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Schloss Babelsberg erstrahlt in altem Glanz

Schöne Überraschung für Osterspaziergänger Schloss Babelsberg erstrahlt in altem Glanz

Seit knapp drei Jahren war das Potsdamer Schloss Babelsberg hinter Gerüsten und Bauplanen verhüllt. Rechtzeitig zu Ostern erstrahlt das Haus nun wieder im alten Glanz. Für mehrere Millionen Euro hat die Schlösserstiftung die Fassaden sanieren lassen. Für das kommende Jahr ist im Schloss eine Ausstellung geplant.

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Schloss Babelsberg, Sommerresidenz Wilhelms I., zeigt sich in diesen Tagen wieder „hüllenlos“.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Babelsberg. Osterspaziergängern im Park Babelsberg wurde eine erfreuliche Überraschung beschert: Zum ersten Mal seit mehreren Jahren präsentiert sich das Schloss wieder ohne Baugerüste und erstrahlt im alten Glanz. Die Anfang 2013 begonnene Sanierung der Dächer, Fassade und Fenster ist abgeschlossen. Auch die Sanierung der Terrassen an der ehemaligen Sommerresidenz Kaiser Wilhelms I. geht in die Zielgerade und soll bis zum Sommer abgeschlossen sein.

9,7 Millionen kosteten Hüllensanierung und Arbeiten an Außenanlagen

9,7 Millionen Euro haben die Baumaßnahme am Schloss und an den Außenanlagen gekostet – eine Schönheitskur wie aus dem Märchenbuch. Denn aus dem ziemlich hässlichen Entlein mit graustichiger Fassade ist wieder ein stolzer Schwan geworden. Allerdings kein weißer, denn das Mauerwerk leuchtet wieder in schönstem Ziegelgelb. Vor der Sanierung bot das Ensemble einen traurigen Anblick: Abgängige Putzflächen, korrodierende Metallteile, ungestrichene Fenster und Türen, geschwärzte Ziegel und Sandsteinflächen und undichte Dächer bestimmten das Schadensbild. Und heute? „Ein Unterschied wie Tag und Nacht“, schwärmt Volker Thiele, Referatsleiter Hochbau in der Abteilung Architektur der Schlösserstiftung, über die Verwandlung der Außenansicht. Die Fassaden-Sanierung des Schlosses, das 1833 als Sommersitz für den späteren Kaiser Wilhelm I. im Stil der Neugotik erbaut wurde, stellte dabei eine ganz besondere Herausforderung dar. Beim Bau hatte man nicht an den unterschiedlichen Materialien gespart, was die Arbeiten an der aufgefächerten Fassade nun sehr aufwendig gestaltete: Neben dem Ziegel gibt es große Putzanteile und Natur- beziehungsweise Kunststein sowie Metall- und Zinkguss. Jedes Material wird von einem anderen Restaurator bearbeitet.

Die Nadelholz-Notversprossung an den Fenstern ist endlich wieder weg

Aufwendig sind auch die neuen Verglasungen: Sie müssen sowohl den historischen Ansprüchen als auch den modernen Lichtschutz- und Sicherheitsanforderungen Genüge leisten. Die Original-Eichenholzfenster mit insgesamt 550 Quadratmetern Fensterfläche wurden aufgearbeitet und von ihrer Nadelholz-Notversprossung aus dem Jahr 1945 befreit, so dass jetzt der Blick auf die Landschaft wieder freier ist.

Historische Ansicht des Schlosses

Historische Ansicht des Schlosses.

Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Aber was wäre ein Schloss, das wie aus einem Prinz-Eisenherz-Roman entsprungen scheint, ohne Zinnen? Auch ihnen wurde im Zuge der Bauarbeiten zu neuer Ansehnlichkeit verholfen. Die relativ grobschlächtigen Bleche, die vorher zur Abdeckung dienten, sind nun so weit zurückgenommen worden, dass sie nicht mehr störend ins Auge fallen.

2017 ist eine Ausstellung über Gartenkünstler Pückler-Muskau geplant

Während sich das Äußere also wieder schmuck wie aus dem berühmten Bilderbuch präsentiert, harrt das Schloss-Innere noch der Sanierung. Aber es besteht durchaus Anlass zur Hoffnung. Im Zuge des neuen, ab 2018 geplanten Sonderinvestitionsprogramms könnten auch dafür die Gelder fließen. Nach zweijähriger Planung könnte dann 2020 der Sanierungsstart sein. Davor öffnet das Schloss aber seine Pforten: 2017 soll es für die Dauer einer Sonderausstellung der Schlösserstiftung, die dem Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau gewidmet ist, wieder für Besucher zugänglich sein. Die Schau wird in den Schlossinnenräumen und im Park das Wirken Pücklers in Babelsberg und am preußischen Hof thematisieren. Den Babelsberger Park gestalteten Peter Joseph Lenné und Pückler-Muskau als englischen Landschaftsgarten. Ein wichtiger Teil sind die Brunnen und Wasserläufe. Unterhalb des Parks zieht sich ein riesiges Netz aus unterirdischen Wasserleitungen. Derzeit laufen auch hier bis Jahresende die 5,9 Millionen Euro teuren Sanierungen.

Blick ins Innere des Schlosses

Blick ins Innere des Schlosses.

Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Nach dem Tod Wilhelms I. im Jahr 1888 bevorzugten die kaiserlichen Nachfolger andere Schlösser als Wohnsitz. Ein 1907 geplanter Umbau des Schlosses für Kronprinz Wilhelm wurde nicht ausgeführt. Das Mobiliar ging durch Plünderungen nach 1945 verloren. Ab 1953 nutzte die Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR einige Räume. Von 1954 bis 1957 war im Schloss die Hochschule für Film und Fernsehen untergebracht, die in den Räumlichkeiten des Schlosses gegründet wurde. Ab 1970 beherbergte die einstige kaiserliche Sommerresidenz ein Museum für Ur- und Frühgeschichte. Nach der Wende wurde der Schlossbau ab 1992 für museale Zwecke hergerichtet.

Von Ildiko Röd

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