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Schloss Wiepersdorf präsentiert sich in Potsdam

Neue Ausstellung Schloss Wiepersdorf präsentiert sich in Potsdam

Seit zehn Jahren ist das traditionsreiche Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf unter der Trägerschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Um das zu würdigen, wurde nun im Kunsthaus Potsdam ein Festival konzipiert mit einer umfangreichen Ausstellung, aber auch Literatur und Musik.

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Birgit Möckel bereitete die Ausstellung „Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf zu Gast im KunstHaus Potsdam - Ein interdisziplinäres Festival“ vor.

Quelle: Karen Grunow

Wiepersdorf/Potsdam. Seit Jahren schon schreibt Joanna Schulte zärtliche Briefe an Oliver. Doch stets kommen ihre Bekenntnisse nach Wiepersdorf zurück mit dem Vermerk „Empfänger nicht zu ermitteln“. 2012 war Schulte Stipendiatin im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, seitdem verschickt sie ihre Liebesbriefe an Oliver mit diesem Absender. Einige jener Botschaften wird sie nun zeigen in einer Ausstellung, die am Sonntag im Kunsthaus Potsdam eröffnet wird. „Zehn Jahre Wiepersdorf unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind ein Anlass, Wiepersdorf hier einmal in dieser Breite vorzustellen. Damit der verwunschene Ort mehr ins Bewusstsein rückt, um die Menschen auch dorthin zu locken“, sagt Birgit Möckel. Die Kunsthistorikerin ist Vorsitzende des Kunstvereins Kunsthaus Potsdam, der seit 2002 das ehemalige Pferdelazarett der Garde-Ulanen-Kaserne für sieben Ausstellungen pro Jahr nutzt.

100 bildende Künstler seit 2006

Rund 100 bildende Künstler verbrachten seit 2006 jeweils einige Monate im einstigen von-Arnim-Schloss Wiepersdorf, konnten in der ländlichen Einsamkeit an traditionsreichem Ort und in inspirierendem Austausch mit Künstlerkollegen, Literaten und Komponisten arbeiten. Alle Künstler wurden vom Kunstverein angeschrieben. Gesucht wurden Werke, die sich auf Wiepersdorf beziehen, erklärt Möckel. Obwohl alles kurzfristig geplant werden musste, legten mehr als die Hälfte der Künstler ihre Konzepte vor. 25 davon haben Birgit Möckel und ihre Stellvertreterin Gudrun Gorka-Reimus nun für die Ausstellung ausgewählt, weniger entscheidend dafür war, alle Jahrgänge abzudecken, sondern „eine Auswahl zu treffen, die diversen Medien gerecht wird und das Spektrum spiegelt“, so Möckel.

Der Potsdamer Fotograf Joachim Liebe lernte Friseurin Erika während seines  Wiepersdorf-Aufenthaltes 2014 kennen

Der Potsdamer Fotograf Joachim Liebe lernte Friseurin Erika während seines Wiepersdorf-Aufenthaltes 2014 kennen.

Quelle: Joachim Liebe

Da sind Joachim Liebes anrührend-herzerfrischende Fotografien von Friseurin Erika, die in ihrer Kittelschürze den Damen des Dorfes Dauerwellen legt. Oder Nezaket Ekicis Aufnahmen der Performance „Schlaraffenland“, die die international gefragte Künstlerin 2007 während ihres Stipendiums in Wiepersdorf realisierte. Ein fotografisches Tagebuch zu seiner Zeit im Schloss 2010 reichte Uwe Klos ein. Göran Gnaudschun erkundete Wiepersdorf bei Nacht und Petra Tödter die Militärgeschichte der Region, ihre Objekte wecken Assoziationen zur Luftfahrt. Juliane Duda verfremdete in ihren Bildern die Architektur des nahen Hohenseefeld, Dina Boswank hat über die Wanderdüne im Forst Zinna Jüterbog-Keilberg eine Video- und Soundinstallation geschaffen. Dieter Froelich ließ sich von der Nähe zum Spreewald inspirieren und stellte Gurkenlimonade her, von der er einige Flaschen zur Ausstellung nach Potsdam schickt. Cony Theis sucht in ihrer Arbeit nach dem schönen Ingo, einer Wiepersdorfer Legende nach ein Förster, der urplötzlich verschwand.

Ausstellung, Lesung und Vorführung

„In unserer Vorstandsrunde ist schon mal die Idee aufgekommen, etwas zu Wiepersdorf zu machen“, erzählt Birgit Möckel. Zufällig lernte sie dann Anne Frechen, die Direktorin des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf, kennen. Die Idee wurde schnell konkret. Es wird nicht nur eine Ausstellung geben, sondern mit Musik, Lesungen und einer Vorführung des in Wiepersdorf entstandenen Films „Theos Haus“ ist aus dem Ausflug der Wiepersdorfer nach Potsdam ein richtiges Festival geworden.

Es ist gewissermaßen Teil eines Festreigens, um die Wiederauferstehung des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf vor zehn Jahren nach der plötzlichen Schließung 2004 zu feiern. Derzeit läuft noch im Berliner Finnland-Institut eine Ausstellung ehemaliger finnischer Wiepersdorf-Stipendiaten. Am 26. Juni gibt es wie jedes Jahr ein großes Sommerfest am Schloss, zum Jahresende soll es wieder eine große Präsentation sämtlicher Stipendiaten des aktuellen Jahrgangs geben. Die Schirmherrschaft für dieses Festjahr hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke übernommen. „Das ist ein Bekenntnis zu Wiepersdorf“, freut sich Anne Frechen darüber und über den Besuch von Kulturministerin Martina Münch zur Vernissage am Sonntag in Potsdam.

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nfo : Das Kunsthaus Potsdam befindet sich im Ulanenweg 9 in Potsdam. Geöffnet ist dienstags von 11 bis 15 Uhr, mittwochs bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr.

Von Karen Grunow

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