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Schlössernacht: Das Staunen soll zurückkehren

Potsdamer Schlössernacht Schlössernacht: Das Staunen soll zurückkehren

Die Potsdamer Schlössernacht litt in den vergangenen Jahren unter Besucherschwund: Von 33 000 auf 25 000 Gäste sanken die Zahlen. Zwei renommierte Berliner Agenturen haben nun einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten, um der erfolgreichen Veranstaltung zu ihrer 19. Auflage neues Leben einzuhauchen. An guten Ideen mangelt es nicht.

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Poetisch und magisch wirken die „Pferdeflüsterer“ der „Compagnie des Quidams“. Sie werden vor dem Schloss Sanssouci auftreten und sich unter die Gäste mischen.

Quelle: Quidams

Sanssouci. Am Ende stand nur noch die Frage: Verändern oder beenden? Das räumte der Generaldirektor der Schlösserstiftung (SPSG), Hartmut Dorgerloh, am Mittwoch zum Thema Schlössernacht vor Journalisten ein. Die Stiftung entschied sich für die Veränderung, denn auch, wenn in den letzten Jahren die Besucherzahlen von 33 000 auf 25 000 sanken, wo früher sämtliche Karten binnen zwei Stunden verkauft waren, sah sie doch das Potenzial der Idee und den Charme des beleuchteten Schlossparks. Also trennte man sich vom bisherigen Ausrichter und schrieb den Auftrag neu aus.

Neue Agenturen: Runze & Casper und Mediapool

Die Hürden waren hoch: Erfahrungen mit Veranstaltungen mit über 30 000 Gästen und mit historischem Erbe, internationale Vernetzung – am Ende blieben drei Kandidaten, und die „Kultur im Park“ (Kip) machte das Rennen. Hinter der Kip stehen zwei Berliner Agenturen: Runze & Casper und Mediapool. Die bespielen auch den Gropiusbau, die Philharmonie, das Olympiastadion, den Karneval der Kulturen, veranstalteten das Spektakel zu 25 Jahren Mauerfall mit Daniel Barenboim, Peter Gabriel und Udo Lindenberg. Sie seien „außerordentlich stolz“ darauf, 300 Hektar Weltkulturerbe bespielen zu können, sagten die Chefs, Carl Michael Casper und Siegfried Paul unisono.

Unterhaltung vor dem angestrahlten Schloss Sanssouci

Unterhaltung vor dem angestrahlten Schloss Sanssouci.

Quelle: Christel Köster

So soll das Staunen zurückkehren

Für fünf Jahre haben sie einen Vertrag, und schon viele Ideen, auch wenn manches noch im Entstehen ist. Das Grundprinzip – Vorabendkonzert am Freitag mit schon beleuchtetem Park und eigenem Feuerwerk, Hauptnacht am Samstag – habe sich bewährt und bleibe gleich, auch die Preise wollen die Neuen gleich lassen. „Das Staunen kehrt zurück“ lautet das selbstbewusste Motto für 2017. Das sollen unter anderem zwei französische Compagnien besorgen – „Quidams“ präsentiert am Schloss Sanssouci die Pferdeflüsterer – 3,50 Meter hohe Kreationen aus Seide, von innen beleuchtet, von Menschen gelenkt. „Ein sehr poetisches Spektakel mitten unter den Zuschauern“, schwärmte Siegfried Paul. Hoch über der Orangerie wird „Transe Express“ mit seinem menschlichen Mobile faszinieren. In luftigen Höhen musizieren die Künstler, und Akrobaten schwingen sich von Arm zu Arm. Selbst ein ganzes Schlagzeug hängt an dem gigantischen Mobile. Auf die Fassade des Neuen Palais’ werden die Lichtbilder der berühmtesten Sandmalerin der Welt projiziert. Sie lässt vergängliche Bilder entstehen, die eigens für die Schlössernacht kreiert wurden – Geschichten rund um das Schloss, Innenansichten des Neuen Palais und vieles mehr. Ein fahrbares Glockenspiel, ein so genanntes Carillon, wird an den Römischen Bädern stehen, die mit Faust und Fuß erzeugten Klänge sollen weit durch den nächtlichen Park schallen.

Mehr Service wie kostenlose WC-Nutzung

Die Kip will darüber hinaus an vielen kleinen Stellschrauben drehen: kostenlose WC-Benutzung, ein sehr gutes Leitsystem, neue Beleuchtung, die eigens dafür angeschafft wurde, nicht mehr hinter jeder Hecke einen Geiger, mehr Werbung und ein Leitsystem auch in der Stadt, Vermarktung in einem Radius, der bis zu zwei Stunden Anreise nach Potsdam umfasst. Das Fest soll familienfreundlicher werden, viel wird schon gezeigt, bevor es dunkel ist, das zentrale Feuerwerk vorgezogen, um den Abend nicht künstlich zu strecken. Das werde sich nicht sofort rechnen, weiß Carl Michael Casper, aber in einem Fünf-Jahres-Rahmen. Für 2017 peilt er auch erstmal 25 000 Gäste an.

Von Jan Bosschaart

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