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Schiffbauergasse mit langer Mängelliste

Kulturspielstätten in Potsdam Schiffbauergasse mit langer Mängelliste

Mehr als acht Jahre sind seit der Fertigstellung des Zentrums für Kunst und Soziokultur in der Schiffbauergasse vergangen, doch noch immer gibt es Baumängel. Zum zweiten Mal in Folge präsentiert die städtische Bauholding Pro Potsdam der Stadt nun eine Rechnung im sechsstelligen Bereich für die Behebung von Baumängeln.

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Auch die Fabrik steht auf der Mängelliste.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die städtische Bauholding Pro Potsdam hat für die Behebung von Baumängeln auf dem Kulturareal Schiffbauergasse einen kurzfristigen Mehrbedarf von knapp 150 000 Euro angemeldet. Bisher seien die Maßnahmen aus dem Budget für laufende Instandhaltung finanziert worden, heißt es in einer der MAZ vorliegenden Beschlussvorlage für den nächsten Hauptausschuss.

Ab dem III. Quartal 2016 werde eine „Beschränkung auf das Notwendigste die Folge sein, wenn die finanziellen Mittel nicht vorhanden sind“. Die Pro Potsdam behalte sich zudem vor, „Objekte aus dem Verwaltungsbestand zu entlassen, wenn ein ordentliche Verwaltung nicht mehr gewährleistet“ sei.

Auf der Mängelliste stehen Spielstätten von fast allen freien Kultureinrichtungen im „Zentrum für Kunst und Soziokultur“, das in der Schiffbauergasse in einem zweiten Bauabschnitt ergänzend zum Theaterneubau errichtet wurde. Rathaussprecherin Christine Homann nannte auf MAZ-Anfrage die Kunstraum-Galerie, das Waschhaus, die Waschhaus-Arena in der früheren Russenhalle, die Freilichtbühne des Waschhauses, das T-Werk, das Studiohaus, die Fabrik und das Offizze, die mit insgesamt knapp 100 000 Euro zu Buche schlagen.

Zusätzlich werden von der Pro Potsdam unter „notwendige Instandhaltungsmaßnahmen“ die Instandsetzung von Dachflächen an den Gebäuden Schiffbauergasse D und E genannt, betroffen sind der Kunstraum und das T-Werk, sowie die Instandsetzung der Bühnenböden in der Maschinenhalle, Spielstätte der Fabrik.

Die Pro Potsdam hat die Bewirtschaftung der Spielstätten des Zentrums für Kunst und Soziokultur sowie eines großen Teils der Freiflächen in der Schiffbauergasse zum 1. Januar 2014 übernommen. Nach dem bis Ende 2017 befristeten Vertrag mit Verlängerungsoption sollte die Pro jährlich 121 000 Euro für laufende Instandhaltungen, 128 000 Euro für sonstige Aufwendungen, sowie eine Vergütung für Personalkosten und Verwalterentgelte bekommen, die sich von 178 000 Euro im Jahr 2014 schrittweise auf 188 900 Euro im Jahr 2017 erhöhen sollte.

Im Jahr 2015 hatte die Pro Potsdam erstmals einen Mehrbedarf in Höhe von knapp 115 000 Euro für die „Beseitigung brandschutzrelevanter Mängel“ und „laufende Instandsetzungen“ angemeldet. Knapp 45 000 Euro davon wurden von der Stadt aus dem Budget „Standortmanagement Schiffbauergasse“ beglichen. Erläuternd heißt es dazu in der aktuellen Vorlage, es handelte sich um „Reste, die ursprünglich für andere Projekte angedacht waren“. Die übrigen rund 70 000 Euro sollen über den Haushalt 2017 ausgeglichen werden. Für die nächsten Jahre ist laut Rathaus kein weiterer Mehrbedarf zu erwarten, da die bestehenden Mängel nun beseitigt seien.

Eine Million Euro pro Jahr für die Bewirtschaftung

Das Zentrum für Kunst und Soziokultur (ZKS) war neben dem Theaterneubau die zweite Großinvestition der Stadt in der Schiffbauergasse. Das im September 2006 eröffnete Theater kostete rund 26,5 Millionen Euro, in das zwei Jahre später fertiggestellte ZKS flossen rund 20,5 Millionen Euro. Regie bei der Errichtung des ZKS führte der Sanierungsträger Potsdam, eine Gesellschaft der städtischen Bauholding Pro Potsdam.

Für die Bewirtschaftung der Schiffbauergasse steht bei der Stadt ein eigenes Budget von jährlich mehr als einer Million Euro bereit. Rund 600 000 Euro stehen unter dem Stichwort Kulturmanagement für Werbung, Veranstaltungs- und Standortmanagement bereit. Verwaltet werden sie vom Fachbereich Kultur.

Gut 400 000 Euro jährlich sind für die Gebäudebewirtschaftung eingeplant, die seit 2014 von der städtischen Pro Potsdam erledigt wird. Vorher kümmerte sich darum der Kommunale Immobilienservice (Kis).

Der in diesem Jahr geltend gemachte Zusatzbetrag von knapp 150 000 Euro zur Behebung von Baumängeln entspricht fast dem Zuschuss für das Festival „Stadt für eine Nacht“, das von der Stadt mit 160 000 Euro gefördert wird.

Von Volker Oelschläger

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