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Potsdam Schneller vom Labor auf den Markt
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19:58 07.05.2018
Uta Herbst (r.), Direktorin der Transfergesellschaft der Universität und Leiterin des Projekts „Go:Up", probiert eine digitale Lernform aus. Quelle: Foto: Degener
Golm

Aus den Forschungsergebnissen, die im Wissenschaftspark Golm entstehen, sollen künftig schneller angewandte Produkte entstehen und daraus Unternehmen wachsen. Um diesen Transfer in die Wirtschaft zu vereinfachen, stehen der Universität Potsdam nun 5,7 Millionen Euro Fördergeld von Bund und Land zur Verfügung. „Go:Up“ heißt das damit finanzierte Projekt der Universität.

Bundeswirtschaftsministerium: „Transfer muss schneller werden“

„Deutschland muss ein Innovationsstandort bleiben und das Wissen aus der Forschung in Technologien und Produkte umgesetzt werden. Und dieser Transfer muss schneller werden“, sagte Michael Meister, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, am Montag im Golmer Fraunhofer-Konferenzzentrum.

Fünf Jahre Zeit für Innovationen von Wissenschaft und Wirtschaft

Dass dies gelingt ist Aufgabe von Uta Herbst. Die Direktorin des Transferzentrums der Universität Potsdam hat den Antrag auf die Fördermillionen erarbeitet und leitet das Projekt, das in die drei Teilbereiche Technologie, Bildung und Gesellschaft gegliedert ist. Anders als bei üblichen Forschungsanträgen ist das Ergebnis noch völlig offen.

Wissenschaft in Golm

Golm gilt als „größter Wissenschaftspark Brandenburgs“. Etwa 9500 Studenten und 2500 Wissenschaftler, darunter mehr als 200 Professoren und 500 internationale Gastwissenschaftler, forschen und lernen in Golm.

Neben zwei Fakultäten der Universität Potsdam sind dort zwei Fraunhofer-Institute und drei Max-Planck-Institute angesiedelt. Außerdem haben dort das Landeshauptarchiv und über 20 Start-Ups ihren Sitz.

400 Millionen Euro sind seit 1990 in den Wissenschaftspark geflossen – zumeist Mittel des Landes und der EU.

„Wir haben jetzt fünf Jahre Zeit für Innovationen – das freut das Forscherherz“, sagte Herbst. „Wir können mit dem Innovationscampus von Go:Up erstmals wirklich interdisziplinär und mit Partnern außerhalb der Universität arbeiten“, so die Projektleiterin.

Uta Herbst ist Direktorin von „Potsdam Transfer“ der Universität Potsdam und Leitet das Projekt „Go:Up“. Quelle: Peter Degener

„Digitale Laborgrundschule“ entwickelt neue Lernformate

Ein Beispiel für den sogenannten Bildungscampus ist die „digitale Laborgrundschule“. Lehrer, Wirtschaftsinformatiker und Betriebswirte arbeiten dort zusammen, um digitale Lernformate für Grundschüler zu entwickeln. „Mit dem Fördergeld werden auch erste Erprobungsrunden, die in Golm stattfinden sollen, finanziert“, sagte Herbst. „Daran werden auch Potsdamer Kinder teilnehmen können, denn wir bilden hier die kommenden Lehrer für Brandenburg aus“, sagte Direktorin weiter.

Geringe Hürden für Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie

Im Technologiebereich werden durch den Innovationscampus „Joint Labs“ finanziert. Dort werden Forschungsergebnisse in Firmengründungen und konkrete Produkte überführt, zugleich forschen Firmen und Institute dann gemeinsam weiter.

André Geßner kümmert sich beim Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung um Kooperationen und ist Teil des Go:Up-Teams: „Wir wollen herausfinden, wie wir Wissenschaft und Industrie mit geringen Hürden zusammenzubringen. Das ist ein wirklicher Feldversuch. Natürlich findet ein solcher Austausch zwischen Instituten schon statt – aber oft nur bilateral.“ Eine Vision wäre es, dass Firmen mit einem technologischen Problem Go:Up nutzen, um bestimmte Antworten zu finden. So könnten auch spontane Innovationen entstehen.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) war beim Start von „Go:Up“ in Golm dabei und hatte beim Blick in die Zukunft von Golm viel Freude. Quelle: Peter Degener

Stadt Potsdam sichert Flächen für weiteren Ausbau Golms

Das dritte Teilprojekt, der Gesellschaftscampus, soll die Potsdamer Bürger in die Wissenschaft mit einbeziehen, damit auch deren Impulse und Ideen genutzt werden. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) kündigte zum Start des Innovationscampus weitere Investitionen in den Wissenschaftspark Golm an.

„Die grünen Wiesen werden weniger und wir sichern bereits Flächen für die Zukunft“, sagte Jakobs. Die Entwicklung von Golm sei ein Glücksfall für Potsdam, aber kein Selbstläufer. „Unser Ziel ist es, den Wissenschaftspark in den nächsten zehn Jahren zu einem international wettbewerbsfähigen Standort mit Sogwirkung zu machen“, sagte Jakobs.

Der Wissenschaftspark Golm – unten der Campus der Universität Potsdam, oben hinter der Bahnlinie haben sich in den Neunzigern zwei Fraunhofer-Institute und drei Max-Planck-Institute angesiedelt. Quelle: Karla Fritze

Von Peter Degener

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