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Sanssouci-Kassiererin wegen Untreue verurteilt

43.000 Euro gestohlen Sanssouci-Kassiererin wegen Untreue verurteilt

Die Schlösserstiftung spricht von einem Jahrhundertfall: Die ehemalige Hauptkassiererin im Besucherzentrum am Schloss Sanssouci hat 43.000 Euro Tageseinnahmen aus dem Tresor gestohlen. Der Fall liegt zwar schon fünf Jahre zurück, ein Urteil fiel aber erst jetzt. Die Anklagebank blieb allerdings auch beim siebten Anlauf leer.

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Zum siebten Mal blieb die Anklagebank leer.

Quelle: Nadine Fabian

Potsdam. Zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, hat das Potsdamer Amtsgericht am Dienstag eine ehemalige Kassiererin der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) verurteilt. Die Beschuldigte war allerdings nicht zu der Verhandlung erschienen. Auch ihr Verteidiger blieb – wie er der MAZ sagte in Abstimmung mit dem Gericht – dem Prozess fern. Auch Zeugen fehlten. Hatte das Gericht zu den ersten Terminen noch fünf Aussagen – etwa von ehemaligen Stiftungskollegen – geplant, so verzichtete es nun gänzlich auf eine Ladung.

Schon sechs Mal platzte der Prozess am Amtsgericht Potsdam

Es war bereits der siebte Anlauf in dem aufsehenerregenden Fall, der am 21. August 2012 das erste Mal zur Verhandlung aufgerufen wurde. Christine H. hatte sich seither stets krank gemeldet. Deshalb hat das Gericht im Laufe der Jahre auch zwei Mal ihre Verhandlungsfähigkeit von Sachverständigen begutachten lassen. Die Ärzte gaben nun grünes Licht – doch Christine H. bleibt weiterhin ein Phantom. „Meine Mandantin ist noch immer krank und konnte deshalb nicht zu dem Termin erscheinen“, sagt Anwalt Zülicke. Der nun erlassene Strafbefehl verleihe dem Verfahren zum einen Fortgang. Zum anderen gebe er einen Eindruck davon, wohin sich Staatsanwaltschaft und Gericht in dem Fall orientieren.

Langfinger im innersten Kreis

Die Potsdamer Nikolaigemeinde hatte einen ähnlichen Fall von Untreue und Vertrauensbruch zu beklagen.

Wegen des Verdachts der veruntreuenden Unterschlagung musste sich der langjährige Kirchenratsvorsitzende vor Gericht verantworten. Er hatte zwischen Juli 2009 und Sommer 2013 mehr als 237 000 Euro – die Einnahmen aus dem Kartenverkauf für die Besteigung des Kirchturms – in die eigene Tasche gesteckt. Der Mann verfügte über den Schlüssel zu den in der Kirche aufgestellten Ticketautomaten.

Er erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. nf

Der heute 65-jährigen Potsdamerin wird laut Anklage Untreue zur Last gelegt. Demnach hat sie zwischen dem 21. September und dem 13. Oktober 2010 den Tresor des Besucherzentrums an der Historischen Mühle vis à vis Schloss Sanssouci um 42.671 Euro erleichtert. Als Hauptkassiererin verfügte sie als einzige Person über den Zugangscode des Tresors. Dort werden in so genannten Safebags – das sind spezielle, mit Plomben verschlossene Tüten – die Tageseinnahmen verwahrt. Christine H. soll 19 dieser Safebags unerlaubt an sich genommen und auch nicht als Einnahmen für die Schlösserstiftung verbucht haben.

Nach der Kündigung zog die Ex-Kassiererin vors Arbeitsgericht

Über ihre Beweggründe ist bislang nichts bekannt. Dem Vernehmen nach war Christine H. in eine Notlage geraten, aus der sie keinen anderen Ausweg mehr sah, als sich am Eigentum ihres Arbeitgebers zu bedienen. Nachdem sie aufgeflogen war, erhielt sie die Kündigung. Sie zog vors Arbeitsgericht, scheiterte aber.

Als der Fehltritt der Kassiererin in Potsdam publik wurde, sprach man bei der Schlösserstiftung von einem Jahrhundertfall. Am Dienstag hielt man sich äußerst bedeckt. „Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Stiftungssprecher Frank Kallensee. „Zum Schutz der betroffenen Person werden wir zu dem Fall zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen.“ Die ohnehin schon strengen Sicherungsmaßnahmen seien nach dem Vorfall überprüft und nochmals verschärft worden, so Kallensee.

Christine H. wird laut ihrem Anwalt Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen: „Meine Mandantin bestreitet den Vorwurf weiterhin.“

 

Von Nadine Fabian

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