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Potsdam Schatzkammer der Filmstadt geöffnet
Lokales Potsdam Schatzkammer der Filmstadt geöffnet
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19:03 12.05.2014
Grabkreuz Ilse Werners neben Reisekoffern von Leni Riefenstahl und Jenny Jugo. Davor diverse Regiestühle Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Seit 1995 ist in den Wirtschaftsgebäuden der einstigen Forstdirektion des Bezirks Potsdam an der Pappelallee als eine Art Gedächtnis der Babelsberger und der ostdeutschen Filmgeschichte die stetig wachsende Sammlung des Filmmuseums verwahrt, die am 18.Mai zum Internationalen Museumstag mit einem besonderen Programm einlädt.

Das Filmmuseum im Marstall ist mit seinen ab Oktober wieder geöffneten Ausstellungen wie ein Schaufenster der Filmstadt sortiert. Die Depots in der Pappelallee hingegen vermitteln eine Ahnung von der Fülle. Fast 200 Kameras und eine Vielzahl von Projektoren finden sich in einem Raum, der als Schausammlung eingerichtet ist. Jüngster Neuzugang ist eine von Hans Moser und Thomas Rosé 1969 selbst gebaute Trickkamera, die erst jetzt mit der Digitalisierung der Branche zum Museumsstück wurde. Zum Museumstag wird sich Günter Stockmann, Kameratechniker der Defa und Mitkonstrukteur der 70-Millimeter-Kamera der Defa, den Fragen des Publikums stellen.

Zu Zeitzeugnissen mit einer Bedeutung weit über die Filmgeschichte hinaus werden die in der Sammlung verwahrten Tonträger und die gut 400.000 Fotografien, die immer häufiger für Recherchen genutzt werden, die gar nichts mit dem Film zu tun haben. So wurde zur Vorbereitung des Defa-Klassikers "Solo Sunny" (1980) eine umfassende Dokumentation ganzer Straßenzüge vom Prenzlauer Berg angefertigt, die von eigenem stadtgeschichtlichem Wert ist.

Phantastisch sind Modelle von Defa-Science-Fictions wie das Raumschiff "Kosmokrator" aus dem Film "Der schweigende Stern" (1960). Im Nachbarraum steht der opulente Reisekoffer der Kamerafrau Leni Riefenstahl neben dem Grabkreuz der Schauspielerin Ilse Werner und einem Regiestuhl von Roman Polansky, der 2001 in Babelsberg "Der Pianist" drehte. Zu den vielen Kuriositäten in diesem Raum zählt ein Nasenspülset, dessen Erfinder Thomas Schmidt als Kleiner Muck in dem Märchenfilm (1953) von Wolfgang Staudte in die Geschichte einging.

Mehrere liegende Räume bergen die Kostümsammlung. Als einmalig umfassend gilt in Deutschland die 2006 erworbene, 270-teilige Kostümsammlung aus einem Teilnachlass der Schauspielerin Jenny Jugo. Extremen Seltenheitswert hat ein Rock, den Diane Kruger in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" (2009) trug. Jüngste Neuzugänge sind das Kostüm Yvonne Catterfelds aus "Die Schöne und das Biest", der gerade in die Kinos kam, und die von Sabine Greunig kreierten Kostüme des jüngsten Andreas-Dresen-Films "Als wir träumten". Auch die Kostümbildnerin wird zum Internationalen Museumstag in die Schatzkammer des Filmmuseums kommen.

Führungen und Gesprächsrunden

  • Die Sammlung des Filmmuseums Potsdam ist seit 1995 in der Pappelallee untergebracht. Doch die mittlerweile 3000 Quadratmeter Lagerfläche reichen schon lange nicht mehr. Die Sammlung wird 2015/16 voraussichtlich zum Windmühlenberg in Bornim umverlegt. Dort soll deutlich mehr Platz zur Verfügung stehen: „Wir werden uns atemberaubend verbessern“, sagt die Chefin der Sammlung, Dorett Molitor.
  • Umfangreiche Teile der Sammlung, darunter der Technikschauraum, persönliche Gegenstände und Requisiten, können montags bis freitags nach Anmeldung unter Tel.  5670416 oder forster@filmmuseum-potsdam.de besichtigt werden. Weitere Informationen zur Nutzung gibt es unter www.filmmuseum-potsdam.de auf der Internetseite des Filmmuseums.
  • Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 18. Mai, ist die Sammlung von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Die Kostümbildnerin Sabine Greunig steht von 11 bis 12 Uhr als Gesprächspartnerin zur Verfügung. Die Autorin Christa Kozik ist von 12 bis 13 Uhr anzutreffen, der Kameratechniker Günter Stockmann gibt von 13 bis 14 Uhr Auskunft. Voranmeldung unter Tel. 567040 oder an collection@filmmuseum-potsdam.de

Von Volker Oelschläger

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