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Potsdam Zehn Tage ohne S-Bahn: Das kommt auf Potsdam zu
Lokales Potsdam Zehn Tage ohne S-Bahn: Das kommt auf Potsdam zu
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09:15 18.03.2019
Rund um den Potsdamer Hauptbahnhof sieht schon alles nach Baustelle aus. Quelle: Stefan Gloede
Potsdam

Zehn Tage lang wird zwischen Potsdam und Berlin keine S-Bahn fahren. Die S7, die sonst zwischen Potsdam und Ahrensfelde verkehrt, fällt aus. Und auch bei der S1 gibt es Bauarbeiten. Alles, was Pendler jetzt wissen müssen.

Was fällt genau aus?

Von Donnerstagabend, 22 Uhr an, fährt die S7 nicht zwischen Potsdam-Hauptbahnhof und Berlin-Westkreuz. Das gilt bis Montagmorgen. Direkt im Anschluss aber wird es kaum besser, denn dann ist die S7-Strecke zwischen Potsdam und Wannsee gesperrt. Erst ab dem 25. März soll es wieder den üblichen S-Bahn-Verkehr geben.

Für diejenigen, die zusätzlich auf die S-Bahnlinie 1 von Wannsee nach Oranienburg angewiesen sind, kommt es rund ums Wochenende noch dicker, denn auch hier wird gebaut. Die S1 fährt in der Nacht von Donnerstag zu Freitag nicht zwischen Wannsee und Zehlendorf, von Freitag bis zum Betriebsschluss am Sonntag dann durchgehend nicht zwischen Wannsee und Schlachtensee. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet.

Achtung: Am Donnerstag wird zusätzlich bei der BVG in Berlin gestreikt. Allerdings fahren diesmal nur die Busse nicht, und auch hier sind nicht alle Linie betroffen. Welche trotzdem fahren, lesen Sie hier.

Warum ist das so?

Die Sperrung hat zwei Gründe. Zum Einen wird zwischen dem Potsdamer Hauptbahnhof und der Nuthestraße das lang ersehnte zweite Gleis für die S-Bahn in Betrieb genommen, dafür sind noch Arbeiten notwendig. Wenn das zweite Gleis in Betrieb ist, werden die einander entgegenkommenden Bahnen in Babelsberg nicht mehr aufeinander warten müssen. Dadurch verkürzt sich die Fahrtzeit ab dem 25. März um einige Minuten. Ab dann gelten auch neue Fahrpläne.

Zum Anderen wird die Sicherheitstechnik in den Zügen umgestellt. Bislang setzt die S-Bahn ein Sicherungssystem ein, das noch aus den 1920er-Jahren stammt, doch nach und nach wird das gesamte Streckennetz auf das neue so genannte Zugbeeinflussungssystem umgerüstet. Das sorgt zum Beispiel dafür, dass ein Zug automatisch gestoppt wird, wenn sein Fahrer ein Haltesignal ignoriert.

Wie fährt der Ersatzverkehr?

Die Bahn bietet Schienenersatzverkehr mit Bussen an. Am Hauptbahnhof fährt der Ersatzverkehr am ZOB nahe des Bussteigs acht ab. In Babelsberg halten die Busse an den Stationen Wattstraße und Schulstraße. Die Haltestelle am Bahnhof Griebnitzsee befindet sich in der Rudolf-Breitscheid-Straße und nicht wie gewohnt zwischen Bahnhof und Campus.

Die Busse fahren in der üblichen S-Bahn-Taktung, die Abfahrtszeiten sind am besten in den Apps und auf der Homepage der S-Bahn einsehbar. Da die Busse langsamer fahren als die Bahnen, müssen Pendler mit deutlich längeren Fahrtzeiten rechnen: Statt beispielsweise vom Potsdamer Hauptbahnhof aus binnen 24 Minuten am Westkreuz zu sein, wird die Fahrt während der Sperrung mit dem Bus, die zudem einen Umstieg erfordert, mehr als 40 Minuten dauern.

Die eingesetzten Fahrzeuge sollen überwiegend barrierefrei sein. Dennoch können Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder nur entsprechend den Kapazitäten in den Fahrzeugen transportiert werden – Fahrgäste, die ihr Rad mitnehmen wollen, haben dann im Zweifel das Nachsehen, denn Rollis und Kinderwagen werden vorrangig mitgenommen. Achtung: In den Bussen können keine Fahrkarten gekauft werden.

Zu Komplex, Herr Maulwurf – ein Kommentar von Saskia Kirf

Baustelleninformationen der Bahn werden den Fahrgästen seit mehr als zwei Jahrzehnten von Max Maulwurf präsentiert, einer niedlichen Comicfigur, die mit humorigen Sprüchen für Verständnis bei langatmigen Baumaßnahmen wirbt. Dass manche Dinge nun einmal sein müssen, steht gar nicht zur Debatte. Das zweite Gleis zwischen dem Potsdamer Hauptbahnhof und Babelsberg wird seit Jahren gebraucht. Dieser seltsame Umstand, dass die Bahnen in Babelsberg aufeinander warten müssen, gehört abgeschafft.

Die Information über die Sperrung zwischen Potsdam und Berlin ist satte 16 Seiten stark, vorn prangt Max Maulwurf. Der interessierte Bahnfahrende muss schon einiges an Zeit mitbringen, um den Aushang überhaupt in Gänze zu lesen. Und dann braucht er auch noch starke Nerven, weil die Struktur der Informationen sich nicht beim ersten Überfliegen erschließt. Wo sich die Ersatzhaltestellen für die S 7 befinden, steht in einer wenig übersichtlichen Tabelle im Mittelteil. Nachdem man alles über die S 1 gelesen hat, merkt man das. Dabei sind Tausende Berufspendler, Touristen und Gelegenheitsfahrer betroffen, wenn die S-Bahn mehr als eine Woche lang nicht nach Potsdam fährt. Informationen, die jeder mit einem Blick erfassen kann, wären hier wichtiger als ein niedlicher Maulwurf: Was fällt aus und wie komme ich jetzt hier weg? Übersichtliche Infos statt eines Flyers von der Dicke einer Tageszeitung – das wäre kundenfreundlich.

Gibt’s andere Möglichkeiten?

Die Regionalbahnen fahren auf anderen Gleisen als die S-Bahn, deshalb sind sie von den Einschränkungen nicht betroffen, RE 1, RE 7 und RB 22 fahren ganz normal. Wie die Bahn mitteilt, wird die Strecke der RB 21 (Griebnitzsee – GolmKönigs Wusterhausen) in der Woche vom 18. bis zum 22. März in den Stoßzeiten bis nach Wannsee verlängert.

Außerdem bietet die MAZ allen Betroffenen die Möglichkeit, sich ganz einfach zu vernetzen. Auf unserer Facebookseite MAZ Potsdam haben wir eine Mitfahrzentrale eingerichtet.

Die MAZ-Mitfahrzentrale Zehn Tage lang fährt die S-Bahn nicht zwischen Potsdam-Hauptbahnhof und Berlin, Donnerstagabend...

Gepostet von MAZ Potsdam am Dienstag, 12. März 2019
Wer mit dem Auto von Potsdam nach Berlin oder andersherum fährt, kann hier ohne großen bürokratischen Aufwand freie Plätze anbieten, wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, kann auch das tun. Schließlich fährt es sich zusammen nicht nur lustiger, sondern auch umweltfreundlicher.

Wann wird wieder gebaut?

In den nächsten Monaten haben die Potsdamer und Berliner Pendler Ruhe. Doch Ende August sollen zwischen Wannsee und Potsdam Weichen erneuert werden, dann wird wieder für einige Tage der Ausnahmezustand herrschen.

Was sagen die Pendler?

Manuel Stephan ist überrumpelt: „Echt, die S-Bahn fährt bald nicht?“ Für den 31-Jährigen ist das aber kein großes Problem. „Naja, die S-Bahn ist für mich das bequemste Verkehrsmittel und es ist unangenehm, wenn sie wegfällt, aber dann nehme ich eben die Straßenbahn oder das Fahrrad.“ Der angehende Erzieher hat Glück. Er muss drei Tage in der Woche nur vom Hauptbahnhof nach Babelsberg fahren, zu seinem Arbeitsplatz in einem Hort.

Andere treffen es weniger gut. So eine Berlinerin, die täglich mit der Bahn nach Potsdam muss. Sie scheint wütend, als sie am Bahnhof die Aushänge zur Baustelle studiert. „Ich fahre dann eben Regionalbahn, falls ich da rein komme“, sagt sie. Sie rechnet damit, dass die Regionalzüge sehr voll werden. „Das ist eine Halblösung und es ist halt so, wie man das kennt von der Deutschen Bahn. Aber das ist ja nichts Neues.“ Schienenersatzverkehr ist für sie keine Option. „Der fährt ja halb über Rostock und ob er kommt oder nicht, weiß man ja auch nicht.“

Von Saskia Kirf und Annika Jensen

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