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Stiftung bremst Stadtverwaltung

Schlösserstiftung zum Pfingstberg-Problem Stiftung bremst Stadtverwaltung

Die Stadt Potsdam will die Diskussionen um die private Sanierung des Pfingstbergparkes durch Springer-Vorstand Mathias Döpfner beenden, indem sie das selbst erledigt. Doch das kann sie nicht ohne das Einverständnis der Länder Berlin und Brandenburg und des Bundes.

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Der Meyer-Plan aus dem 19. Jahrhundert zeigt die Villa Henckel (rot) oben auf dem Berg und rechts darunter den Wasserfall mit Grotte und Bachlauf, der nach bisherigem Planungsstand zerschnitten wäre. Deshalb wollte man Mathias Döpfner mehr Parkfläche überlassen.

Quelle: Archiv

Nauener Vorstadt. Die Stadt Potsdam will die Sanierung des Pfingstberg-Parkes und der Vila Schlieffen darin in die eigenen Hände nehmen, doch das liegt gar nicht in ihrer Macht. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) Berlin-Brandenburg hat am Donnerstag klargestellt, dass allein der Stiftungsrat entscheiden kann, ob das Gelände an die Stadt übertragen und der Sanierungsvertrag mit dem Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner aufgelöst werden kann. Döpfner selbst, dem oben auf dem Berg die Villa Henckel und drumherum ein Viertel des Parkgeländes gehören, steht zum Vertrag und seiner Garantie, den Park und die Villa Schlieffen denkmalgerecht bis ins Detail zu sanieren und öffentlich nutzbar zu machen. Die Stiftung zeigte sich am Mittwoch erfreut, dass Döpfner weitermachen will, wollte aber keine Prognose abgeben, ob noch ein Kompromiss zu erzielen ist. Die Stadt habe Gesprächsbedarf signalisiert, sagte Stiftungssprecher Frank Kallensee der MAZ: „Das ist auch nötig.“ Die Stadt selbst habe ein Verwaltungsverfahren „federführend angeschoben“, um eine Lösung für die Parksanierung zu finden. Experten der Stadt, der Stiftung und der Landesdenkmalpflege hätten sich in mehreren Konferenzen darauf geeinigt, Döpfner einen deutlich größeren Parkteil zur privaten Nutzung zu überlassen, um Wege und Landschaftselemente wie den Wasserfall mit Bachlauf und Teichkette nicht durch Zäune zu zerschneiden. Wenn Oberbürgermeister Jann Jakobs das Ergebnis jetzt in Frage stelle, müsse er sich nach dem Sinn des Verwaltungsverfahrens fragen lassen.

Wenn Jakobs zudem erwarte, dass die Stadt das Gelände kostenlos übertragen bekommt, wie es auch die Schlösserstiftung vom Bund bekam, sei auch das eine Entscheidung des Stiftungsrates. Ob die Stadt dann dieselbe Verpflichtung zur Komplettsanierung auferlegt bekäme, wollte Kallensee nicht voraussagen. Das gilt aber als wahrscheinlich, denn die Übertragung an die Stiftung erfolgte einst unter der Bedingung, dass „ein im Unesco-Welterbebereich befindliches Gartendenkmal“ denkmalgerecht wiederhergestellt wird. Das könne derzeit nur Döpfner leisten. Die von Oberbürgermeister Jakobs angestrebte „Sanierung light“ entspreche in keiner Weise der Forderung des Bundes.

Die Villa Schlieffen zu verkaufen, sei gleichfalls nicht Sache der Stadt, sondern der Schlösserstiftung als Eigentümer, sagte Kallensee. Das müsse der Stiftungsrat entscheiden, doch sei der Verkauf der Villa nie erwogen worden. Döpfner hätte sie saniert; sie wäre aber Eigentum der Stiftung geblieben. Im Falle der Übertragung von Park und Villa an die Stadt Potsdam hat auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein Wort mitzureden. Sie könnte sogar selbst die Villa veräußern. „Potsdam verkauft schon Felle, die es gar nicht hat“, beschreibt Kallensee den Jakobs-Vorstoß.

Von Rainer Schüler

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