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Schluss mit Wildschwein-Glück im Unterholz

Gartendenkmal Marquardt Schluss mit Wildschwein-Glück im Unterholz

Frühlingsfein – so präsentiert sich der Schlosspark wieder. Seit November sind Zweidrittel des Areals schick gemacht worden. Die Maßnahme wurde vom Jobcenter finanziert. Obwohl die Stadt fast 20 000 Euro jährlich investiert, reicht das nur für die „Grundbedürfnisse“. Dennoch könnte ein Wunsch der Marquardter für ihr Gartendenkmal bald in Erfüllung gehen.

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Quelle: Bernd Gartenschläger

Marquardt. Früher konnte man im Park von Marquardt ja noch sein blaues Wunder erleben. In der so genannten „Blauen Grotte“ hielt der Rosenkreuzer-Geheimbund seine spiritistischen Sitzungen ab, mit König Friedrich Wilhelm II. inmitten der Promi-Runde.

Geister erscheinen in Marquardt heute mutmaßlich keine mehr. Auch die blaue Grotte verschwand. Aber der idyllisch am See gelegene Park ist ein Kleinod unter Denkmalschutz. Gartenarchitektur-Star Peter Joseph Lenné zeichnete 1823 die Planskizze. 1892 erwarb Kommerzienrat Louis Ravené, ein Stahl-Fabrikant aus Berlin, den Besitz. Damals wurde der Park in südöstlicher Richtung erweitert. Insgesamt umfasst er heute 7,5 Hektar Pflegefläche. Mit einigen Teichen und romantisch anmutenden Brücken wirkt er ein bisschen wie die Kulisse für einen Märchenfilm. Nur das Unterholz, aus dem im Märchen dann meist der Wolf hervorlugt, fehlt fürs typische Ambiente. Seit November sind Zweidrittel des Areals von einem Dutzend fleißiger Arbeiter frühlingsfein gemacht worden. In den letzten Jahren war der Aufwuchs, der aus dem Anflug von Pappel- und Ulmen-Samen entstand, in die Höhe geschossen – für manche Waldbewohner das perfekte Undercover-Ambiente. „Da ist sechs oder sieben Jahre nichts gemacht worden“, erzählte Gartenbaumeister Peter Dietz von der „Gemeinnützigen Servicegesellschaft zur Förderung des Landeschafts-, Natur- und Umweltschutzes“ (GSG) am Dienstag: „Die Wildschweine haben sich wohlgefühlt.“ Damit ist dank der vom Arbeitsamt finanzierten Maßnahme jetzt Schluss. Außerdem wurden Alleen wieder freigelegt; Knöterich und wilder Hopfen beseitigt.

Am 27. Februar war „Subbotnik“-Tag in Marquardt

Auch die Marquardter griffen zum Gartengerät. Am 27. Februar rückten sie zum „Subbotnik“ aus. Ein tolles Erlebnis für Ortsbeiratschefin Ramona Kleber: „Es war wirklich schön zu sehen, wie bürgerschaftliches Engagement und das Handeln der Verwaltung Hand in Hand gehen. So kann es auch zukünftig weitergehen!“ Soll es auch, wenn es nach Ortsbeiratsvize Peter Roggenbuck und Gartenexperte Axel Blum geht. Sie würden sich noch mehr „Subbotniks“ wünschen: „Die Leute sollen merken, dass es ,ihr’ Park ist.“ Melden kann man sich beim Kultur- und Heimatverein Wublitztal.

Die Verschönerungsmaßnahmen im restlichen Park-Drittel zum Schloss hin werden weitergehen. Herbert Claes, städtischer Leiter Grünflächen, ist zuversichtlich, dass das Jobcenter ein Anschlussprojekt bewilligt.

Fast 20 000 Euro investiert die Stadt jährlich in die Schlosspark-Pflege, doch das reicht nur für die Grundbedürfnisse wie Baumschnitt und Wege-Instandhaltung. „Unser Etat ist begrenzt“, bedauert Claes.

Mäzen dringend gesucht – Vorbild ist Paretz

Die Marquardter würden sich einen Mäzen für den Park wünschen. Sehnsuchtsvoll blicken sie ins nahe Paretz, wo sich die Kaufhaus-Dynastie Breuninger engagiert. Ein kleinerer Wunsch könnte aber in Erfüllung gehen. Die Errichtung eines Pavillons in der Nähe der Steinbrücke hat den Segen der Denkmalpflege. Von hier aus kann man dann entspannt den Ausblick auf jene 17 seltenen Bäume genießen, die in diesen Tagen neu gepflanzt wurden und so schöne Namen wie Tilia mongolica oder Salix alba tragen. Dank ihnen kann man im Gartendenkmal weiter sein grünes Wunder erleben.

Von Ildiko Röd

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