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SPD weicht eigenen Mercure-Beschluss auf

Streit um Potsdamer Hotel SPD weicht eigenen Mercure-Beschluss auf

Die Wellen schlagen hoch in der Debatte um Kauf und Abriss des Mercure-Hotels. Die SPD möchte das Hochhaus auf lange Sicht verschwinden sehen. Vorbehalt: Zuerst muss mit dem Eigentümer über Konditionen gesprochen werden. Doch auch die Eigentümer-Frage ist momentan spannend. Die neuen Besitzer der Ex-Interhotels wollen nämlich gleich wieder weiterverkaufen.

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Kontrastreich: das Mercure-Hotel zur Linken, der Landtag mit Barockfassade zur Rechten der Breiten Straße.

Quelle: dpa-Zentralbild

Innenstadt. In der Debatte um Erhalt oder Abriss des Mercure-Hotels legt sich die SPD darauf fest, dass das Hochhaus auf lange Sicht verschwinden soll. Aber: Zuerst müssen die Finanzierung und die Konditionen geklärt werden. Ob öffentliche Gelder – auch aus dem Treuhandvermögen des Sanierungsträgers – dafür verwendet werden könnten, wollte SPD-Fraktionschef Mike Schubert am Montag auf Nachfrage weder bejahen noch verneinen.

2014 hatte die SPD allerdings noch in einem Stadtverordnetenbeschluss diesbezüglich ein ganz klares Votum formuliert: und zwar gegen die Verwendung öffentlicher Gelder für Kauf und Abriss des Mercure. Erst kürzlich hatte SPD-Fraktionsvize Pete Heuer bekräftigt, dass dieser Beschluss nach wie vor gültig sei.

Nun hat man sich fraktionsintern auf folgende Lesart geeinigt: „Die SPD wird der Konkretisierung der Sanierungsziele für den Lustgarten zustimmen. Das ist die Fortsetzung der seit den neunziger Jahren geltenden langen städtebaulichen Linie der Wiederannäherung an das historisch gewachsene Stadtbild von Potsdam“, erklärte SPD-Fraktionschef Mike Schubert am Dienstag als Resümee der Fraktionssitzung am Montagabend, wo man das Thema diskutiert hatte. „Das heißt nicht, dass das Hotelhochhaus morgen, übermorgen oder in zwei Jahren abgerissen werden muss“, sagte Schubert weiter: „Es heißt aber, dass es dort in der stadtentwicklungspolitischen Zukunft nicht mehr stehen soll, und dass zum Beispiel kein neues Hochhaus an der Stelle gebaut werden kann.“

Das generelle Bekenntnis zu der „von Verantwortung getragenen, behutsamen Wiederannäherung an das charakteristische Stadtbild Potsdams“ ist jedoch an eine Bedingung geknüpft: Zuerst muss mit dem Mercure-Eigentümer verhandelt werden. Schubert: „Ob dieses Ziel erreicht werden kann, steht also ganz klar unter dem Vorbehalt der Verhandlungen mit dem Eigentümer und der möglichen Finanzierung – so wie in der Verwaltungsvorlage auch vorgeschlagen.“

Gespräche mit dem Mercure-Eigentümer dürften sich allerdings derzeit eher schwierig gestalten, denn das Inhaber-Karussell dreht sich derzeit munter und mit atemberaubender Geschwindigkeit. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass 2015 der Verkauf des Interhotel-Portfolios, das zehn früher staatseigene DDR-Hotels umfasst, von der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Blackstone an „Brookfield Property Partners“ und die „Starwood Capital Group“ über die Bühne gegangen ist.

Wie die Immobilien-Zeitung nun berichtet, planen jetzt offenbar die beiden neuen Besitzer, die Ex-Interhotels mit einem Aufschlag im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich weiterzuverkaufen. Das Portfolio werde demnach mit 700 Millionen Euro bewertet, schreibt das Fachblatt.

Von Ildiko Röd

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