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SPD will Verlängerung erzwingen

Streit um Seesportclub Potsdam SPD will Verlängerung erzwingen

Potsdams SPD will eine Verlängerung für den Seesportclub erzwingen, der sein Bootshaus im Park Babelsberg räumen soll. Lenkt die Schlösserstiftung als Grundstückseigentümer nicht ein, soll die Stadt einen geplanten Grundstückstausch aussetzen, so der Vorschlag des Stadtverordneten Daniel Keller, der von der Lösung eines „gordischen Knotens“ spricht.

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Im Bootshaus des Seesportclubs.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam-Babelsberg. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) soll dem zwischen Stadt und Schlösserstiftung geplanten Flächentausch im Park Babelsberg erst zustimmen, wenn die Zukunft des Seesportclubs gesichert ist. Das hat am Mittwoch der Stadtverordnete Daniel Keller (SPD) vorgeschlagen. Stiftungssprecher Frank Kallensee reagierte auf MAZ-Nachfrage gelassen: Die Beendigung der Nutzung zum Jahresende sei dem Seesportclub seit 20 Jahre bekannt. Zum Grundstückstausch, der auch das Strandbad betrifft, habe es schon seit 2011 keine Gespräche mehr gegeben.

Nach Mitteilung der SPD-Fraktion will Daniel Keller mit seinem Vorschlag einen „gordischen Knoten durchschlagen“. Demnach würde der Oberbürgermeister beauftragt, einem Grundstückstausch mit der Schlösserstiftung nur zuzustimmen, wenn zwischen dem Potsdamer Seesportclub, der Stiftung und der Stadt eine Einigung über eine Weiterführung des Sportbetriebs des Vereins hergestellt wurde: „Noch ist der Flächentausch zwischen Stadt und Stiftung nicht vollzogen“, sagt Daniel Keller. „Und bevor keine Lösung da ist, wird er auch nicht umgesetzt.“

Bis zur Einigung würde der Oberbürgermeister aufgefordert, sich für den Verbleib des Potsdamer Seesportclubs auf dem Gelände der Stiftung einzusetzen. Mit dem Auslaufen des Nutzungsvertrags am 31. Dezember drohe dem Verein der Verlust des Vereinsgeländes. Die Stiftung wolle die Fläche des bisherigen Strandbad Babelsberg mit einem rekonstruierten Wanderweg namens „Drive“ wieder in die Parklandschaft integrieren.

Das neue Strandbad würde alternativ auf dem Gelände des Seesportclubs errichtet, für den bislang aber keine Ausweichflächen gefunden wurden. Auch eine Kombination von Strandbad und Seesportclub in einem Seesportzentrum wurde bisher ohne Ergebnis diskutiert. Die Stadt hat mehrfach bekräftigt, dass sie nicht für die Schaffung einer Alternative zuständig sei.

Stiftungssprecher Frank Kallensee erklärte auf MAZ-Anfrage, dass zunächst noch einmal betont werden müsse, dass die Raum- und Grundstücksflächen dem Seesportclub mit Vertrag vom 31. August 1998 für die Dauer von 20 Jahren bis zum 31. Dezember 2017 ohne Verlängerungsoption kostenfrei zur Nutzung überlassen worden seien.

Die Stiftung habe „nicht nur stets betont, dass sie an einer fristgerechten Beendigung der Nutzung festhalten wird, sondern auch ihren Teil des Vertrages erfüllt“. Gleiches erwarte sie vom Vertragspartner Potsdamer Seesportclub, „zumal 20 Jahre Zeit waren, sich darauf einzustellen – im Übrigen auch für Lösungsvorschläge von Herrn SPD-Stadtverordneten Daniel Keller“, so der Stiftungssprecher: „Wem – wie Herrn Keller – an einer Lösung für den Seesportclub gelegen ist, sollte zunächst die Rechtsverbindlichkeit dieses Vertrages und der darin festgeschriebenen Verpflichtungen anerkennen. Anderenfalls würde sich hier die Frage nach dem Rechtsverständnis stellen.“

Aus Sicht der Schlösserstiftung sei eine Neuordnung der Grundstücke im Bereich Strandbad/Seesportclub „nach wie vor die für alle Beteiligten vorteilhafteste Lösung“: „Wenn Herr Keller nun die Gespräche mit der SPSG über diesen Grundstückstausch aussetzen möchte, bis eine Lösung für den Seesportclub gefunden ist, sei darauf hingewiesen, dass mit der Schlösserstiftung dazu seit 2011 keine Gespräche mehr geführt wurden.“ Erklärter Wunsch der Stiftung sei es aber, diese Gespräche wieder aufzunehmen.

Der Potsdamer Seesportclub wurde 1991 gegründet, ist hervorgegangen aus der Sportsektion der Gesellschaft für Sport und Technik und blickt somit auf eine über 60-jährige Tradition zurück. Es trainieren rund 120 Sportler im Verein. Sie zählen im Kultursegeln und Kulturrudern zu den erfolgreichsten Seesportvereinen in Deutschland. In den Verhandlungen sollte auch nach einer separaten Lösung für die Jugendarbeit des Seesportclubs gesucht werden. Bisher gab es keine Erfolgsmeldung.

Von Volker Oelschläger

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