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Schlägt bald letztes Stündlein fürs „Mercure“?

Potsdamer Wahrzeichen Schlägt bald letztes Stündlein fürs „Mercure“?

In ihrer Sitzung am 27. Januar sollen die Stadtverordneten über die Zukunft des Lustgartens beraten – das Hotelhochhaus inklusive. Finanziert werden könnte der Kauf des „Mercure“ durch die Stadt unter anderem durch den Verkauf von Bauflächen am Bahndamm und auf dem Lustgarten-Stadtplatz vis-à-vis vom Filmmuseum, so Pro-Potsdam-Chef Bert Nicke.

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Das „Mercure“-Hotel ist eine Dominante in der Stadt.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Innenstadt. Geht es dem „Mercure“-Hotelhochhaus bald endgültig an den Kragen? Und werden die Potsdamer irgendwann über eine „Wiese des Volkes“ flanieren; dort, wo früher mal das „Mercure“ stand? Die Voraussetzungen für dieses Szenario könnten bereits in der übernächsten Woche geschaffen werden. Am 27. Januar sollen die Stadtverordneten darüber beraten, wie es in Zukunft mit dem Lustgarten weitergeht. Der Beschluss würde aber unter einem Finanzierungsvorbehalt stehen . Das heißt, er würde erst dann wirksam werden, wenn der Sanierungsträger in der Folge ein schlüssiges Finanzierungskonzept vorlegt.

Dabei ginge es dann auch um Kauf und Abriss des Mercure-Hotels. „Wenn wir eine Finanzierung für ausgeschlossen hielten, würden wir den Vorschlag nicht einbringen“, sagte Bert Nicke, Geschäftsführer der kommunalen Immobilienholding Pro Potsdam und des Sanierungsträgers, am Donnerstag nach der Präsentation des sogenannten „Masterplans“ für den Lustgarten. Dieser basiert auf der dreiphasigen Lustgarten-Werkstatt, die zwischen August 2014 und Mai 2015 unter öffentlicher Beteiligung und mit sieben renommierten Planungsbüros veranstaltet wurde.

Die Vorlage aus dem Rathaus, die von den Stadtverordneten am 27. Januar debattiert werden soll, sieht vor, dass künftig für das „Mercure-Hotel“ eine Art Veränderungssperre gelten soll. Heißt konkret: Alle Baumaßnahmen, die lebensverlängernd für das Hotel wären, würden von den Behörden nicht mehr genehmigt. Egal, ob es sich um eine Fassadensanierung oder um einen Umbau im Inneren des „Mercure“ handeln würde.

Innerhalb von vier Monaten nach dem Stadtverordnetenbeschluss müsste dann das Finanzierungskonzept für die Umsetzung des Masterplans vorgelegt werden, erklärte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann.

Wie der Kauf des Mercure-Hochhauses finanziert werden könnte, erklärte Pro-Potsdam-Geschäftsführer Nicke am Donnerstag auf Nachfrage so: „Möglicherweise unter anderem durch den Verkauf von Bauflächen am Bahndamm und auf dem Lustgarten-Stadtplatz vis-à-vis vom Filmmuseum.“ Man müsste auch prüfen, inwieweit Städtebaufördermittel genutzt werden könnten. Ein Rückgriff auf das Treuhandvermögen des Sanierungsträgers wäre nach gegenwärtiger Stadtverordneten-Beschlusslage nicht möglich. Aber: „Hier bleibt die Entscheidung der Stadtverordneten abzuwarten“, so Nicke.

Denkbar wenig begeistert von den aktuellen Bestrebungen ist hingegen der Hoteldirektor des „Mercure“, Marco Wesolowski. Überraschend kam er zur Pressekonferenz, wo er auch – vergeblich – versuchte, seine Missbilligung loszuwerden. „Die ganze Debatte ist extrem geschäftsschädigend – seit das Thema wieder in der Presse ist, rufen bei uns laufend Gäste an, die wissen wollen, ob unser Haus in ein paar Monaten überhaupt noch steht“, kritisierte Wesolowski anschließend im MAZ-Gespräch: „Wir behalten uns die juristische Prüfung des Beschlussvorschlages und Konsequenzen vor.“

Voll des Lobes über die Lustgarten-Werkstatt war der Cottbuser Architekturprofessor Heinz Nagler: „So ein aufwendiges Verfahren kenne ich eigentlich nicht“, schwärmte der Professor, der die Moderation des Verfahrens von Ex-Bundesminister Wolfgang Tiefensee übernommen hatte und die Bewertung der sieben Entwürfe leitete. Der Masterplan, der sich hauptsächlich aus den Arbeiten von zwei Planungsgemeinschaften zusammensetzt, besteht aus drei Phasen (siehe Infokasten).

André Tomczak von der Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ forderte am Donnerstag eine Bürgerbefragung zum Thema Mercure: „Die sehr intensiv geführte Bürgerbeteiligung, bei der es eine knappe, aber relative Mehrheit für den Erhalt des Mercure gab, hat im Verfahren keine Berücksichtigung gefunden.“ Außerdem übte er Kritik an etlichen Punkten des Masterplans: Das „Trennende der Breiten Straße“ werde nicht entschärft, und die „Wiese des Volkes“ biete keine Anziehungspunkte.

Stadtplanungschef Goetzmann sieht in der Volkswiese gegenüber vom Landtag hingegen viel Potenzial – nicht zuletzt für Demonstranten, die bislang in der „Abstellkammer-Situation am Brauhausberg“ und am engen Alten Markt agieren mussten, wie er sagte.

Von Ildiko Röd

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