Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Schmacht-Alarm
Lokales Potsdam Schmacht-Alarm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:50 06.08.2013
Wilhelm Giesicke (Reinhard Simon) mit Tochter Ottilie (Susanne von Lonski). Quelle: Bernd Gartenschläger
Beelitz

Der Hauch von Österreich, der am Sonntagabend über die Beelitzer Festwiese (Potsdam-Mittelmark) wehte, war vielmehr eine Böe. Zur Premiere des Singspiels „Im Weißen Rößl“ bei den ersten Beelitzer Festspielen schwenkten Hunderte Besucher die rot-weiße Flagge, der echte österreichische Botschafter ließ sich begrüßen und sogar der Kaiser (gespielt vom mittlerweile 83-jährigen Peter Wieland) hatte einen rührigen Auftritt. Dazu gab es Balletteinlagen, Feuerwerk, wiehernde Pferde und einen Oldtimer auf der Bühne. Preußische Zurückhaltung sieht anders aus. Peter Fabers hat den wuchtigen Stoff ebenso wuchtig inszeniert.

Zum ersten Mal finden vom 4. bis 14. August die Beelitzer Festspiele an der Nieplitz statt. Die Stadt hat das Open-Air-Spektakel gemeinsam mit den Uckermärkischen Bühnen Schwedt, dem Brandenburgischen Konzertorchester Eberswalde, der Berliner Tanzformation „Energy Dancers“, Beelitzer Chören und Regisseur Peter Fabers auf die Beine gestellt. An fünf Abenden im August wird eine Brücke geschlagen zwischen dem märkischen Beelitz und dem österreichischen Wolfgangsee, werden Stars wie Dagmar Frederic, Peter Wieland und Christian Grygas, der schon an der Komischen Oper Berlin und der Staatsoperette Dresden gespielt hat, unter freiem Himmel auftreten – und dabei Evergreens wie „Die ganze Welt ist himmelblau“ und „Es muss was Wunderbares sein“ schmettern.

Es geht im österreichischen Hotel „Im Weißen Rößl“ schließlich um das ganz große Schmachten: Oberkellner Leopold (Ireneusz Rosinski) umgarnt Wirtin Josepha (eine giftige Dagmar Frederic: „Solche verdrehten Augen hab ich nur bei Kälbern gern.“). Doch natürlich verehrt diese einen gebildeten Angeber, der sich wiederum in ein viel jüngeres Ding verguckt hat. Und das Ding kann sogar Spagat und trällert dabei im Sopran! Susanne von Lonski, Schauspielerin der Uckermärkischen Bühnen Schwedt, steht die Rolle der Berliner Göre Ottilie ausgezeichnet. Sie bringt Schwung in die Holzhütte gemeinsam mit dem lispelnden Klärchen (der Kabarettistin Andrea Meissner) und dem Berliner Urgestein Wilhelm Giesicke (Reinhard Simon). Der kann sich nur schwer damit anfreunden, den Urlaub ohne Buletten rumzukriegen und zieht dann doch die Lederhosen an. Vom Publikum gibt es ein bewunderndes „Hui“.

Ausverkaufte Premiere - darunter auch zahlreiche Prominente wie Manfred Stolpe oder Turbine Trainer Bernd Schröder. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Chor, bestehend aus Frauenchor und Carnevalsclub Beelitz, bleibt im Vergleich zu den ins Mikrofon geschmetterten Soli und Duetten akustisch zurück. Dem Brandenburgischen Konzertorchester Eberswalde fehlt ein wenig Walzerseligkeit. Doch das Publikum schunkelt mutig zu nahezu jedem Schlager: „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist?“, „Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein“ oder „Die ganze Welt ist himmelblau“ – in Beelitz auf jeden Fall.

Von Juliane Primus

„Im Weißen Rößl“, weitere Vorstellungen am 7., 9., 10. und 14. August. Karten unter <SC802,83> 0331/284 02 84 (MAZ-Card 10 %)

Potsdam Sechstes asiatische Inselfest "Feuer und Wasser" auf der Freundschaftsinsel - Die Kinder des Drachens
06.08.2013
Potsdam "Potsdam wird immer mehr zu einem künstlichen Disneyland" - Debatte um Stadt und Sprayerszene

Zu einem Dialog der Stadt und der wachsenden Graffitiszene riefen professionelle Sprayer am Wochenende bei einer Gesprächsrunde zum Sprayer- und Breakdance-Event "Asphaltkultur" auf der Jugendaktionsfläche am Bassinplatz auf.

04.08.2013
Potsdam Lange Babelsberger Filmparknacht mit atemberaubender Stuntshow - Knall im Kiez

Pünktlich zum ganz großen Knall endete der Sommerschauer. Etwas Anderes als ein perfektes Timing hätte man von Friedhelm Schatz auch nicht erwartet.

04.08.2013