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Potsdam Popcorn statt Pauken bei den Schulkinowochen
Lokales Potsdam Popcorn statt Pauken bei den Schulkinowochen
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00:19 16.01.2019
„Welcome to Sodom“ zeigt die Auswirkungen unseres exzessiven Konsums auf die Menschen am anderen Ende der Welt. Quelle: Foto: Camino Filmverleih
Potsdam

Mit der ganzen Klasse ins Kino gehen und dabei sogar noch etwas lernen: Am Donnerstag starten die Schulkinowochen zum 13. Mal. Im ganzen Land Brandenburg beteiligen sich 29 Kinos; in Potsdam, Werder und Kleinmachnow können Schüler aller Altersstufen dabei sein. In den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow findet auch die offizielle Auftaktveranstaltung statt.

Die Schulkinowochen werden von Vision Kino, dem bundesweiten Netzwerk für Film- und Medienkompetenz, und dem Schulkino-Büro Filmernst organisiert. Fast alle Vorstellungen werden moderiert, es finden Diskussionsveranstaltungen statt. Zudem können Lehrkräfte sich Unterrichtsmaterial zu jedem Film herunterladen. Filmernst-Projektleiter Jürgen Bretschneider ist die pädagogische Begleitung sehr wichtig: „Die Kinder und Jugendlichen sollen einen Film ja nicht nur sehen, sondern auch etwas daraus mitnehmen.“ Auch deshalb ist die Auswahl der Filme aufwändig. „Wir haben den Anspruch, Werke zu zeigen, die man nicht immer und überall sehen kann“, sagt Jürgen Bretschneider.

Flucht und Vertreibung stoßen auf wenig Interesse

In diesem Jahr ist etwa „Welcome to Sodom“ im Programm, der die Folgen des ausufernden Konsums in Europa auf Menschen in Afrika zeigt. „Wenn die Schüler den Film sehen, denken sie vielleicht darüber nach, ob sie ein Smartphone einfach wegwerfen“, hofft der Projektleiter. Für die jüngeren Schüler laufen beispielsweise „Jim Knopf“, „Die kleine Hexe“ oder „Petterson und Findus“; die älteren dürfen sich auf Kassenschlager wie „Gundermann“ oder „Das schweigende Klassenzimmer“ freuen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Thematik des ländlichen Raums im Film. Dokumentationen wie „Herr Wichmann aus der dritten Reihe“ über den Brandenburger CDU-Politiker Henryk Wichmann oder „Wackersdorf“ richten sich vornehmlich an Teenager. Nur wenige Klassen wollen Filme sehen, in denen es um Flucht und Vertreibung geht. „Sehr schade“, findet der Projektleiter. „Wir werden solche Filme weiter anbieten, denn diese Problematik ist wichtig.“

Die Anmeldefrist für Schulen ist bereits verstrichen, doch wer noch an den Schulkinowochen teilnehmen möchte, darf trotzdem hoffen. „Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, bei denen noch Plätze verfügbar sind“, sagt Jürgen Bretschneider. Manche Vorstellungen seien sogar bislang gar nicht nachgefragt, besonders in Kleinmachnow könnte dies zur Absage mehrerer geplanter Veranstaltungen führen. Mindestens 50 Besucher braucht es, um eine Schulkino-Vorführung stattfinden zu lassen – zwei Schulklassen zusammen reichen also aus. „Vielleicht gibt es ja noch Interessenten für die Filme“, sagt Bretschneider. In Potsdam hingegen mangelt es nicht an Nachfrage.Rund 900 junge Zuschauer haben sich im Thalia-Kino angemeldet, 600 im Filmmuseum und mehr als 400 werden auf dem Babelsberger Mediencampus im Kinosessel Platz nehmen. Das Kinoticket kostet 3,50 pro Schüler, zwei Begleitpersonen pro Klasse erhalten freien Eintritt. Viele der Säle sind zudem barrierefrei.

Lange Tradition im Land

Die Schulkinowochen haben Tradition, Brandenburg war bereits 2003 mit von der Partie, als die erste derartige Reihe in mehreren Bundesländern an den Start ging. Der regionale Kooperationspartner Filmernst bietet auch außerhalb der Schulkinowochen Film-Vorführungen an. Das Portfolio umfasst mehr als 350 Filme, jeweils mit pädagogischem Begleitkonzept. Die umfangreiche Filmdatenbank liefert Lehrern eine Recherchegrundlage, um den aktuellen Stoff medial zu unterfüttern – diese „Wunschfilme“ können dann quasi auf Bestellung in einem der Partnerkinos gesehen werden. Jürgen Bretschneider hat die Erfahrung gemacht, dass dieses Konzept gut ankommt. „Lehrer und Schüler wissen unser Angebot sehr zu schätzen“, sagt er. „Wir sind das ganze Jahr über für die Schulen da und können jederzeit Filme bestellen, zu denen sonst vielleicht gar kein Zugang gegeben wäre.“

Von Saskia Kirf

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