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Potsdam Schloss sonst noch teurer
Lokales Potsdam Schloss sonst noch teurer
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10:17 14.06.2013
Historische Ansicht des Potsdamer Stadtschlosses. Quelle: ARCHIV
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POTSDAM

Konkret habe es sich „um geometrische Anpassungen von Säulentrommeln an den nördlichen Kopfbauten des Landtagsneubaus“ gehandelt. In dem vom Land Brandenburg mit der bauausführenden BAM Deutschland AG geschlossenen Vertrag waren hingegen der vollständige Einbau der Spolien und entsprechende denkmalrechtliche Auflagen festgeschrieben. Ausnahmen sollten nur wegen statisch-technischer Erfordernisse zulässig sein. Ermöglicht wurde die Kürzung an der Unterseite von mindestens vier Säulentrommeln 2011 durch einen Entscheid der damaligen Kulturministerin Martina Münch (SPD).

Grundsätzlich seien solche denkmalrelevanten Fragen „in einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe abgestimmt“ worden, sagt Saskia Hüneke, die als Kustodin der Skulpturensammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) für die Aufbewahrung der geretteten Originalbauteile des 1959/60 gesprengten Stadtschlosses zuständig war. Doch infolge der vom Vorgängerbau abweichenden Maße habe es beim Einbau der Säulen „am Portikus des westlichen Seitenflügels Probleme“ gegeben. Die ministerielle Genehmigung sei nötig geworden, weil ein Einvernehmen mit den Denkmalbehörden nicht herzustellen gewesen sei. Die Alternative habe gelautet: „Ersatz durch Kopien oder Maßanpassung zugunsten eines hohen Anteils an Originalsubstanz an der gesamten Marktseite des Bauwerks.“ Die handwerklich solide Ausführung der Anpassung sei der „gerade noch ertragbare Kompromiss“ gewesen. Landeskonservator Thomas Drachenberg erklärt dazu: „Der Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege ist Substanzerhaltung. Hier ging es um Substanzverlust und das konnten wir nicht mittragen. Der Fall musste deshalb denkmalpolitisch entschieden werden.“ Die Frage, warum, wenn schon rekonstruiert wird, nicht die originalen Baumaße angesetzt wurden, kann er nicht beantworten.

Neuanfertigungen hätten „zu erheblichen Mehrkosten und einer Bauverzögerung geführt“, begründet Moek die Entscheidung für die Anpassung. „Die den Belangen des Denkmalschutzes entgegenstehenden öffentlichen Interessen überwogen.“ Überdies hätte eine Reihe „heller neu gefertigter Säulentrommeln die ganzheitliche Wirkung des nahezu komplett erhaltenen und wieder eingebauten Bildschmucks stark beeinträchtigt“. Zugleich räumte Moek ein, dass auch an anderen für den Wiedereinbau vorgesehenen Teilen „Substanzabtragungen vorgenommen werden mussten“, überwiegend im hinteren Bereich.

Landtagsarchitekt Peter Kulka wollte das auf Anfrage nur insofern kommentieren, als er von insgesamt 300 Originalbauteilen sprach und dass der Substanzverlust „so gering wie möglich“ geblieben sei. (Von Frank Kallensee)

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