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Schulen sollen Putzkolonnen selbst engagieren

Vorschlag von Potsdamer Grünen Schulen sollen Putzkolonnen selbst engagieren

An den Potsdamer Schulen ist Sauberkeit ein Dauerthema, denn mit der Zufriedenheit ist es nicht weit her: Immer wieder tragen Schulen Beschwerden vor. Die Grünen machen nun einen Vorschlag, wie sich ihrer Meinung nach der Schulhausputz verbessern lässt: Demnach sollen die Schulen selbst bestimmen, wer bei ihnen wischt und kehrt. Doch ganz so einfach ist das nicht.

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Wer in Potsdams Schulen putzt, entscheidet bisher der Kis.

Quelle: dpa

Potsdam. Sollen die Potsdamer Schulleiter und ihre Lehrerkollegen künftig selbst entscheiden, wer die Klassenräume, Flure und Toiletten putzt? An einem entsprechenden Antrag arbeitet derzeit die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Erstmals kam die Idee, die Schulen die Schulreinigung eigenverantwortlich organisieren zu lassen, im Ausschuss für Bildung und Sport zur Sprache.

Erst im Frühjahr haben sich Helmholtz und Foerster beschwert

An den Potsdamer Schulen sei Sauberkeit ein Dauerthema, sagte Birgit Eifler, die den Antrag für ihre Fraktion vorstellte. Tatsächlich ist es mit der Zufriedenheit nicht weit her: Immer wieder tragen Schulen laut Stadtverwaltung Beschwerden vor. Erst in diesem Frühjahr haben demnach das Helmholtz-Gymnasium in der Kurfürstenstraße und die Karl-Foerster-Schule in Bornstedt Mängel bei der Reinigung gemeldet.

Der für die Schulhäuser zuständige Kommunale Immobilienservice (Kis) besorgt die Gebäudereinigung nicht selbst, sondern hat diese an verschiedene Firmen vergeben. Zurzeit bereitet der Kis eine Neuausschreibung vor. An der Fremdvergabe setzt nun der Antrag an. Die Fremdvergabe möge zwar auf den ersten Blick einfacher, effizienter und kostengünstiger erscheinen, lasse sich aber im Ergebnis schwer kontrollieren und bringe ganz offenbar nicht den gewünschten Effekt: saubere Schulen, an denen sich Schüler und Lehrer wohlfühlen.

Schulleitung und Putzkraft im direkten Gespräch

Die Grünen schlagen daher vor, die Schulen mit einem eigenen Budget für die Gebäudereinigung auszustatten. Damit sollen sich die Schulen ein eigenes Putzteam zusammenstellen. Das hätte den Vorteil, dass Schulleitung und Gebäudereiniger direkt miteinander im Gespräch wären und Mängel sofort oder zumindest zeitnah behoben werden könnten. Eine Putzhilfe, die montags bis freitags „ihre“ Schule sauber hält, würde sich laut Fraktion außerdem mit der Schule identifizieren und hätte eine ganz andere Motivation, diese sauber zu halten, als eine angestellte Putzkraft in einem Reinigungsunternehmen.

„Ein theoretisch charmanter Antrag“, konstatierte Kis-Werkleiter Bernd Richter: „Eigentlich müsste ich mich darüber sehr freuen. Aber so ein Modell wird nicht funktionieren. Wer wird der Auftraggeber sein? Wer wird den Vertrag unterzeichnen? – Die Schulen? Die Schulleitung? In Deutschland bestehen rechtlich zu viele Hürden, um die Idee umzusetzen.“

Verwaltung fürchtet Überforderung der Schulen

Auch Petra Rademacher, Fachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung, hegt Bedenken. Sie bezweifle, ob die Schulen der zusätzlichen Aufgabe überhaupt gewachsen wären. Ein Projekt zur Stärkung der Selbstständigkeit von Schulen, bei dem diese unter anderem mit Finanzen ausgestattet wurden, um selbst Honorarverträge mit Lehrkräften schließen zu können, habe gezeigt, dass viele Schulen mit der Organisation und Vergabe überfordert seien: „Ich kann nur gegen diesen Antrag sprechen. Die Folge wäre eine Überfrachtung der Schulleitung.“

Die Grünen stellten den Antrag zurück; man werde ihn überarbeiten. Angesichts der kommenden Ausschreibung ist nicht nur Eile geboten. Fraglich ist zudem, ob der Antrag überhaupt noch nötig ist. Laut Stadtsprecher Markus Klier sind mit der Neuvergabe auch ein Qualitätsmanagementsystem und verbesserte Qualitätsstandards verbunden. Zudem sei für die Betreuung, Beratung und Kontrolle der Reinigungsfirmen bereits ein Reinigungsmeister eingestellt worden.

Im Moment hat der Kis drei Firmen für die Unterhalts- und eine Firma für die Glasreinigung engagiert. Die Gesamtkosten allein für die Unterhaltsreinigung lagen 2016 bei knapp 1,7 Millionen Euro.

Von Nadine Fabian

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