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Potsdam Schul-und Kita-Not: Stadt erwägt Notlösungen
Lokales Potsdam Schul-und Kita-Not: Stadt erwägt Notlösungen
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00:19 05.02.2018
Der Flachbau der Regenbogenschule könnte vielleicht drei Etagen aufgesetzt bekommen und dann acht neue Klassenräume bringen. Quelle: Rainer Schüler
Fahrland

Für die Regenbogenschule wird händeringend nach einer Lösung der Raumnot gesucht. Seit man zum Beginn des laufenden Schuljahres eine dritte erste Klasse eröffnen musste, ist der Kunstraum zum Klassenzimmer geworden, wird es eng, hetzig und extrem laut in der Turnhalle und im Essensraum, dem „kleinsten Essenraum der ganzen Stadt“, wie Anja Matz als Vorsitzende der Schulkonferenz am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung im Schulhort sagte.

Sie empfindet drei Parallelklassen als „Katastrophe“ für den Unterricht. Die neue Klasse 1c musste mit „nur“ 20 Kindern in den relativ großen Kunstraum einziehen, während eine dritte Klasse mit 28 Kindern weiterhin einen deutlich kleineren Raum hat; man wird das Raumprogramm ändern müssen, weil eine Klasse mehr das „Fass“ zum Überlaufen bringt. Das Mittagessen wird zum hetzigen Gedränge, die Turnhalle mit zwei Klassen gleichzeitig zur Lärmhölle.

Schnelle Hilfe ist nicht in Sicht; es droht ein Leidensjahr

Doch daran wird sich so schnell nichts ändern. Wie Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) und der Chef des Kommunalen Immobilienservice (Kis), Bernd Richter, den über 100 Bürgern erklärten, ist Abhilfe im aktuellen Schuljahr nicht mehr zu schaffen, doch im Schuljahr 2019/20 gibt es den dritten Zug schon in der ersten und der zweiten Klasse, und er wächst nach oben durch. Dazu kommt, dass das Land das Raumprogramm der Schulen überarbeitet und zu erwarten ist, dass man künftig pro Klasse mehr Raum vorhalten muss.

Ab 2019/20 soll es aber eine Zwischenlösung gegen die Raumnot geben, im schlechteren Fall in Form von Containern auf dem Schulhof, im besseren mit der Aufstockung eines vorgelagerten Flachbaus: Er soll auf die vier Etagen der heutigen Schule wachsen. Kis-Chef Richter lässt prüfen, ob er drei zusätzlichen Stockwerke überhaupt aushält. „Ich glaube ja nicht, dass die beim Flachbau damals andere Fundamente gegossen und andere Bodenplatten verbaut haben“, sagte er der MAZ: „Aber glauben reicht nicht; ich muss das wissen. Da kommen schließlich Kinder rein.“

Vielleicht braucht man die Unterrichtscontainer gar nicht

Pro Etage kämen im „Aufstocker“ zwei Klassenräume unter, insgesamt also acht. Das könnte die Container überflüssig machen, deren Aufstellort sowieso unklar ist. Der Eckanbau würde Luft schaffen, bis auf der anderen Stirnseite ein fester Anbau errichtet ist. Aber auch dessen genaue Lage ist nicht fixiert, ganz auf dem Gelände und auf Kosten der Hofspielfläche oder teilweise auf dem Acker nebenan. Sozialdezernent Mike Schubert zufolge hat die Stadt beim Land beantragt, das für die „Ackervariante“ nötige Gelände aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszulösen, das an die Schule grenzt.

Die alte Ein-Feld-Turnhalle soll abgerissen und dann eine neue Zwei-Feld-Halle gebaut werden. Diese turnhallenfreie Zeit ist für die Bürger aber unannehmbar. Quelle: Rainer Schüler

Die Lage auf dem Schulgelände ist auch das Problem der Turnhalle. Weil „laut google-Maps“ (Richter) nicht genug Platz ist, die neue, doppelt so große Halle neben die alte zu setzen und dann die alte abzureißen, soll erst abgerissen und hinterher am selben Ort neu gebaut werden. Wie man in der turnhallenlosen Zeit Sportunterricht betreiben will, weiß niemand. Noosha Aubel stellte Fahrdienste zu fremden Hallen in Aussicht, in die sich die Stadt Potsdam „einkaufen“ müsste. Für Ortsvorsteher Claus Wartenberg ist das“völlig abwegig“. Er hatte erwartet, dass eine neue Halle gebaut und die alte Halle saniert wird. Zumindest über die Baureihenfolge muss der Kis nach der Bürgerversammlung nun nochmal nachdenken. Spätestens 2026 sind alle Baumaßnahmen auf dem Schulgelände beendet, verspricht Richter.

Modulanbau soll auch Platznot der Landmäuse-Kita lindern

Als Geschäftsführer des Kita-Trägers Treffpunkt Fahrland bremste Thomas Liebe die Emotionen der Elternschaft und warb darum, die jetzige Lage und die aufgezeigten Lösungswege zu akzeptieren; sie seien „angemessen und vertretbar“. Immerhin müsse man für die neuen Klassen keine neuen Räume andernorts anmieten.

Entspannung wurde auch für die übernachgefragte Kita „Fahrländer Landmäuse“ in Aussicht gestellt, die von Liebes Verein betrieben wird, 85 Plätze hat, aber 27 Kinder nicht aufnehmen kann.

Die Kita Fahrländer Landmäuse. Quelle: Treffpunkt Fahrland e.V.

Das soll möglich werden durch einen Modulanbau mit 60 Plätzen. Er sieht Richter zufolge wie ein richtiges Haus aus und bleibt trotz der preisgünstigen Leichtbauweise so lange stehen, wie er gebraucht wird. Eine weitere Kita wird der Kis bis August 2019 an der Ecke Gartenstraße/Mühlenring fertig haben, und die Wohnbaufirma Semmelhaack ist laut Mike Schubert bereit, im Hasensteg kurzfristig eine Kita mit 240 Plätzen zu errichten, falls die Stadt das will.

Bislang hatten sich beide Seiten auf eine Einrichtung halb Kita, halb Altenheim mit je 120 Plätzen verständigt. „Wir hätten beides brauchen können“, sagte Schubert. Er hoffe, dass man sich hier nicht verplane. Als Fehlplanung sieht er die aktuellen Kapazitäten im Kita- und Schulbereich von Fahrland an. „Eine Kita, die vor drei Jahren nicht geplant wurde, steht heute nicht“, umschrieb er das: „Und eine Schule. die man vor fünf Jahren nicht plante, gibt es jetzt eben nicht.“

Von Rainer Schüler

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