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SFEN-Highlight: Lake Jumping

Sprung mit dem Rad in den Tiefen See SFEN-Highlight: Lake Jumping

Zum 13. Mal gibt es am Sonnabend in Potsdam ein „Lake Jumping“, bei dem tollkühne Radler auf BMX und Mountainbikes über eine Rampe kunstvoll in den Tiefen See springen. Erfunden wurde das Spektakel von Aktiven des Babelsberger Lindenparks 1998 in der Potsdamer Innenstadt.

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BMX-Veteran André Frosch bei einem Sprung in den Tiefen See.

Quelle: Ronny Budweth

Potsdam. Verwegen und kunstvoll zugleich sind die Sprünge mit BMX und Mountainbikes, die am Sonnabend zum Festival „Stadt für eine Nacht“ vor großem Publikum in der Schiffbauergasse absolviert werden. Es ist das mittlerweile 13. Mal, dass der Jugendclub JWD des Babelsberger Lindenparks Fahrradexperten aus ganz Deutschland zum „Lake Jumping“ einlädt.

Erfunden wurde das Spektakel Ende der 1990er Jahre in der Potsdamer Innenstadt. André Frosch (40) gehörte zu einem kleinen Kreis von Jugendlichen, die den Platz am Alten Markt vor der Fachhochschule mit kleineren Elementen als Anlaufpunkt für Skater und BMX-Radler etablierten. Es war der zweite Potsdamer Szenetreff neben dem seit 1992 aufgebauten Skaterparcours des Lindenpark. Beim Bier sei die Idee entstanden, für den Sprung ins Wasser eine Rampe an die Alte Fahrt zu schieben. Mehrfach hätten „besorgte Bürger die Polizei angerufen“, sagt Frosch.

André  Frosch und Tinko Jäckel, die Erfinder des Spektakels

André Frosch und Tinko Jäckel, die Erfinder des Spektakels.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Tinko Jäckel (47), als Sozialarbeiter im JWD für Funsport zuständig, brachte das Projekt in geordnete Bahnen. Er wendete sich an die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, Veranstalter des alljährlichen Inselschwimmens, die dann nicht nur die Alte Fahrt auf Unrat absuchte, sondern auch einen Rettungsschwimmer stellte. 1998 fand mit 30 Startern das erste „Lake Jumping“ im Begleitprogramm des Inselschwimmens statt.

Das größte Publikum hatten die Wasserspringer bei ihrem seither jährlichen „Lake Jumping“ 2001 zur Bundesgartenschau, als sich zeitgleich mit dem Spektakel tausende Menschen über die Lange Brücke schoben. Das Fest, das mittlerweile um Wochen zeitversetzt zum Inselschwimmen stattfand, hatte eine längst eigene Dynamik entwickelt mit Musik, Moderation sowie Publikum diesseits an der Rampe, auf der Brücke und drüben auf der Freundschaftsinsel, das mit Jubel und Applaus Stadionatmosphäre aufkommen ließ. Gesprungen wurde längst nicht mehr nur in Potsdam.

Beim „Lake Jumping“ 2013 in der Schiffbauergasse

Beim „Lake Jumping“ 2013 in der Schiffbauergasse.

Quelle: Christel Köster

Die Potsdamer zogen mit ihrer Rampe nach Oranienburg, Klein Köris, Großbeeren und nach Berlin-Weißensee. Einige Male gastierten sie zusammen mit Freunden aus Oberwiesenthal im Erzgebirge, die über eine Nachbarrampe auf Snowboards ins Waser sprangen. Belustigt erzählt Tinko Jäckel, das sie es über RTL und ZDF bis in die Nachrichten schafften: In Potsdam sei es so heiß, dass sie dort schon mit den Fahrrädern ins Waser springen.

2009 fiel das „Lake Jumping“ erstmals aus. Die Schlossbaustelle war mittlerweile bis nahe an die Havel herangerückt, der Lindenpark steckte nach dem Aus des langjährigen Trägervereins in einer Existenzkrise. Dass der Badespaß 2013 wieder aufgenommen wurde, hatte viele Gründe. Auf dem Skaterparcours des JWD gab es einen starken BMX-Nachwuchs. Lindenpark-Chef Andreas von Essen drang auf Wiederaufnahme, nachdem er einen älteren Filmmitschnitt davon gesehen hatte. Mehrere Mitarbeiter des Lindenparks waren im Organisationsteam der Mittsommernachtsparty Fete de la musique aktiv, die 2013 am Vorabend des 24-Stunden-Festivals „Stadt für eine Nacht“ auch das Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse bespielte.

Beim „Lake Jumping“ 2013 in der Schiffbauergasse

Beim „Lake Jumping“ 2013 in der Schiffbauergasse.

Quelle: Christel Köster

So kam es 2013 mit 70 Startern zur Wiederaufnahme des „Lake Jumpings“, das seither alle zwei Jahre im Programm von „Stadt für eine Nacht“ stattfindet und mittlerweile als Projekt der Jugendbegegnung vom Land gefördert wird. Am Freitag von 16 bis 20 Uhr wird es neben dem Restaurantschiff „John Barnett“ ein Testspringen geben, am Sonnabend von 15 bis 20 Uhr findet das Wasserspringen vor großem Publikum statt.

Einen speziellen Rekord hält BMX-Veteran André Frosch, der als einziger zu jedem einzelnen „Lake Jumping“ über die Rampe gegangen ist. Am Mittwoch beginnt der Aufbau der Rampen am Ufer des Tiefen Sees.

Videoaktion der MAZ bei „Stadt für eine Nacht“

Die MAZ veranstaltet im Programm des Festivals „Stadt für eine Nacht“ am Sonnabend von 16 bis 20 Uhr an einem Stand zwischen dem Restaurant „Il Teatro“ und Oracle eine Videoaktion „Mein Satz für Potsdam“.

Jeder Besucher kann sein ganz persönliches Statement zu Potsdam abgeben. Die besten Videos werden am kommenden Dienstag auf MAZ-online.de gestellt. In einem Online-Voting können dann alle Nutzer den Gewinner küren.

Für den 1. Platz gibt es einen exklusiven Besuch im Museum Barberini fünf Personen. Der Gewinner erhält am 23. September eine VIP-Führung durch die aktuelle Ausstellung „Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne“ inklusive Sektempfang.

Dem 2. Platz winken zwei Tickets für das Glenn Miller Orchestra am 30. Oktober im Nikolaisaal, der 3. Platz bekommt zwei Tribünenplätze bei der 16. Potsdamer Feuerwerkersinfonie am 5. August im Volkspark.

Von Volker Oelschläger

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