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SPD fordert Tramverbindung nach Geltow

Verkehr im Raum Potsdam SPD fordert Tramverbindung nach Geltow

Drei sozialdemokratische Ortsvereine wollen eine engere Verkehrsverknüpfung von Potsdam und Werder und eine Straßenbahnverbindung zwischen beiden Städten. Die Potsdamer Stadtwerke aber zeigen sich eher reserviert. Auf Landes- oder Bundesgeld für den Bau der Strecke darf man nicht hoffen.

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Nummer gegen Kummer

Eine Tram nach Geltow? SPD-Politiker der Region wünschen sich eine Ausweitung des Potsdamer Straßenbahnnetzes.

Quelle: B.G.

Potsdam/Werder. Die SPD-Ortsvereine Potsdam-West, Schwielowsee und Werder (Havel) wollen die Landeshauptstadt und die Blütenstadt verkehrlich enger aneinander binden. Neben einem Ausbau des Bahnhofs Pirschheide zum Drehkreuz Südwest schlagen sie langfristig eine Verlängerung der Tramlinien 91 und 98 nach Geltow vor und den Bau eines P&R-Parkplatzes Baumgartenbrück in Schwielowsee/Geltow. Vor allem die andauernden Berufsverkehrsstaus am Ortseingang Potsdam, verursacht durch die Verkehrsdrosselung durch sogenannte Pförtnerampeln, könnten so vermieden werden. Doch hat man das Thema offenbar auf beiden Seiten noch nie diskutiert. Die Idee sei beim Verkehrsbetrieb in Potsdam nicht bekannt, sagte Sprecher Stefan Klotz der Märkischen Allgemeinen. Es gebe dazu weder Planspiele noch Kostenschätzungen. Und die Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft mbH (BVSG) in Potsdam erklärte: „Mit uns wurde bisher zu diesen Themen nicht gesprochen.“

Noch fehlt ein politischer Auftrag

Klotz zufolge könnte der Bedarf ermittelt werden, falls es dazu einen politischen Auftrag gibt. Die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung müsse dazu einen Prüfauftrag erteilen, aus dessen Ergebnissen weitere Schritte ableitbar wären. Sollte die Trasse die Stadtgrenze überschreiten, wie es hier gedacht ist, empfehle sich eine enge Abstimmung mit dem zuständigen Landkreis Potsdam-Mittelmark und die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe. „Man muss erstmal die Verkehrsströme und Strukturdaten analysieren und auf die kommenden Jahre hochrechnen“, so Klotz. Daraus könnten dann Konzepte für Stadt- und Verkehrsplanung abgeleitet werden. Park+Ride-Anlagen und die Entwicklung rund um den Bahnhof Pirschheide müssten dabei eine wichtige Rolle spielen.

„Bei solchen Maßnahmen betrachtet man den volkswirtschaftlichen Nutzen“, erklärt Klotz: Der errechne sich aus Reisezeiteinsparungen, eingesparten Emissionen wie Kohlendioxid und Stickoxiden sowie weniger Unfällen durch eine Verlagerung von Auto-Verkehren auf die Straßenbahn. Eine neue Tram-Trasse habe zwangsläufig Auswirkungen auf den Busverkehr zwischen beiden Städten.

Kosten zwischen sieben und zehn Millionen Euro

Eine Bundes- oder Landesförderung ist nach Einschätzung der Stadtwerke Potsdam unwahrscheinlich. Das Land habe sich nahezu komplett aus der wichtigen Infrastrukturförderung für Straßenbahnen herausgezogen, so Klotz. Die Straßenbahnbetriebe im Lande müssten sich derzeit fünf Millionen Euro Fördermittel teilen, die dann auch im Wesentlichen für den Unterhalt der bestehenden Anlagen benötigt werden, etwa für Gleiserneuerungen. Gesichert seien diese Mittel, die dem Land vom Bund durch das Entflechtungsgesetz bereit gestellt werden, lediglich bis 2019. Der Bund selbst fördere direkt zwar auch nach 2019 noch Projekte, aber erst ab einer Größenordnung von 50 Millionen Euro. Wieviel die Trasse nach Werder kosten könnte, weiß niemand, weil der Trassenverlauf unklar ist. Der schlüsselfertige Preis für eine zweigleisige Tramstrecke liegt je nach Lage zwischen sieben und zehn Millionen Euro.

Vom Bahnhof Pirschheide müsste die Schienenstrecke wohl wieder zur Bundesstraße 1 zurück schwenken und dann zwei Kilometer Niemandsland ohne Haltestellen bis zum Ortseingang Geltow überbrücken. Wie aber käme man durch die Ortslage Geltow bis zur Baumgartenbrücke, wo ein Parkplatz einrichtbar wäre? Am Ort vorbei?

Könnten sich Tram und Eisenbahn die Strecke teilen?

Denkbar ist auch, Straßenbahnen auf Eisenbahngleisen verkehren zu lassen, falls der Bahnfahrplan das erlaubt. Das würde den Bau einer neuen Strecke überflüssig machen, doch haben die gegenwärtigen Straßenbahnen eine Spurbreite von 2,30, ab dem Jahr 2025 von 2,40 Meter, während die Bahnschienen 2,65 Meter auseinander liegen. Man bräuchte eine Verknüpfungsrampe (Systemwechselstelle) zwischen Tram-Netz und Eisenbahnnetz, entsprechende Zweisystemfahrzeuge, eine Anpassung der Tram-Werkstatt auf 15-Kilovolt-Technik, sowie die Netzaufweitung auf eine Fahrzeugbreite von 2,65 Meter. Die Tram-Fahrer müssten zu Triebfahrzeugführer weitergebildet werden. Eine Zweisystem-Stadtbahn kostet ein bis zwei Millionen Euro mehr als eine klassische Straßenbahn, für die man auch schon 2,5 Millionen hinblättern muss.

Von Rainer Schüler

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