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Schüler malen mit jungen Flüchtlingen

Kunstprojekt am Humboldt-Gymnasium Schüler malen mit jungen Flüchtlingen

Direkt neben dem Potsdamer Humboldt-Gymnasium befindet sich die Außenstelle der Brandenburger Erstaufnahme für Flüchtlinge. Auch Minderjährige, die ohne Eltern auf der Flut waren, wohnen dort. In einem Kunstprojekt suchen die Schüler Kontakt zu ihren Nachbarn.

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Die Bilder werden bei der Benefiz-Gala versteigert.

Quelle: Fotos: Christel Köster

Potsdam. Am breiten Holztisch im Potsdamer Humboldt-Gymnasium treffen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite stehen Schüler, meist 16 Jahre alte Mädchen, mit Sorgen und Problemen, wie man sie eben hat in diesem Alter. Auf der anderen Seiten stehen Jungs, etwa im selben Alter, mit Sorgen, die niemand haben sollte in dem Alter. Allein in einem fremden Land, ohne Eltern, traumatisiert durch eine strapaziöse Flucht aus einem Kriegsgebiet. Im Kunstraum der Schule spielen die unterschiedlichen Erfahrungshorizonte keine große Rolle mehr. Von beiden Seiten fliegen Pinsel über die Leinwände, die in der Mitte des Tischs liegen. Auf den Spanplatten wird die Welt plötzlich bunt.

Kunstlehrerin Kathrin Ludwig dreht die Musik lauter, die im Hintergrund läuft. „Schön locker“, ruft sie in die Runde. Aber eigentlich muss sie gar nicht viel erklären. Worum es bei der Aktion geht, verstehen alle auch ohne große Worte: Spaß haben und Kontakte knüpfen – und dabei Kunstwerke schaffen, die bei einer Benefiz-Gala mehrerer Potsdamer Schulen versteigert werden sollen.

In der Erstaufnahme in Potsdam ist auch Platz für 37 Minderjährige

Schon seit März 2015 ist eine Schülergruppe des Humboldt-Gymnasiums für Asylbewerber engagiert. Das „Aktivteam Flüchtlinge“ hatte bereits eine Spendenaktion initiiert und in der benachbarten Erstaufnahmestelle in der Heinrich-Mann-Allee eine Bastelstrecke für Flüchtlingskinder eingerichtet. Am Mittwochnachmittag geht es um Nachbarn im selben Alter: Auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben auf dem Areal auf dem Potsdamer Regierungsgelände neben dem Gymnasium. 37 Plätze hat die Wohngruppe, in der Jungs im Alter zwischen 13 und 18 Jahren aufgenommen werden, die ohne Eltern in Deutschland ankommen. Elf Plätze sind derzeit besetzt. „Wir sind der erste sichere Ort für die Kinder und geben ihrem Alltag wieder etwas Struktur“, sagt Konrad Meyer, Betreuer der sogenannten Clearingstelle der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher (GFB). Gleichaltrige Deutsche zu treffen, auch wenn es mit wenigen Sprachkenntnissen schwierig ist, sei wichtig für die Jungs, die vor allem aus Syrien und Afghanistan, aber auch dem Irak nach Potsdam gekommen sind. „Macht Spaß“, sagt ein 16-jähriger Syrer und taucht seinen Pinsel in die rote Farbe. Er malt ein großes Herz mit einem lachenden Gesicht. Die Jugendlichen sollen auf die Leinwand bringen, was ihnen zum Thema „Willkommen“ einfällt.

Am 8. März kommen die Bilder dann im Nikolaisaal beim Benefizabend für Flüchtlinge unter den Hammer. Die Humboldt-Schülerinnen Sophie Inacker (17) und Pia Adam (18) organisieren den Abend. „Als die ersten Flüchtlinge in der Nachbarschaft ankamen, wollten viele Schüler helfen. Passiv daneben zu sitzen war nicht unser Ding“, erklärt Sophie. „Plötzlich war man persönlich berührt“,meint auch Pia.

Benefizabend für Flüchtlinge

Am 8. März um 18 Uhr findet im Potsdamer Nikolaisaal ein Benefizabend für Flüchtlinge mit Musik und Tanz statt. Höhepunkt wird die Auktion mit Werken aus dem Kunst-Workshop.

Neben dem Humboldt-Gymnasium beteiligen sich auch die Lenné-Schule, das Helmholtz-Gymnasium, die Voltaire-Gesamtschule, die Schule „Heinrich von Kleist“, das Einstein-Gymnasium, die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule und das Evangelische Gymnasium Hermannswerder.

Karten kosten 9 Euro, um zusätzliche Spenden wird gebeten.

Von Marion Kaufmann

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