenüber des Stadtschlosses.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ war der Titel eines 1972 gedrehten Films von Kult-Regisseur Woody Allen. Und in Potsdam? Da schert man sich offiziell nicht so sehr um die Leibesmitte, sondern um eine andere Zone, die für Erregung sorgt: die Stadtmitte. Wissbegierige haben seit Donnerstagvormittag nun eine Anlaufstelle an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Schlossstraße.

Noch bis zum 3. Juli dreht sich in der Roten Infobox alles um die weiteren Pläne in der Mitte, insbesondere für das Areal der heutigen alten Fachhochschule am Alten Markt. Freitags, samstags und sonntags ist die Box – komplett mit Sesseln, Wandkarten und einem Innenstadtmodell im Maßstab 1:500 – mit Mitarbeitern des Sanierungsträgers und Stadtplanern besetzt. Weil die Liebe auch durch den Magen gehen soll, können Besucher tüchtig bei den angebotenen Mürbeteigkeksen zulangen. Sie haben die leicht längliche Form der Wohnblöcke III und IV, die anstelle der alten FH entstehen sollen. „Alle selbst gebacken in einer Nachtschicht“, flachste Sanierungsträger-Geschäftsführer Bert Nicke bei der Eröffnung, räumte dann allerdings ein, dass das Naschwerk auf das Konto einer Potsdamer Bäckerei geht.

Öffnungszeiten der Infobox


Die Box ist jeweils freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

 

Darüber hinaus bietet der Sanierungsträger mittwochs 19 Uhr einen After-Work-Rundgang unter dem Motto „Unsere Stadt von morgen“ und geführte Sonntagsspaziergänge „Rund um den Alten Markt“ um 15 Uhr an.

„In der Infobox wollen wir zeigen, wie es mit dem Areal zwischen Friedrich-Ebert-Straße, Schlossstraße, am Alten Markt und Am Kanal weitergehen soll“, erklärte Nicke dann. Wie berichtet, sollen nach dem Willen der Verwaltung auf dem FH-Areal zwei Wohnquartiere mit Wohnungen, Büros, Gastronomie und kleinen Läden entstehen – derzeit wird die entsprechende Beschlussvorlage in Stadtverordneten-Ausschüssen diskutiert. Spätestens seit dem Start des Bürgerbegehrens, das sich unter anderem gegen die Verwendung öffentlicher Mittel für den FH-Abriss wendet und mittlerweile seit April 11 600 Unterschriften gesammelt hat, ist das Ganze ein heiß diskutiertes Thema in der Stadt. Das Info-Angebot vor Ort sei aber unabhängig davon schon länger geplant gewesen, verwies Nicke auf die notwendige längere Vorlaufzeit. So war für die Aufstellung eine Baugenehmigung notwendig.

In der 54-Quadratmeter-Box kann man anhand des Stadtmodells, das mit niedlichen Holzgebäuden und Miniatur-Bäumchen bestückt ist, schon mal den Blick in die Zukunft aus Sicht des Sanierungsträgers tun: Mit einem Handgriff – schwupp – kann man da einige Baukörper wegnehmen und durch Wohnkarrees ersetzen.

In der Realität gehen die Dinge nicht so flugs. Zunächst fordern die Linken eine Einwohnerversammlung zum Leitbautenkonzept. Den Nutzen des Info-Treffs, der schon bei der Lustgarten-Debatte zum Einsatz kam, sieht Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg skeptisch: „Die Erfahrungen mit der Box sind – bezogen auf den Lustgarten – eher negativ.“

Von Ildiko Röd

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