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Potsdam Schulstandort geht vor Wohnungsbau
Lokales Potsdam Schulstandort geht vor Wohnungsbau
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00:33 25.03.2018
Baufeld der Pro Potsdam auf dem Gelände des abgerissenen Tramdepot an der Heinrich-Mann-Allee. Dahinter die Kolonie Daheim Quelle: Peter Degener
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Der geplante Grundschulstandort am Nuthewinkel wird zu einer Grundsatzfrage der wachsenden Stadt Potsdam. Wenn die nötigen Flächen für die Schule nicht erworben werden können, müsse die städtische Immobilienholding Pro Potsdam bei ihrem großen Wohnungsbauprojekt am Tramdepot in der Heinrich-Mann-Allee notfalls zurückstecken – so sieht es zumindest der Bildungsausschuss.

Pro Potsdam soll notfalls Flächen abgeben

Einstimmig entschied das Gremium am Dienstagabend über einen Antrag der Linken-Fraktion. Dieser sieht vor, dass bei einem Scheitern des Grundstücksankaufs für die Schule auch ein Bau auf den Flächen der städtischen pro Potsdam nebenan zu Lasten geplanter Wohnungen möglich bleiben muss.

„Bis zur Sicherung der Flächen für den Grundschulstandort sind bei der Entwicklung der Wohnbauflächen der Pro Potsdam auf den Flächen des ehemaligen Tram-Depots keine Entscheidungen zu treffen, die einem gegebenenfalls erforderlichen Flächentausch zu Gunsten des Schulbaus entgegenstehen“, so der Antrag. „Dann muss die pro Potsdam warten und darf so lange keine Tatsachen schaffen, bis die Frage geklärt ist“, erklärte Stefan Wollenberg (Linke) die Wirkung des Antrags.

Antrag wurde seit Dezember immer wieder zurückgestellt

Drei Mal wurde dieser seit Dezember zurückgestellt – immer in der Hoffnung, dass die private Eigentümergemeinschaft dem Verkauf der kleinen Teilfläche des geplanten Schulareals zustimmt. Doch als nun zum vierten Mal „nichts Neues“ beim Erwerb berichtet werden konnte, spielte Stefan Wollenberg nicht mehr mit und stellte den Antrag zur Abstimmung. „Es muss hier ein Signal gesetzt werden, ob Schulen oder Wohnungen die Priorität bei der Entwicklung der Stadt haben“, sagte Wollenberg.

Das sahen die anderen Fraktionen genauso. „Wir planen Schulen auf Grundstücken, die uns nicht gehören. Es ist naheliegend, unsere eigenen Grundstücke daneben dann nicht einfach anderweitig zu verplanen“, sagte Johannes von der Osten (FDP). Die sachkundige Einwohnerin Grit Schkölziger (SPD) befürwortete den Antrag, da somit auch der Spekulationsdruck auf das fragliche Grundstück sinken könnte, wenn erst eine Alternative im Raum steht. „Ich betone, dass es ein reiner Vorratsbeschluss ist. Sollte der Flächenkauf gelingen, wird der Antrag gegenstandslos“, warb Wollenberg für das Anliegen.

Auf dem Areal entstehen bis zu 750 Wohnungen

750 Wohnungen sind am Nuthewinkel in zwei Baufeldern mit insgesamt sechs Wohnkarrees geplant. Derzeit laufen die bauvorbereitenden Maßnahmen zwischen der Heinrich-Mann-Allee und der Kolonie Daheim. Die Erschließung des ersten Bauabschnitts hinter dem Humboldt-Gymnasium soll im Herbst beginnen, der Hochbau ein Jahr frühestens ein Jahr später.

Die Grundschule soll 2022/2023 den Lehrbetrieb aufnehmen

Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) sagte, dass man intern bereits Alternativen zum Schulstandort Nuthewinkel prüfe – jedoch nicht auf den Flächen der Pro Potsdam. Wollenberg zog allerdings in Zweifel, dass man andere geeignete Flächen übersehen habe. Die Grundschule werde im direkten Umfeld der vielen neuen Wohnungen benötigt. Laut Schulentwicklungsplan soll sie zum Schuljahr 2022/2023 den Lehrbetrieb aufnehmen.

Die Pro Potsdam äußerte sich auf Anfrage nicht zum Beschluss des Bildungsausschusses, wird aber im Rahmen der Beschlussfassung durch die Stadtverordneten Anfang April eine Stellungnahme vorbereiten.

Notfalls soll eines der sechs Wohnkarrees vorerst nicht gebaut werden

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Ralf Jäkel (Linke), sagte, dass das Votum des Bildungsausschusses nicht die gesamte Planung der Pro Potsdam infrage stelle. „Notfalls muss man eines der sechs Wohnkarrees zurückstellen und die Fläche für die Schule bereithalten. Das schafft Sicherheit, wenn sich die Planungen zum Schulstandort nicht erfüllen“, sagte Jäkel der MAZ. Die neuen Potsdamer Stadtteile müssten mit ausgewogener sozialer Infrastruktur entwickelt werden. „Im Gegensatz zum Bornstedter Feld kann man das dort noch problemlos heilen“, so Jäkel.

Von Peter Degener

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