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Potsdam Schülerdebatte unter Polizeischutz
Lokales Potsdam Schülerdebatte unter Polizeischutz
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07:38 13.09.2017
Iris Burdinski (Solid), Ricarda Budke (Grüne Jugend), Michael Hantzsche (Jusos), Anton Wulke und Toni Lehnert (Schülerrat), Eric Fohn (Junge Liberale), Dennis Hohloch (Junge Alternative) und im Publikum Ireen Beyer (v.l.) Quelle: Foto: Kaufmann
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Potsdam

Zwei Polizisten patrouillieren vor dem Bildungsministerium, im Erdgeschoss parlieren rund 40 Schüler über Politik: Die wegen angedrohter Störaktionen zwei Mal abgesagte Jugenddebatte zur Bundestagswahl in Potsdam fand am Dienstagnachmittag nun doch statt – unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

Der Landesschülerrat hatte brandenburgweit zu Debatten mit Vertretern der Jugendorganisationen der Parteien geladen. „Es gab nirgendwo Probleme, nur in Potsdam“, so Schülerratssprecherin Ireen Beyer. „Offenbar ist die Szene hier eine andere.“ Am Vorabend habe es wieder auf Facebook einen Aufruf einer linken Gruppierung gegeben, die Veranstaltung wegen der Anwesenheit der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative zu stören. „Es gab aber keine Likes für den Aufruf und wir wussten ja, dass die Polizei vor Ort sein wurde“, sagt die Schülerin aus Rangsdorf (Teltow-Fläming). Zwischenfälle blieben aus, auf dem Podium wurde ungestört über die Themen Inklusion, den gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung, sowie Digitalisierung diskutiert.

Die Junge Union erschien nicht

Die Debatte sollte ursprünglich im Juli im Einstein-Gymnasium stattfinden. Schon im Vorfeld hatten die Linksjugend, die Grüne Jugend und die Jusos in einem offenen Brief an den Schülerrat gefordert, die Einladung an die Junge Alternative zurückzunehmen. Nachdem linke Gruppen im Internet dazu aufgerufen hatten, den Auftritt der Jungen Alternative zu verhindern, wurde die Veranstaltung ins Bildungsministerium verlegt. Das sagte zunächst auch wieder ab, weil der Schülerrat im Netz aggressiv bedroht worden sei und man die Sicherheit nicht gewährleisten könne. Vertreter der Parteien äußerten sich empört über die Absage, das Innenministerium versicherte, dass es kein Problem sei, die Veranstaltung zu schützen.

„Ich bin froh, dass die Runde nun doch stattfindet“, sagt Potsdams Kreisschülersprecher Nicklas Spelly, der die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule besucht. Er wolle sich ein Bild von allen Parteien machen, sagt der 19-Jährige auch wenn er schon ziemlich sicher sei, wem er bei seiner ersten Wahl, seine Stimme geben will. Erschienen waren aber nur die Jugendvertreter von Linke, Grüne, SPD, FDP und AfD. Die Junge Union kam nicht, ohne Angabe von Gründen, wie Ireen Beyer sagt.

Exklusion statt Inklusion

Besonders beim Thema Inklusion prallten verschiedene Sichten aufeinander. Während die Jugendorganisationen von Linken, SPD und Grünen für den gemeinsamen Unterricht plädierten und für Toleranz warben, forderten die Jungen Liberalen mehr individuelle Förderung. Der Potsdamer AfD-Stadtverordnete und angehende Geschichtslehrer Dennis Hohloch, früher SPD-Mitglied, vertrat für die Junge Alternative die Ansicht, dass Förderschulen besser für Kinder mit Handicap seien. Inklusion sei mit der „Exklusionspartei AfD“ offenbar nicht möglich, so Ricarda Budke von der Grünen Jugend.

U18-Wahl auch in Potsdam möglich

Am 15. September öffnen deutschlandweit die U18-Wahllokale. Unter 18-Jährige können ihre Stimme abgeben. Damit wird kurz vor der Bundestagswahl ein Stimmungsbild der Kinder und Jugendlichen geliefert.

In Potsdam kann im Jugendclub 91, im Jugendtreff Clubmitte, im Jugendhaus OstbloQ, im Hanns-Eisler-Klub und im Kinder-und Jugendbüro gewählt werden.

Von Marion Kaufmann

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