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Potsdam Ob Soko oder Traumschiff: Potsdam ist ihr Ruhepol
Lokales Potsdam Ob Soko oder Traumschiff: Potsdam ist ihr Ruhepol
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18:51 12.03.2019
Amy Mußul ist seit Anfang Februar bei „Soko Leipzig" als Kommissarin Kim Nowak zu sehen. Die Schauspielern ist in Potsdam aufgewachsen und kehrt immer wieder gern zurück. Quelle: Stefan Gloede
Potsdam

Diese eine Rolle, auf die alles zuläuft im Leben eines Schauspielers – welche ist es, welche soll es für sie sein? Amy Mußul (27) schüttelt die braunen Locken: „Das kann ich gar nicht sagen – ich stürze mich in jede Rolle mit Leidenschaft.“ Gerade ist es die Rolle der Kim Nowak – die neue Kommissarin bei der „Soko Leipzig“ im ZDF. Immer Freitagabend, Primetime, ein Volltreffer. Mit Amy Mußul sind nun zwei Potsdamer in Leipzig auf Verbrecherjagd – Steffen Schroeder alias Kriminalkommissar Tom Kowalski heuerte bereits 2012 an.

„Es ist einfach toll, die Figur von Anfang an mitgestalten zu können“

Für das Engagement in der erfolgreichsten Soko der seit Jahren beliebten TV-Reihe hat Amy Mußul – Achtung! – das Traumschiff verlassen. Dort war sie seit 2016 an Bord und arrangierte als Hochzeitsplanerin Laura Russo an den schönsten Gestaden Europas die „Kreuzfahrt ins Glück“. Apulien, Lissabon, Sardinien, Norwegen, dazu ein Format, von dem Schauspieler wie Zuschauer gleichermaßen schwärmen: „Der Abschied ist mir sehr schwer gefallen“, so Amy Mußul. Die Soko-Leipzig-Hauptrolle aber reizte zu sehr. „Es ist einfach toll, die Figur von Anfang an mitgestalten zu können.“ Wie sieht die Kommissarin aus? Wie gibt sie sich? Welche Klamotten trägt sie? „Ich habe viele Freiheiten und die Kreativität sprudelt nur so. Diese Rolle ist ein Geschenk!“

Kreuzfahrt ins Glück: Amy Mußul an der Seite von Traumschiff-Kapitän Sascha Hehn. Quelle: Dirk Bartling

In die Soko-Dreharbeiten in der quirligen Sachsenmetropole ist Amy Mußul bereits im Mai 2018 eingestiegen. Am 1. Februar war sie nun zum ersten Mal als Kim Nowak im Fernsehen zu sehen. Vier Folgen lang konnten die Zuschauer sie kennenlernen. Die Kritiken waren gut. Jetzt ist allerdings Sendepause – die Arbeiten für die neue Soko-Staffel laufen derweil auf Hochtouren. Amy Mußul, die in Berlin geboren und inzwischen wieder dorthin zurückgezogen ist, hat sich längst eine kleine Wohnung in Leipzig genommen: „Für alle Fälle“, sagt sie. „Für die Tage, an denen es spät wird und ich es nicht nach Berlin schaffe. Oder wenn ich mal einen Tag überbrücken und in Ruhe meinen Text lernen will.“ Leipzig sei eine gute Mischung aus Berlin und Potsdam, aus den beiden Städten, an denen ihr Herz hängt.

„Der Abstand hat mir gezeigt, wie sehr ich Potsdam schätze“

„Ich habe Potsdam wieder lieben gelernt“, sagt Amy Mußul. Nach dem Abitur an der Voltaire-Gesamtschule und dem Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (heute Filmuniversität) da musste sie erst mal raus aus dieser allzu beschaulichen, hübschen Kulisse, rein ins laute Berlin und in die weite Welt. Sie reiste viel, kam beruflich noch mehr herum und kehrte doch immer wieder, immer lieber zurück. „Der Abstand hat mir gezeigt, wie sehr ich Potsdam, das Ruhige und die Natur schätze“, sagt Amy Mußul. „Ich bin sehr gern hier. Wenn ich meine Eltern, Großeltern oder Freunde besuche, wenn ich mit dem Bötchen über den See fahre oder mir das Rad schnappe – das ist immer eine kleine Auszeit.“

Dass dann daheim bei den Eltern auch mal ein bisschen geschimpft wird, wenn sie nicht bescheid gegeben hat, dass sie im Fernsehen zu sehen ist – da muss sie dann einfach durch, sagt Amy Mußul und lacht. Die Familie – die Mutter Tänzerin, der Vater Anwalt, die jüngere Schwester studiert klassisches Ballett – zeichnet auch nach Jahren noch auf, wenn sie über den Bildschirm flimmert. „Sie sind schon stolz“, sagt Amy Mußul. „Das fühlt sich merkwürdig an. Für mich ist die Schauspielerei null besonders, ein wunderschöner, aber normaler Beruf.“

Bei der Soko Leipzig ist Amy Mußul die Neue, hier mit den Schauspieler-Kollegen Steffen Schroeder (l.) Melanie Marschke und Marco Girnth. Quelle: ZB

Einer, für den sie sich sehr früh begeistert hat. Amy Mußul ist sechs Jahre alt, als sie zum ersten Mal vor der Kamera steht. Elf, als sie die erste Hauptrolle übernimmt. Ihr Kinodebüt gibt sie mit fünfzehn in Detlev Bucks preisgekröntem Neukölln-Drama „Knallhart“. Als Kind tanzt Amy in der Kinderrevue im Friedrichstadtpalast, als Teenie moderiert sie im Disney-Channel – neben der Schule und in den Ferien legt sie das Fundament für ihre Karriere. „Auch wenn das damals alles schon sehr professionelle Züge hatte, war es für mich nie wie arbeiten“, sagt Amy Mußul: „Das war wie ein Hobby. Mir war aber von Anfang an klar, das soll’s werden und das ist es auch. Ich seh eine Kamera und bin da.“

Für die Soko-Fans geht’s im September weiter. Wer nicht warten möchte – die „Soko Leipzig“-Folgen mit Amy Mußul stehen in der ZDF-Mediathek auf Abruf.

Die erfolgreichste Soko ermittelt in Leipzig

In der Soko-Reihe des ZDF ermitteln Kommissare in Leipzig, Wismar, Hamburg, Köln, München, Kitzbühel, Wien, Stuttgartund seit vergangenem Jahr auch in Potsdam.

Hervorgegangen sind die Sokos aus der 1978 gestarteten „Soko 5113“, die seit 2016 „Soko München“ heißt und derzeit 44 Staffeln umfasst.

Die „Soko Leipzig“ ist der erste und erfolgreichste „Soko 5113“-Ableger. Die erste Folge wurde am 31. Januar 2001 ausgestrahlt. Die Serie umfasst derzeit 18 Staffeln – gerade finden die Dreharbeiten für Staffel 19 statt.

Amy Mußul ist seit Staffel 18 als Kommissarin Kim Nowak dabei. Ihren ersten Auftritt hat sie in Folge 19 „Bewährungsprobe“ (insgesamt Folge 362).

Für „Soko Potsdam laufen derzeit die Dreharbeiten für die zweite Staffel, für die zehn Folgen geplant sind. nf

Von Nadine Fabian

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