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Schiffbauergasse wird wieder Baustelle

Verdichtungsstudie zum Potsdamer Kulturquartier Schiffbauergasse wird wieder Baustelle

Das große Potsdamer Kunst- und Kulturquartier in der Schiffbauergasse wird wieder Baustelle. In einer Verdichtungsstudie wurden zusätzliche Räume für Kunst, Gastronomie und Gewerbe erkundet. Die erste Baustelle aber soll einen seit Jahren kritisierten Missstand beheben. 2017 soll es in der Schiffbauergasse nach 25 Jahren Wartezeit endlich öffentliche Toiletten geben.

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Isabel Ahrens vor dem Oracleturm.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Das Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse wird wieder zur Baustelle. Wichtigste Neuerung ist 2017 eine erste öffentliche Toilette für das Gelände im Erdgeschoss des Offizzes. Hinzu kommen ein Informationsbüro für Besucher und Arbeitsplätze für das Quartiersmanagement. Das gab die Standortbeauftragte Isabel Ahrens auf MAZ-Anfrage bekannt.

Weitere potenzielle Baustellen finden sich laut Ahrens in einer Verdichtungsstudie, die vom Sanierungsträger im Auftrag der Stadt angefertigt worden sei. Ziel sei es, weitere Räume für Kultur, Kreativwirtschaft, kulturnahes Gewerbe und Gastronomie zu identifizieren. Neu gebaut werden könne demnach etwa auf der als Parkplatz genutzten Fläche vor der Tanzfabrik.

Ein weiterer Ort für Gewerbe befinde sich zwischen Parkhaus und Reithalle. Bis zum Sommer wurde diese Fläche vom Hans-Otto-Theater (HOT) als Logistikplatz genutzt, doch die Container seien mittlerweile abgeräumt.

Reserven gebe es nicht zuletzt in den leer stehenden Gewerberäumen im Erdgeschoss des Boardinghauses. Das Gebäude der früheren Garde-Husarenkaserne an der Berliner Straße, das nach dem Auszug der Bundespolizei als Kunst- und Kreativzentrum genutzt werden könnte, ist laut Ahrens kein Gegenstand der Studie gewesen.

Die 31-Jährige ist im Potsdamer Kulturamt seit August 2013 für die Schiffbauergasse zuständig. Die frühere Industrie- und Militärbrache zwischen Tiefem See, Nuthe- und Berliner Straße wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten mit einer Gesamtförderung von rund 100 Millionen Euro zum Kultur- und Gewerbestandort ausgebaut.

Die bislang letzte, privat finanzierte Baustelle war das Boardinghaus zwischen HOT und Oracleturm, das im August 2014 eröffnete. Jüngste Kultureinrichtung vor Ort ist das Theaterschiff, das Anfang 2014 anlegte.

Obwohl sich die Besucherzahl laut Ahrens von 350.000 im Jahr 2013 auf knapp 400.000 in diesem Jahr steigerte, sehen Kritiker noch immer Reserven. Ursprünglich sollte die Schiffbauergasse pro Jahr mindestens 500.000 Besucher anziehen.

Zusätzliche Angebote waren zuletzt von der Kölner Gutachterfirma AWC empfohlen worden, die 2010 im Auftrag der Stadt ein Betreiberkonzept für das 16 Hektar große Gelände vorlegte. Zu ihren dringenden Empfehlungen zählten eine öffentliche Toilette – die es nun geben soll – und ein Kinderspielplatz, für den laut Ahrens immer noch kein geeigneter Ort gefunden ist.

Die Ergebnisse der Verdichtungsstudie sollen nach Angaben der Standortbeauftragten in den Bebauungsplan einfließen, der von den Stadtverordneten vor Aufhebung der für die Schiffbauergasse geltenden Sanierungssatzung verabschiedet werden soll.

Zentrale Regelung soll die Festschreibung der kulturellen Nutzung für das Quartier sein. Denn die aktuelle kulturelle Zweckbindung im Zusammenhang mit der Millionenförderung für das Zentrum für Kunst und Soziokultur läuft 2021 aus.

Jubiläumsfeier in der Schiffbauergasse

2017 feiert das Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse sein 25-jähriges Bestehen. Im Mai ist der 25. Jahrestag der „Großen Aufführung“ in der Reithalle A. Im August folgt der 25. Jahrestag des Waschhauses, der laut Standortmanagerin Isabell Ahrend groß gefeiert werden soll.

Das Hans-Otto-Theater als größte Kultureinrichtung bezog 1998 mit der Reithalle seine erste Spielstätte in der Schiffbauergasse. Der von Pritzker-Preisträger Gottfried Böhn entworfene Theaterneubau wurde im September 2006 eröffnet. vo

 

Von Volker Oelschläger

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