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Potsdam Sasse: „Das Colloquium unterstützt auch das Image von Potsdam“
Lokales Potsdam Sasse: „Das Colloquium unterstützt auch das Image von Potsdam“
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10:44 12.09.2016
Die M100-Medienkonferenz findet in diesem Jahr zum zwölften Mal in Potsdam statt. Quelle: dpa
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Potsdam


MAZ: Frau Sasse, am kommenden Donnerstag findet in Potsdam das M100-Colloquium statt. Was steckt eigentlich dahinter?

Sabine Sasse: Das M100 Sanssouci Colloquium gibt es seit 2005. Ins Leben gerufen wurde es im Rahmen der Bewerbung Potsdams zur Kulturhauptstadt Europas. Die Gründer, darunter Mathias Döpfner, Lord Weidenfeld, Frank Schirrmacher und Moritz van Dülmen, wollten die Stärken Potsdams außerhalb der Schlösser und Gärten zeigen und haben dieses einzigartige Medientreffen kreiert. Jedes Jahr kommen mehr als 70 Medienmacher, Chefredakteure und leitende Redakteure aus Deutschland, Europa und  der Welt  an einem großen Tisch zusammen und diskutieren in drei Sessions über die Rolle der Medien in Europa.

Was ist das Besondere an diesem Medientreffen?

Sasse: Das Colloquium hat sich über die Jahre zu einer festen Größe entwickelt, für das auch die Begeisterung stetig wächst. Ich bekomme viele positive Rückmeldungen von Teilnehmern, die sagen, dass man hier Leute trifft, die man nirgendwo anders sieht. In Berlin gibt es viele Medientreffen, aber Potsdam hat das M100, das in dieser Form europaweit einzigartig ist. Auch die Internationalität und die prominenten Redner machen es einfach so besonders. Angela Merkel wird in diesem Jahr schon zum dritten Mal dabei sein.

Das klingt nach einer Menge Aufwand. Wer stemmt die Organisation?

Sasse: Seit der Liquidierung der Kulturhauptstadt Potsdam GmbH werden das Colloquium, der M100 Media Award und der Workshop für Nachwuchsjournalisten von einem kleinen Verein namens Potsdam Media International e.V. getragen. Die Organisation läuft zentral von Mai bis September, aber eigentlich ist nach dem Colloquium immer auch schon vor dem Colloquium. Wir sind ein sehr kleines Team, zu Spitzenzeiten vier Leute. Es ist anstrengend, macht aber auch großen Spaß. Es ist ein sehr ambitioniertes, engagiertes und wichtiges Projekt, das die internationale Debatte und Vernetzung fördert.

Wie wird das Ganze finanziert?

Sasse: Wir stellen Förderanträge und werben Sponsoren an. Die Stadt Potsdam unterstützt uns mit 71 500 Euro, hinzu kommen kleinere und größere Beträge vom Medienboard Berlin-Brandenburg, vom Auswärtigen Amt, von Stiftungen und eben Sponsoren.

Am Donnerstag wird auch der M100 Media Award verliehen. Nach welchen Kriterien wird der Gewinner ausgesucht?

Sasse: Der Kandidat muss Fußspuren in der Welt und in Europa hinterlassen  und sich für Demokratie und  Presse- und Meinungsfreiheit eingesetzt haben. Roberto Saviano, der diesjährige Preisträger, ist deshalb so interessant, weil er in Bedrohung geraten ist, als er  die Wahrheit über die Mafia und deren weitreichende globale Vernetzungen mit der legalen Wirtschaft geschrieben hat. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die französische Zeitschrift Charlie Hebdo.

Workshop für Nachwuchsjournalisten

Sabine Sasse ist seit 2007 Projektleiterin des M100 Sanssouci Colloquiums, des internationalen Medientreffens, das jährlich in den Schlössern und Gärten Potsdams stattfindet.

Dem Colloquium voran geht ein mehrtägiger Workshop für Nachwuchsjournalisten aus Europa in Potsdam. Der Workshop wird seit 2006 in Kooperation mit der European Youth Press durchgeführt. Neben der Vermittlung von praktischem und theoretischem Journalisten-Handwerk strebt das Seminar eine nachhaltige Vernetzung zwischen den Teilnehmern an. Der Austausch ist ein wichtiger Faktor für Demokratieverständnis, Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Nationen.




Wer entscheidet über den Gewinner des Awards?

Sasse: Der Beirat fungiert auch als Jury für den Award. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs ist Vorsitzender dieses Beirates, in dem sich viele bekannte Medienpersönlichkeiten wie Kai Diekmann, Stephan-Andreas Casdorff, Mathias Müller von Blumencron oder Giovanni di Lorenzo wiederfinden. Der Beirat unterstützt meine Arbeit und stimmt auch über das Thema des Colloquiums ab.

Warum gehört das M100 Colloquium nach Potsdam?

Sasse: Die Orangerie im Park Sanssouci, in dem das Treffen stattfindet, ist nicht leicht zu bespielen, ist aber als Kulisse umwerfend, was auch auf die Teilnehmer und Gäste nicht unbeeindruckt lässt. Das historische und leicht morbide Ambiente in Verbindung mit einer modernen Medienkonferenz kommt jedenfalls immer sehr gut an. Das Colloquium unterstützt auch das Image von Potsdam als geschichtsträchtiger und zugleich spannender, toleranter und weltoffener Stadt und trägt es in die Welt hinaus.

Beteiligt sich auch das Land Brandenburg am Colloquium und der Finanzierung?

Sasse: Das Land ist von Anfang an begleitend dabei, finanziell haben wir aber noch nie Unterstützung bekommen. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das ändert und hoffe, dass auch das Land Brandenburg den Wert und die Ausstrahlungskraft des M100 Sanssouci Colloquiums erkennt.

Von Luise Fröhlich

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