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Potsdam "Scholle 34" soll mehr als ein Nachbarschaftshaus in Potsdam werden
Lokales Potsdam "Scholle 34" soll mehr als ein Nachbarschaftshaus in Potsdam werden
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01:15 11.01.2019
Eine Architektin prüft jetzt, wie das marode Gebäude in der Scholle 34 saniert werden kann. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam-West

Das Stadtteilnetzwerk kann sich über einen gelungenen Neujahrsstart freuen: Für die Scholle 34 wird die Machbarkeit eines Nachbarschaftshauses mit angegliederter „andere Kinderbetreuung“ (AKI) sowie die Sanierung des Hauses in verschiedenen Phasen geprüft. Der Kulturbereich der Stadt hat hierfür Mittel für 2018 und 2019 zur Verfügung gestellt, um auf einen Nachbarschaftstreff in dem ehemaligen Ausflugslokal „Charlottenhof“ auf dem Grundstück in der Geschwister-Scholl-Straße 34 hinzuarbeiten.

Reines Nachbarschaftshaus ist nicht förderfähig

„Die Mehrfachnutzung bringt uns einen großen Schritt weiter“, sagt Annette Paul, Geschäftsführerin des Stadtteilnetzwerkes. Mit der Konzeptentwicklung wurde die Berliner Architektin Susanne Schnorbusch vom Stadtteilnetzwerk beauftragt, die schon länger an dem Projekt arbeitet. Im letzten Sommer hatte es sich abgezeichnet, dass ein Konzept, welches ein reines Nachbarschaftshaus vorsieht, nicht in die Förderung kommt.

„Es war nicht leicht, sich davon zu verabschieden, dass nicht mehr alles nur in unserer Hand liegt“, räumt Annette Paul ein. Mit der möglichen AKI-Betreuung würden sie so einen Pflichtbereich der Stadt abdecken, wodurch sich neue Finanzierungsmöglichkeiten auftun könnten. Eine solche AKI-Betreuung durch die Awo gibt es bereits im Kulturhaus Babelsberg. Das Angebot für Grundschulkinder umfasst neben der Betreuung von Hausaufgaben auch Tanz und Bewegungsspiele. Das Angebot wird nach Ideen und Interessen der Kinder angepasst.

Vom Ausflugslokal zum Nachbarschaftshaus

Die ehemalige Großgaststätte Charlottenhof wurde 1970 erbaut und galt als beliebtes Ziel von 400 Reisenden täglich, die das benachbarte Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci besuchten.

Mit dem Gebäude zum Park hat der Komplex eine nutzbare Fläche von rund 1000 Quadratmetern – markant ist der Veranstaltungssaal aus Glas, der zur Geschwister-Scholl-Straße zeigt .

Zuletzt als Disco genutzt, steht das Gebäude nun seit über 15 Jahren leer. Es befindet sich in einem baufälligen Zustand und muss komplett saniert werden.

Aktuell kann sich das Stadtteilnetzwerk über eine gelungene Crowdfunding-Kampagne freuen. Insgesamt über 3700 Euro sind für den Bau einer Werkstatt für Alt und Jung im Nachbarschaftsgarten zusammengekommen.

Die Stadtwerke Potsdam hatten die Plattform www.potsdam-crowd.de ins Leben gerufen. Dort laufen aktuell noch weitere lokale Projekte, die unterstützt werden können. Beispielsweise möchte der Verein Inwole den Bau eines Lasten-Fahrrades finanzieren.

Gläserner Saal für Veranstaltungen

Die Analyse der Machbarkeit soll unter anderem ermitteln, wer die Akteure und Nutzer sind, wie es um die Statik des Hauses bestellt ist und wie hoch die Sanierungskosten insgesamt am Ende ausfallen. In den vergangenen Wochen hatten im Stadtteil dazu mehrere Workshops für die Mehrfachnutzung stattgefunden.

Im rechten Flügel könnte möglicherweise eine AKI-Betreuung einziehen, im West-Flügel des Gebäudes hätte das Stadtteilnetzwerk einen Platz. Der gläserne Saal stünde für ruhige Veranstaltungen oder Bewegungsangebote der AKI zur Verfügung. Derzeit arbeitet die Architektin einen Plan aus, wie wer wann die Räume nutzen könnte. „Wer letztlich aber der Betreiber wird, ist noch nicht klar“, so Annette Paul.

Awo berät beim Konzept

Beratend ist die Arbeiterwohlfahrt (Awo) an Bord, die im vergangenen Jahr eine mögliche Trägerschaft angekündigt hatte (MAZ berichtete). „Wir haben auf Anfrage des Stadtteilnetzwerkes unsere Bereitschaft erklärt, die Betreuung zu übernehmen, falls es eingerichtet wird“, erklärte Awo-Sprecher Dirk Harder. Alles hängt daran, ob Mittel für eine Finanzierung aufgebracht werden können.

Annette Paul vom Stadtteilnetzwerk würde sich einen Mäzen wünschen, wenn sie könnte „jemanden, der die Architektur schätzt und die Sanierung sichert“, sagt sie.

Schlösserstiftung muss Absichtserklärung bis Juni verlängern

Eigentümer des Geländes samt Haus am Park Sanssouci in unmittelbarer Nähe zum Schloss Charlottenhof ist die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Das Stadtteilnetzwerk und die Stiftung haben aktuell eine Nutzungsvereinbarung, wonach sie das Gelände kostenfrei nutzen dürfen. Dieser sogenannte „Letter of Intent“ gilt noch bis Ende Juni 2019.

Der Abschluss des angestrebten langfristigen Vertrages hängt von der Finanzierung der Sanierungskosten für das auf dem Grundstück befindliche Gebäude ab“, erklärte der Sprecher der Potsdamer Schlösserstiftung Frank Kallensee auf MAZ-Nachfrage. Er bekräftigte, dass die Stiftung „jedenfalls weiterhin zu dem Projekt steht“. Auch Annette Paul macht sich um die Verlängerung aufgrund der bisherigen guten Zusammenarbeit keine Sorge: „Sie sind dem Projekt gegenüber positiv gestimmt. Es sollte möglich sein, die Vereinbarung mit der Stiftung zu verlängern.“

Von Anne Knappe

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