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Rückendeckung für Jakobs im Pfingstbergstreit

Kommunalpolitik unterstützt Übernahme des umstrittenen Parks durch die Stadt Rückendeckung für Jakobs im Pfingstbergstreit

Der überraschende Vorstoß von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zur Übernahme des Welterbe-Parks am Pfingstberg durch die Stadt findet breite politische Zustimmung. Nach bisherigen Plänen würde das sechs Hektar große Gelände aus Privatmitteln eines Mäzens saniert und dann nur noch eingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

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Die umstrittene Parkanlage am Pfingstberg soll öffentlich zugänglich bleiben.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Der Vorschlag von Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), mit der Übernahme des umstrittenen Welterbe-Parks am Pfingstberg durch die Stadt dessen öffentliche Nutzung zu sichern, findet trotz zu erwartender Kosten für Sanierung und Unterhaltung der historischen Anlagen breite politische Unterstützung. Neben Linken, Grünen und der Fraktion „Die Andere“, die in den vergangenen Monaten am vehementesten gegen die Sperrung der sechs Hektar großen Anlage rings um die Villen Schlieffen und Henckel protestiert hatte, signalisierten auch SPD und CDU Rückendeckung für Jakobs.

„Grundsätzlich freue ich mich über alles, was die Öffentlichkeit der Parks erhält“, sagte SPD-Fraktionschef Mike Schubert. Zunächst müsse aber „die Finanzierbarkeit geklärt werden“. Sein CDU-Kollege Matthias Finken bekannte: „Ich bin im Moment hin- und hergerissen.“ Allerdings müsse klar sein: „Was kostet das? Wie wird es finanziert? Und wo kommt das Geld her?“ Zwei Zahlen sind bekannt: 40 000 Euro, die laut Jakobs benötigt werden, um mit der Entfernung gröbsten Wildwuchses im Park Verkehrssicherheit herzustellen. Und 1,8 Millionen Euro, die Springer-Vorstand Mathias Döpfner in Absprache mit der Schlösserstiftung privat in die Sanierung der Anlagen und der ruinösen Villa Schlieffen investieren wollte. Als Gegenleistung sollte der Mäzen nach der ursprünglichen Vereinbarung den sechs Hektar großen Park für zunächst 40 Jahre teils privat nutzen können. Der Stiftung selbst fehlen die Mittel für die Sanierung.

Vor zwei Jahren begannen die Verhandlungen. Eine erste öffentliche Information gab es seitens der Stiftung am 19. Mai 2014 in einer Veranstaltung für die Anwohner. Kurz darauf begann die Absperrung des Parks mit einem mehr als einen Kilometer langen Bauzaun, gegen den mittlerweile zwei Bürgerinitiativen anstürmen.

Im Oktober 2014 drohte Döpfner angesichts anhaltender Proteste erstmals mit einem Rückzug. „Was gut gemeint war, wird plötzlich negativ ausgelegt“, sagte er damals zur MAZ. Die zweite Absage Döpfners, der sich dazu noch nicht selbst geäußert hat, wurde Anfang Mai kolportiert: Grund war der Streit um eine von Döpfner geforderte Ausweitung der generell privat genutzten Flächen auf 40 Prozent des Gesamtareals.

Voraussetzung dafür wäre eine Änderung des Bebauungsplans, die jedoch im jüngsten Hauptausschuss klar abgelehnt wurde. Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg hält die mit einer Übernahme des Parks durch die Stadt verbundenen Kosten ebenso überschaubar wie sein Grünen-Kollege Peter Schüler. Beide argumentieren, die Anlage müsse nicht zwingend denkmalgerecht saniert werden, um Verkehrssicherheit herzustellen und die öffentliche Nutzung zu garantieren.

Von Volker Oelschläger

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