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Schönheitskur für HB’s Kreuzsteine

Baukeramik Hedwig Bollhagens auf der Freundschaftsinsel saniert / Am 9. März Karl-Foerster-Ehrung Schönheitskur für HB’s Kreuzsteine

Stein auf Stein nimmt er wieder Gestalt an – der von Keramikerin Hedwig Bollhagen (1907-2001) entworfene backsteinrote „Raumteiler“ auf der Freundschaftsinsel.

Thomas Wagner und Christoph Ehrlich gehen konzentriert zu Werke. Die Maurer der Potsdamer Firma Baudenkmalpflege Roland Schulze passen die Kreuzsteine in den schwarzen Stahlrahmen ein. Immer vier treffen aufeinander, werden an dem Schnittpunkt durch einen Edelstahlring stabilisiert. „Die Ringe aus DDR-Zeiten waren verrostet, die Elemente hatten Risse nicht nur in den Mauerfugen auch im Stein“, sagt Inselgärtner Jörg Näthe. Das Schadensbild ist an der benachbarten, noch unsanierten Wand gut zu sehen. „Wir haben alle Teile zuvor am Boden probeweise ausgelegt, damit am Ende die Abstände stimmen“, erklärt Wagner das Prozedere. Auch die Statik des Stahlgerüstes ist wieder intakt.

Dank 5000 Euro vom städtischen Denkmalamt kann die Baukeramik restauriert werden. Insgesamt vier dieser Strukturwände aus 75 Kreuzsteinen gibt es auf dem Eiland. Zwei sind an ihrem angestammten Platz unweit des Inselpavillons bereits runderneuert, eines wartet noch auf die Schönheitskur. Die gerahmten Steine bilden ein gleichmäßig durchbrochenes Raster und gestatten Durchblicke ins Gartenreich.

Die dekorative Baukeramik aus den HB-Werkstätten in Marwitz (Oberhavel), die übrigens auch die Fassade der ehemaligen australischen Botschaft in Ostberlin zierte, war während der Neugestaltung der Freundschaftsinsel anlässlich der Weltfestspiele 1973 errichtet worden. Seitdem haben Wind und Wetter und „Mauerspechte“ dem Quartett zugesetzt. Die Rahmen der zirka zwei Meter breiten und eineinhalb Meter hohen Zierwände waren verrostet, einzelne Kreuzsteine gerissen und lose, weil die sie verbindenden Metallscheiben im Innern korrodiert waren. Im Herbst 2010 hatten Mitarbeiter der Baudenkmalpflege Roland Schulze die ersten beiden HB-Wände demontiert – Stück für Stück mit dem Trennschleifer. Jedes Teil wurde nummeriert, um das Keramik-Puzzle nach der Restaurierung originalgetreu zusammensetzen zu können. In der Werkstatt nahmen sich Stuckateure der lädierten Steine an, abgeschlagene wurden ergänzt, gerissene geklebt. Zuvor mussten die maroden Metallscheiben ausgebohrt werden. Wann das vierte und letzte Element saniert werden kann, ist offen. „Ich hoffe, dass die Denkmalpflege noch einmal Mittel dafür locker macht“, so Näthe.

Der scheidende Inselgärtner, der Mitte April in den Vorruhestand verabschiedet wird, bereitet unterdessen den Start in die Gartensaison 2013 vor. Auftakt ist die traditionelle Ehrung für Karl Foerster (1874-1970), den Schöpfer des grünen Reiches im Herzen der Landeshauptstadt. Am 9. März, 11 Uhr, ist es soweit: Anlässlich des 139. Geburtstages des Staudenzüchters, Schriftstellers und Gartenphilosophen erinnern Näthe und weitere Mitglieder des Vereins Freunde der Freundschaftsinsel an der 1974 von Christian Röhl geschaffenen Metallplastik „Hommage an Karl Foerster“ an Leben und Werk des Potsdamer Ehrenbürgers. Vier Wochen später, am 11. April, eröffnet der Verein im Inselpavillon die erste von drei Ausstellungen. Thema: Schmetterlinge. Blumenfreunde sollten sich den 2. Mai vormerken. Dann locken wieder für drei Tage „Gartenschönheiten in Vasen“ aufs Eiland. (Von Carola Hein)

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