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Potsdam Pfingstberg: Grüne unterstützt Mäzen Döpfner
Lokales Potsdam Pfingstberg: Grüne unterstützt Mäzen Döpfner
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00:20 03.06.2015
So schön könnte der Pfingstbergpark wieder aussehen, von der Villa Henckel Döpfners bis runter an die Große Weinmeisterstraße. Quelle: Archiv
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Nauener Vorstadt

Die Grünen-Stadtverordnete und Stiftungs-Kustodin Saskia Hüneke fordert „mehr Augenmaß“ in der Debatte um die Pfingstberg-Parksanierung. Der MAZ gegenüber warnte sie am Sonntag vor einer „rudimentär bleibenden Erhaltung“ des Parkes durch die Stadt und warb dafür, den Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, der die Villa Henckel oben auf dem Berg besitzt, den Park und die Villa Schlieffen darin sanieren zu lassen.

Damit bricht die Denkmalschutzexpertin Hüneke klar aus der Mehr-Parteien-Koalition von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) aus, der dem Wunsch vor allem der Linken und seiner eigenen Partei folgen will, Döpfner nicht noch mehr Parkflächen privat zu überlassen, sondern jene zwei Drittel, die Eigentum der Schlösserstiftung sind, auf Kosten Potsdams zu sanieren. Hüneke räumt zwar ein, dass Döpfners Angebot einer denkmalgetreuen Komplettsanierung und 40-jährigen Pflege gegenüber einer öffentlichen Finanzierung die „nur die zweitbeste Lösung“ des Problems ist, sie betzeichnet sie aber als „dankenswerterweise realistisch“. Vertreter der Stadt, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten )SPSG) und Döpfners hätten von anfangs „weit auseinander liegenden Zielen“ zu einem „echten Kompromiss“ gefunden. Einen B-Plan zu ändern, sei „nicht ungewöhnlich“ erklärte sie und tritt damit all jenen Stadtverordneten und dem Baudezernenten Mathias Klipp (Grüne) entgegen, die das kategorisch ablehnen.

Der Park sei einer der größten nichtköniglichen Privatgärten der Potsdamer Kulturlandschaft und stehe nicht ohne Grund unter Denkmalschutz, betont Hüneke. Er wurde ab 1872 von Gustav Meyer angelegt, dem Schöpfer auch der Berliner Volksparks Friedrichshain und Treptow. Seine Substanz sei trotz langer Vernachlässigung in den Altbäumen, dem Geländeprofil, den Wegespuren, den Wasserleitungen, Fundamenten und Zaunresten erhalten; viel sei schon auf Döpfners Kosten unter Schuttbergen freigelegt worden.

Das Übernahmeangebot der Stadt sei voreilig. Eine bloße Geländesicherung, die schnellstmöglich den Zaunabbau ermöglicht, müsse man ablehnen, weil die Schnellsicherung zur Schädigung der Parksubstanz führen könne. Die Bestandserfassung und Erforschung des Gartens betreffen ihrer Beurteilung nach nicht nur die Begehbarkeit, sondern auch die Denkmalsubstanz. Gegenüber der „rudimentären Erhaltung“ durch die Stadt sei die von Döpfner zugesicherte Wiederherstellung „deutlich nachhaltiger und eröffnet die ganze Schönheit des Gartendenkmals. Wir lebten heute nicht in einem solchen Paradies, wäre das nicht ein erfolgreiches Prinzip, angewandt im Interesse einer breiten Öffentlichkeit.“ Vielen Menschen sei „nicht klar, wieviel Kenntnis, liebevolle Mühe und weise Voraussicht in dem steckt, was sie selbstverständlich genießen.“

Der Park enthält viel alten Baumbestand, aber auch sehr viele Gefahrenquellen. Quelle: Rainer Schüler

Das Beharren auf der Begehbarkeit der Parkwege der Wege zwischen Döpfners privatem und dem öffentliche Parkteil komme „recht ideologisch daher“ und erscheine „überzogen“, erklärte Hüneke. Sie schlägt vor, die denkmalgerechte Sanierung des Parkes an der Straße zu beginnen und nach oben fortzusetzen, um den Bauzaun unten schnellstmöglich weiter den Berg hinauf zu versetzen und Parkflächen zu öffnen. Dazu müsse man aber den vorgeschlagenen Kompromiss zur Parkvergrößerung von Döpfner akzeptieren. Man könne immer noch über Details zum Zaunverlauf und eine naturnahe Kindererziehung im öffentlichen Teil reden, spielt sie auf die Nutzung des verwilderten Parkes als Abenteuerspielplatz der Anlieger-Kinder an.

Nicht zuletzt beinhalte der Döpfner-Kompromiss die Rettung der Villa Schlieffen sowie die öffentliche Präsentation der privaten Kunstsammlung Döpfners, erklärt Hüneke. Auch hier werde zu kurz gedacht und nicht erkannt, dass „Potsdam eine Stadt ist, in der solche Sammlungen eine Heimat suchen. Das könnte weitere Nachahmer finden, würde den Ruf der Stadt als offene Kunststadt und die Gruppe der Kultur- und Gedenkstätten am Fuße des Pfingstberges stärken.“

Von Rainer Schüler

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