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Potsdam Schnelle Hilfe für Gewaltopfer in Potsdam
Lokales Potsdam Schnelle Hilfe für Gewaltopfer in Potsdam
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08:08 15.07.2017
Matthias Beutke (l.), Vorsitzender der Opferhilfe, und Justizminister Stefan Ludwig besiegeln den Neustart der Traumaambulanz. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Opfer von Gewalt- und Sexualstraftaten müssen mit ihren Ängsten und seelischen Verletzungen nicht länger allein bleiben. Ab sofort haben sie wieder einen Ort, an dem sie schnelle und unbürokratische Hilfe erhalten, um den ersten Schock zu mildern und weitere therapeutische Schritte verabreden zu können: Nach einem Jahr Zwangspause hat am Freitag die Traumaambulanz des Vereins Opferhilfe Land Brandenburg in Potsdam wiedereröffnet. Die Traumaambulanz – eine Art psychotherapeutische Notaufnahme – hatte im Juni 2016 schließen müssen, weil schlichtweg das Geld fehlte.

Unter einem Dach mit der Opferberatung

Wer eine schlimme Erfahrung gemacht hat und dringend therapeutische Unterstützung braucht, ist nun in den Räumen der Potsdamer Beratungsstelle der Opferhilfe in der Jägerstraße 36 richtig – dort hat der Verein die Traumaambulanz einquartiert. Sie ist laut dem Vereinsvorsitzenden Matthias Beutke „ein Herzensanliegen“. Schon vor der Eröffnung Anfang 2013 – damals in der Feuerbachstraße 37 – habe die Opferhilfe „viele Jahre“ daran gearbeitet, das Angebot verwirklichen zu können. Eine Kooperation mit der Aktion Mensch hatte den Start schließlich ermöglicht. Das Modellprojekt war allerdings nur auf drei Jahre befristet.

Nun springt das Land Brandenburg ein. Justizminister Stefan Ludwig (Linke) überbrachte gestern die Förderzusage über rund 8300 Euro. „Damit ist die Traumaambulanz bis zum 28. Februar 2018 abgesichert“, sagt Matthias Beutke.

Die Förderung reicht nur bis Anfang 2018

„Das Projekt hat’s verdient“, sagt Stefan Ludwig. „Wir werden uns bemühen, dass wir es auch in den kommenden Jahren positiv begleiten.“ Eine langfristige Förderzusage ist das freilich nicht, allenfalls ein Funke Hoffnung, dass es über das Frühjahr 2018 hinaus weitergeht. Ludwig sieht dabei auch die Krankenkassen in der Pflicht und nicht zuletzt die Gesellschaft. „Jeder kann spenden“, sagt der Justizminister. Er wünsche sich für das Land Brandenburg viel mehr Traumaambulanzen: „Eigentlich müsste jede größere Stadt eine haben.“

Rosmarie Priet ist zunächst einmal froh, dass es diese eine Ambulanz wieder gibt. „Wir haben nichts unversucht gelassen, sie zu retten“, sagt die Psychologin, die die Opferberatungsstelle in Potsdam leitet. Als im Juni 2016 trotz aller Bemühungen Schluss war mit der schnellen Ersten Hilfe, habe man die Klientinnen natürlich nicht einfach fallen gelassen. „Wir haben sie bis zum Ende behandelt“, sagt Rosmarie Priet. Später angemeldeten Bedarf habe man über die Beratungsstelle kompensiert. „Für eine traumaverarbeitende Therapie brauchen wir aber einen anderen Rahmen“, so Rosmarie Priet. Beraten, begleiten, behandeln – das seien verschiedene Dinge.

Ankommen und sich aufgehoben fühlen

„Wer sich an die Traumaambulanz wendet, erhält innerhalb von Tagen einen Termin“, sagt Stefan Ludwig. „Bei niedergelassenen Therapeuten oder der Psychiatrie kann das Wochen, sogar Monate dauern – es ist großartig, dass Betroffenen so eine Tour nun erspart bleibt, dass sie hier ankommen und sich aufgehoben fühlen können.“

Betroffene erhalten in der Ambulanz bis zu 25 Stunden traumatherapeutische Hilfe – dabei geht es als erstes darum, sie emotional zu stabilisieren. „Opfer von Gewalt- und Sexualstraftaten sind einem hohen Risiko ausgesetzt, an Traumafolgestörungen zu erkranken“, sagt Rosmarie Priet. „Die psychologischen Folgen einer Straftat können einen Dominoeffekt bis hin zum sozialen Abstieg auslösen. Wir sind dafür da, dass es erst gar nicht soweit kommt.“

Die Traumaambulanz und Opferberatung sind unter 0331/2802725 und über potsdam@opferhilfe-brandenburg zu erreichen.

Von Nadine Fabian

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