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Schöne Tage in der „Herbstsonne“

Potsdam Kirchsteigfeld Schöne Tage in der „Herbstsonne“

Rund 20 Gäste kommen täglich in die Tagespflegeeinrichtung „Herbstsonne“ des Landesausschusses für innere Mission im Kirchsteigfeld. Die meist schwer dementen Besucher können so möglichst lange zu Hause leben und von Angehörigen gepflegt werden. Ein strukturierter Tagesablauf und Impulse von außen sind für sie besonders wichtig.

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Ein Bewohner der „Herbstsonne“ füttert die Vögel in der Einrichtung.

Quelle: Jan Bosschaart

Kirchsteigfeld. Ein älterer Herr steht in der Mittagssonne vor dem Eingang zur Tagespflegeeinrichtung „Herbstsonne“ und schaut etwas verloren Richtung Tramhaltestelle. Andrea Fichtner fasst ihn sanft an der Schulter, spricht ihn mit Namen an und fragt, ob er auf seine Frau warte, die ihn wie immer abhole. Ein stummes Nicken, dann geht er wieder hinein zu den anderen, die Volkslieder singen. Noch sind es anderthalb Stunden bis zur Abholung.

20 Plätze für ältere, pflegebedürftige Menschen hält die „Herbstsonne“ des Landesausschusses für Innere Mission (Lafim) im Zentrum des Kirchsteigfeldes bereit. Hier werden sie von 7.30 bis 16 Uhr von fünf erfahrenen Pflege- und Fachpflegekräften betreut. Es ist oft die Vorstufe zur stationären Betreuung, doch es hilft, diese um Jahre herauszuzögern – vorausgesetzt, daheim wartet ein pflegender Angehöriger oder ein Pflegedienst. Von Mitte 60 bis über 90 Jahre alt sind die Kunden der geriatrischen Tagespflege – meist leiden sie an fortgeschrittener Demenz, manche auch an den Folgen eines Schlaganfalles oder der Parkinsonkrankheit. Manchmal ist die Nachfrage so groß, dass Andrea Fichtner als Pflegedienstleiterin Wartelisten führen muss, dann wieder einmal leeren sich zwei, drei Plätze schnell und bleiben ein paar Wochen vakant. Die meisten Menschen, die hier zusammen singen, erzählen, frühstücken, zu Mittag essen, Kaffee trinken, die Vögel im Käfig füttern, Gymnastik machen oder sich an der Werkbank austoben – letzteres tun vor allem Männer, sagt Andrea Fichtner lächelnd – kommen aus dem Kirchsteigfeld, Drewitz, Babelsberg und der Waldstadt.

„Jeder Tag hier bedeutet auch eine Nacht zuhause und damit, dass das gewohnt häusliche Umfeld erhalten bleibt“, saqt Andrea Fichtner, die indes auch oft erlebt, wie pflegende Angehörige unter der Last wegknicken. „Dann muss plötzlich alles ganz schnell gehen mit der Verlegung ins Stationäre“, sagt sie.

Der Aufenthalt im Licht der „Herbstsonne“ ist zeitlich nicht begrenzt. Mancher kommt für Wochen, mancher ist schon seit der Eröffnung im Jahre 2007 dort. Alle Patienten schätzen die geregelte Tagesstruktur und den guten Betreuungsschlüssel von einer Pflegekraft auf vier Kunden – bei Vollbelegung. Das Angebot reicht von Erinnerungsrunden zu Spaziergängen, über Wege nach draußen, um ein Stück Inklusion zu erreichen über Musiktherapie und Töpferkursen. „Wichtig sind Impulse von außen“, weiß Andrea Fichtner, selbst wenn das bei fortgeschrittener Demenz immer schwerer werde. Doch jedes bisschen mehr „Herbstsonne“ sei besser als stationäre Pflege.

Von Jan Bosschaart

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