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Potsdam Schubert: Demokratische Entscheidungen akzeptieren
Lokales Potsdam Schubert: Demokratische Entscheidungen akzeptieren
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03:51 27.02.2018
Fest der Möglichkeiten an der FH Potsdam auf dem Alten Markt,drei OB-Kandidaten sagte, was sie vom FH-Abriss und der Potsdamer Mitte halten: Mike Schubert (SPD), Janny Armbruster (Grüne) und Lutz Boede (Die Anderen) Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Für den SPD-Oberbürgermeisterkandidat Mike Schubert kann es auch ohne das Fachhochschulgebäude am Alten Markt eine lebendige Innenstadt geben. Auf einem „Fest der MögLICHTkeiten“ des Bündnisses „Stadtmitte für Alle“ sagte er am Samstagabend, das mache sich „nicht an Fassaden fest“. Er forderte, demokratische Entscheidungen des Stadtparlamentes wie die zum Abriss des aufgegeben FH-Baus zu akzeptieren. Der zunehmend aggressive Ton in den Internetdiskussionen zur Potsdamer Mitte und zum Abriss der früheren Hochschule mache ihm Sorge: „Das ist ein ganz schlechter Weg“, sagte er. Von Verdrängung studentischen Lebens an den Rand der Stadt könne keine Rede sein; das Bornstedter Feld als Standort der neuen Fachhochschule sei schon lange kein Randgebiet mehr.

Appell, demokratische Entscheidungen zu akzeptieren

Auch die OB-Kandidatin der Grünen, Janny Armbruster, forderte, längst gefallene demokratische Entscheidungen anzunehmen. Der Vorwurf des Stadtmitte-Bündnisses, man rede nicht miteinander über die Mitte und ihre Nutzungen, stimme nicht. Es werde seit Jahren um die Mitte diskutiert. Bündnis-Sprecher Holger Zschoge hatte der Stadt vorgeworfen, seit der Übergabe eines sechs Millionen Euro teuren Kaufangebotes im Sommer vergangenen Jahres kein einzigen Gespräch mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) dazu bekommen zu haben.

Für die Wählergruppe Die Anderen erklärte OB-Kandidat Lutz Boede, die Innenstadt werde entkommunalisiert und privatisiert. Es könne nicht sein, „dass die Herren Plattner und Jauch sagen, wo in Potsdam die Musik spielt“. Es mache keinen Sinn, auf der einen Seite städtisches Eigentum wie die alte Fachhochschule aufzugeben und auf der anderen einen Fonds zum Rückkauf privater Flächen aufzulegen, wie die Stadt das jetzt vorschlage.

DDR-Architektur aus dem Zusammenhang gerissen

Die „Stadtschloss-Attrappe“ des Landtags sei ein Fakt, sagte Boede, den man hinnehmen müsse, aber gleich nebenan gebe es mit dem FH-Bau noch Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn man 30 Millionen Euro für eine Schule im Bornstedter Feld ausgebe, könne man mit demselben Geld auch das alte Hochschulgebäude sanieren. Ähnliche Gestaltungsspielräume gebe es beim Terrassenrestaurant „Minsk“ und der alten Schwimmhalle am Brauhausberg, wo allerdings die baulichen Qualitäten der DDR-Zeit kaum noch erkennbar und die übrig gebliebenen Gebäude „aus dem Kontext gerissen“ seien. Schubert konterte, die alte FH sei ganz sicher kein Gebäude für eine Schule; die Sanierungskosten seien viel zu hoch.

Sowohl Schubert als auch Armbruster versuchten, die Aufmerksamkeit der rund 100 Festbesucher von der FH und der Stadtmitte wegzulenken zur Gesamtstadt, die soziale Infrastruktur wie Schulen, Kitas und Bürgerhäuser in allen Kiezen brauche. Armbruster widersprach dem Vorwurf der Privatisierung der Mitte mit dem Verweis auf den genossenschaftlichen Wohnungsbau an diesem Ort und der Möglichkeit, hier auch studentische Wohnen zu ermöglichen.

Abrissgegner halten das Gebäude für sanierbar

Stadtmitte für Alle“ glaubt, dass das inzwischen „von Schadstoffen befreite“ und entkernte Gebäude nun saniert und als Haus der Stadtgesellschaft für soziale, kulturelle und wissenschaftliche Zwecke nachgenutzt werden kann. Das Bündnis warnt davor, hier rund 15000 Quadratmeter Nutzfläche aufzugeben und über 25 Bands sowie rund 100 Kreative zu verdrängen. Auf dem Fest gab es Konzerte, Info-Stände, einen Markt der Möglichkeiten und Lichtinstallationen, mit denen die städtebaulichen Qualitäten des Gebäudes hervorgehoben werden sollten. Die Abrissgegner wollen aus der Gebäudekette hinter dem Bildungsforum Innovationshäuser und ein „Haus der Stadtgesellschaft“ machen. Die Stadt plant hier ein neues Wohn- und Geschäftsquartier nach alten städtebaulichen Maßen, indem mehrere so genannte Leitbauten der Vorkriegszeit neu errichtet werden.

Die parteilose OB-Kandidatin der Linken. Martina Traut, nahm aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Diskussion teil; der CDU-OB-Kandidat Götz Th. Friederich, hatte die Einladung ausgeschlagen.

Von Rainer Schüler

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