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Potsdam Schlösserstiftung zieht zum Hauptbahnhof
Lokales Potsdam Schlösserstiftung zieht zum Hauptbahnhof
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19:05 20.07.2016
Architekt Volker Staab (l.), Kulturministerin Martina Münch (SPD) und Stiftungsgeneraldirektor Hartmut Dorgerloh auf der Baustelle. Quelle: imago stock&people
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Die Schlösserstiftung bekommt über ein zweites Sonderinvestitionsprogramm bis zum Jahr 2030 weitere 400 Millionen Euro zur Sanierung ihrer Anlagen. Mit dem Eckwertebeschluss für den Doppelhaushalt 2017/18 hat das Brandenburger Kabinett am Montag den Beitrag des Landes dafür auf den Weg gebracht. Das gab Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Mittwoch bei der Grundsteinlegung für den Neubau eines Stiftungsdepots auf dem Gelände des früheren Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) bekannt.

Das künftige Zentraldepot an der Friedrich-Engels-Straße ist mit einer Gesamtinvestitionssumme von zwölf Millionen Euro die letzte große Baustelle der Schlösserstiftung, die aus dem vom Bund, Berlin und Brandenburg mit 155 Millionen Euro ausgestatteten Sonderinvestitionsprogramm I finanziert wird.

Größte Förderprojekte sind mit rund 50 Millionen Euro die Sanierung des Neuen Palais und mit mehr als 30 Millionen Euro der Neubau des Wissenschafts- und Restaurierungszentrums der Stiftung auf dem Grundstück des alten Hans-Otto-Theaters in der Zimmerstraße. Das Budget des SIP II soll vom Bund mit 200 Millionen Euro sowie von den Ländern Berlin mit 66 Millionen Euro und Brandenburg mit 133 Millionen Euro finanziert werden.

Im neuen Zentraldepot, das Ende des nächsten Jahr fertiggestellt werden soll, werden auf 5800 Quadratmetern in zwei Etagen Kunstgüter zusammengeführt, die bislang auf sieben Standorte in Brandenburg und Berlin verteilt sind. Ein Teil der Kunstgegenstände lagert derzeit unter dem Dach des Neuen Palais.

Die Bestände stammen nach Angaben von Stiftungs-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh zum Großteil aus den Schlössern und Kunstsammlungen des brandenburgisch-preußischen Hofes. Dazu gehören auch evakuierte Ausstattungen aus Schlössern, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, darunter das Berliner und das Potsdamer Stadtschloss Hinzu kommen Objekte aus brandenburgischen Schlossbergungen, die im Zuge der Bodenreform durchgeführt wurden.

Der Neubau soll optimale konservatorische Bedingungen für das Kunstgut bieten, sowie hohen Sicherheits- und Brandschutzanforderungen entsprechen. Für die Frontseite des Gebäudes zur Friedrich-Ebert-Straße ist eine Metallfassade vorgesehen, für die übrigen Seiten soll silbergrauer Klinker verwendet werden.

Das Äußere des Gebäudes korrespondiert mit der seit geraumer Zeit leerstehenden Fertigungshalle von Magna Steyr auf der linken und der bereits seit Jahrzehnten ungenutzten Neuen Halle des RAW auf der rechten Seite, die unter Denkmalschutz steht.

Mittelfristig soll das Depot nach Angaben von Stiftungssprecher Frank Kallensee auf der Rückseite zu den Gleisen der Bahn hin durch einen Anbau für die Skulpturensammlung der Schlösserstiftung ergänzt werden, die derzeit ebenfalls zum großen Teil im Neuen Palais aufbewahrt werde. Das Skulpturendepot zählt zu den Projekten, die aus dem zweiten Sonderinvestitionsprogramm gefördert werden könnten.

Nach ursprünglichen Plänen sollte das Zentraldepot als unterirdische Anlage in den Neubau des Wissenschafts- und Restaurierungszentrums in der Zimmerstraße integriert werden. Davon nahm man laut Dorgerloh aber nicht zuletzt aus finanziellen Gründen Abstand. Zu den bautechnischen Problemen zählte das hohe Grundwasser, zudem wäre das Platzangebot beschränkt gewesen.

Das teilweise auch der Öffentlichkeit zugängliche Wissenschafts- und Restaurierungszentrum soll voraussichtlich im ersten Quartal 2017 fertiggestellt sein. Zu den Abteilungen mit Publikumsverkehr gehören die Stiftungsbibliothek und eine Kantine in der früheren Theaterklause. Der Platz des neuen Zentraldepots in Bahnhofsnähe wurde laut Kallensee aus Kostengründen gewählt.

Von Volker Oelschläger

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