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SPD setzt sich für „Anti-Schadstoff-Ticket“ ein

Auto stehen lassen und billig Bus fahren SPD setzt sich für „Anti-Schadstoff-Ticket“ ein

An Tagen mit dicker Luft sollen Autofahrer auf Bus und Straßenbahn umsteigen – und dafür nur die Hälfte zahlen. Stuttgart macht es bereits vor, wie so eine Idee funktionieren kann.

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Stau sorgt für dicke Luft

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. In einem Vorstoß zur Verbesserung der Luftqualität schlägt die SPD die Einführung eines „Anti-Schadstoff-Tickets“ in Potsdam vor. „Die Stadt und die Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (ViP) könnten prüfen, ein solches Ticket anzubieten“, erklärt Fraktionschef Pete Heuer.

Pete Heuer

Pete Heuer

Quelle: Friedrich Bungert

Konkret sieht die Idee, die am Montag in der Fraktionssitzung debattiert wurde, folgendermaßen aus: Wer an Tagen mit grenzwertigen Luftschadstoffwerten das Auto stehen lässt und den öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet nutzt, soll das Ticket zum halben Preis kaufen können.

„Jeder kennt die Anzeigen an den Verkehrsleittafel in unserer Stadt: ,Erhöhte Schadstoffbelastung’“, erläutert der SPD-Stadtverordnete Uwe Adler aus Potsdam-Nord den Hintergrund für seine Anregung: „Regelmäßig wird dort angezeigt, dass die Luft über Gebühr belastet ist, was dann auch Auswirkungen auf den Verkehrsfluss in der Stadt hat – Ampelregelungen werden geändert, die Pförtnerampeln in der Zeppelin getaktet.“

Deshalb sollen „positive Anreize“ zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs geschaffen werden, fordert Adler weiter. Vorbild ist Stuttgart. Dort wird so ein Projekt bereits erfolgreich umgesetzt. An Feinstaubalarm-Tagen kann man Einzeltickets und Vierer-Tickets zum Kinderpreis kaufen. Sobald die Stadt Stuttgart Feinstaubalarm auslöst, werden die Bürger aufgerufen, auf Bus und Bahn umzusteigen.

Verkehr am Landtag

Verkehr am Landtag.

Quelle: MAZonline

„Der Feinstaubalarm wird zwischen dem 15. Oktober 2016 und dem 15. April 2017 ausgelöst, sobald der Deutsche Wetterdienst (DWD) an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre prognostiziert“, hießt es auf der Internetseite des Stuttgarter Nahverkehrs, verbunden mit dem Appell: „Helfen Sie mit, die Feinstaubbelastung zu reduzieren!“

Außerdem werden diverse Alternativen zum Auto aufgelistet. Sie reichen von „Park & Ride“-Angeboten bis zur Erhöhung der Platzkapazitäten in den S-Bahnen. Zusätzlich ist in Stuttgart ein Parkhaus zum Nahverkehrs-Umsteiger-Parkhaus umfunktioniert worden. Es gilt das Prinzip, dass der Parkschein als Fahrschein genutzt werden kann.

„Park & Ride“-Angebote sollen Autofahrer zum Umsteigen auf die Öffis bewegen

„Park & Ride“-Angebote sollen Autofahrer zum Umsteigen auf die Öffis bewegen.

Quelle: dpa

In der SPD hofft man darauf, dass neben der unmittelbaren Umweltentlastung noch ein weiterer Effekt eintreten könnte: Wenn passionierte Autofahrer erst einmal den öffentlichen Nahverkehr ausgetestet haben, kommen sie vielleicht auch ohne Luftschadstoff-Alarm auf den Geschmack. „Sie lernen das Angebot kennen und schätzen und lassen zukünftig ihr Fahrzeug öfter stehen“, erläutert Heuer den möglichen Marketing-Effekt. Im günstigsten Fall könnte der Anstieg der Fahrgäste zu einer besseren Auslastung und damit zu einem geringeren Zuschussbedarf des VIP führen, so Heuer.

Dicke Luft in der Zeppelinstraße

Zu den „Problemzonen“ in der Stadt, wo eine Absenkung der Luftschadstoffe dringend geboten ist, zählt neben der Großbeerenstraße besonders die Zeppelinstraße in Potsdam-West. Dort liegen Stickstoff und Feinstaub über dem EU-Grenzwert.

Das Modellvorhaben Zeppelinstraße wird nach Ostern umgesetzt. Die Verkehrsader wird für die Dauer von mindestens drei Monaten auf drei Fahrspuren statt bisher vier eingeengt.

Zwischen Kastanienallee und Geschwister-Scholl-Straße gibt es je Richtung nur noch eine Spur, die dritte gilt wechselseitig für das Linksabbiegen.

Von Ildiko Röd

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